Syrerin studiert an der THM in Bad Hersfeld

Nevin will mithelfen beim Wiederaufbau

Nevin Haj Younes an ihrem Bad Hersfelder Arbeitsplatz:. Sie ist während der Praxisphasen ihres dualen Studiums deutschlandweit für Strabag im Einsatz, sagt aber selbst von sich: „Bad Hersfeld ist meine zweite Heimat geworden.“ Foto: nh

Bad Hersfeld. Mit 19 Jahren verließ Nevin Haj Younes nach dem Abitur ohne Begleitung ihrer Eltern ihr Heimatland Syrien, um der Gefahr durch den dort herrschenden Krieg zu entfliehen.

Gemeinsam mit ihrer Schwester und ihrem Schwager floh Haj Younes in die Türkei und reiste schließlich alleine weiter nach Deutschland. Inzwischen ist sie 22 Jahre alt und absolviert bei der Strabag GmbH ein duales Bachelor-Studium im Bereich Bauingenieurwesen, im Rahmen des StudiumPlus der Technischen Hochschule Mittelhessen. (Unsere Zeitung berichtete)

Heimisch in Bad Hersfeld

In Bad Hersfeld fühlt sich Nevin Haj Younes nach eigenen Angaben wirklich heimisch. „Ich wollte nicht untätig Zuhause warten, bis alles vorüber ist, sondern wollte mein Leben aktiv gestalten“, antwortet sie auf die Frage nach den konkreten Gründen für ihre Flucht aus dem Kriegsland Syrien im Jahr 2014. Geboren und aufgewachsen ist die junge Frau in der 175.000 Einwohner zählenden Stadt al-Hasaka im Norden des Landes. „Immer wieder werden dort Menschen entführt und tauchen nie wieder auf – insbesondere junge Frauen“, erzählt die 22-Jährige traurig.

Nach ihrer Ankunft in Bad Hersfeld und der Bewilligung ihres Asylantrags absolvierte Haj Younes zunächst einen Sprachkurs. „Danach wollte ich so schnell wie möglich arbeiten, um meine Deutschkenntnisse weiter verbessern zu können“, erzählt sie. Sehr schnell fand sie auch eine Tätigkeit – und zwar als interkultureller Coach für andere Geflüchtete, denen sie z.B. bei der Wohnungssuche und bei Behördengängen half.

Im Frühjahr 2017 schließlich ging für die junge Frau ein Traum in Erfüllung: Sie erhielt die Zusage für den dualen Studienplatz bei der Strabag zum Wintersemester 2017/18.

Schon in ihrer Heimat wusste die zielstrebige junge Frau, dass sie Bauingenieurwesen studieren möchte: „Der Studiengang ist in Syrien sehr hoch angesehen.“ Für ihre Wahl des Studienfachs hat Haj Younes, die neben arabisch auch fließend kurdisch spricht, noch einen weiteren Grund: „Natürlich wünsche ich mir, dass in Syrien eines Tages Frieden einkehrt. Als Bauingenieurin könnte ich dann mithelfen, mein Heimatland wieder aufzubauen.“

Weltweite Karriereoptionen

Gezielt hat Hay Younes sich mit Strabag ein international tätiges Unternehmen ausgesucht. Ein Argument, das Hay Younes‘ Unternehmensbetreuer, Prokurist Jürgen Lehmann, voll und ganz bestätigen kann. „Da wir weltweit zahlreiche Niederlassungen haben, bietet Strabag sowohl eine berufliche Heimat für regional verwurzelte Menschen als auch weltweite Karriereoptionen.“

Für die 22-jährige Studentin findet der Betreuer nur lobende Worte: „Frau Haj Younes bringt in ihrem dualen Studium vollen Einsatz und sie ist enorm zielstrebig. Ihre erste Praxisphase hat sie bereits mit großem Erfolg absolviert.“

Nevin Haj Younes hat ihre Wahl bisher keine Sekunde bereut. „Ich danke Herrn Lehmann und Strabag für diese großartige Zukunftschance“, sagt die 22-Jährige. (red/zac)

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