47 Jahre lang aktiv

Feuerwehrmann Klaus Klee: „Helfen war das Allerwichtigste“

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Ein Helm mit Unterschriften der Kameraden zum Abschied: Klaus Klee aus Bad Hersfeld scheidet nach 47 Jahren aus dem aktiven Feuerwehrdienst aus.

Bad Hersfeld – Der Abschied fällt Klaus Klee schwer. Anfang Februar ist der Bad Hersfelder 65 geworden, und in Hessen ist dann Schluss mit dem aktiven Dienst.

„Leider“, sagt Klee, „ich fühle mich noch fit.“ 47 Jahre lang ist er zu Bränden, Unfällen und Unwettereinsätzen ausgerückt. Auch das Steuern des großen Löschfahrzeugs werde er nun vermissen, gibt er schmunzelnd zu. „Der Traum eines jeden Mannes.“ Im Vordergrund habe aber natürlich anderes gestanden. „Menschen zu helfen, das war immer das Allerwichtigste“, betont Klee. Mitten in der Nacht aufstehen, das eigene Leben riskieren? „So dürfen Sie nicht denken! Wenn der Pager ging, gab es nur eines: Klamotten an und ab auf die Feuerwache“, berichtet der 65-Jährige. Genossen habe er in all der Zeit vor allem die ausgeprägte Kameradschaft.

Zur Feuerwehr gekommen sei er einst durch Freunde der Familie. Am 15. Januar 1972 trat er als 18-Jähriger in die Kernstadtwehr Bad Hersfeld ein, wo er zunächst dem 1. Löschzug angehörte, der für die Wasserversorgung zuständig war. Sein großes Ziel schon damals: Teil des Alarmzugs zu werden, für den man sich damals sogar noch habe bewerben müssen. „Das war gar nicht so einfach, da rein zu kommen“, erinnert er sich. Die erste Beförderung gab es 1976 – vom Feuerwehrmann zum Oberfeuerwehrmann –, die letzte 1993 – zum Brandmeister.

In all den Jahren hatte Klee verschiedene Funktionen inne (siehe auch Artikel unten). „Ich habe alles mitgenommen“, scherzt er. Noch bis zum 60. Lebensjahr trug der Bad Hersfelder Atemschutz und war damit vermutlich einer der ältesten Atemschutzträger im Kreis. Ihre Tauglichkeit müssen diese unabhängig vom Alter regelmäßig unter Beweis stellen, für Klee offenbar kein Problem.

Weit über 1000 Einsätze gefahren

Weit über 1000 Einsätze sei er gefahren, erzählt Klee. Er habe schöne und lustige Einsätze erlebt – zum Beispiel bei der Rettung von Katzen –, aber natürlich auch grausige und schlimme Erfahrungen gemacht. Näher darauf eingehen mag er nicht. Eines aber ist klar: „Ich werde die Zeit vermissen.“

Wie er das Mehr an Freizeit nun nutzen möchte, bleibt erst mal offen. „Ich werde vielleicht etwas mehr schlafen“, meint der unfreiwillige Feuerwehrrentner. Möglicherweise finde sich auch noch ein anderes Hobby ...

Komplett verabschieden will sich Klee von „seiner“ Feuerwehr ohnehin nicht. Gerne will er die Kameraden weiterhin besuchen und sich bei der Organisation von Veranstaltungen einbringen. „Das ist irgendwie immer noch mein Alarmzug.“ Auch die (Ausgeh)-Uniform wird er deshalb selbstverständlich behalten. Was für eine Frage!

Eine Feuerwehr-Ecke mit Urkunden und anderen Erinnerungen hat Klaus Klee zu Hause sowieso längst. Und dort wird nun auch der Helm mit den Unterschriften der Kameraden einen Platz bekommen, den es für Klee zum Abschied gab.

VON NADINE MAAZ

Bewegender Abschied von den Feuerwehrkameraden

Exakt 17 187 Tage im Dienst der Stadt Bad Hersfeld beziehungsweise im Dienst „seiner“ Freiwilligen Feuerwehr Bad Hersfeld: Anfang Februar ist Klaus Klee von seinen Kameraden des Alarmzuges in die Alters- und Ehrenabteilung verabschiedet worden. Zum letzten Mal brachte der Maschinist ein Löschfahrzeug zum Feuerwehrstützpunkt an der Wehneberger Straße zurück, bevor er den Schlüssel an seine jüngeren Kameraden der Einsatzabteilung übergab.

 Andreas Büttner, Zugführer des Alarmzuges, bedankte sich in einer kleinen Zeremonie bei Klee für die hervorragende Arbeit und das außerordentliche Engagement für den Alarmzug.

 Die Entwicklung der Kernstadt-Wehr in den vergangenen 40 Jahren sei verwoben mit dem Wirken von Klaus Klee in der Einsatzabteilung und dem Förderverein der Feuerwehr. Dort war der Träger des goldenen Brandschutzehrenzeichens am Bande von 1989 bis 2013 Hauptkassierer und bis 2015 1. Vorsitzender des Vereins, er überführte den Verein in seine heutige Struktur, um das Feuerwehrwesen der Kreisstadt weiter zu unterstützen. Ohne seine Mitwirkung wäre auch die erfolgreiche Umsetzung des 150-jährigen Feuerwehrjubiläums 2011 undenkbar gewesen.

 Sebastian Sommer, Klees Nachfolger als Vereinsvorsitzender, betonte die Hoffnung, dass Klee auch in der Alters- und Ehrenabteilung seinem Verein weiter mit Rat und Tat zur Seite stehe und wünschte ihm alles Gute für den Feuerwehrruhestand. In der Einsatzabteilung begann seine Feuerwehrkarriere 1972 im ersten Löschzug, wo er bis 1990 seine Feuerwehrausbildung absolvierte. Vor 28 Jahren wechselte er in den Alarmzug und führte diesen 1992-1996 und 2014-2017 als stellvertretender Zugführer sowie 2008-2013 als verantwortlicher Zugführer im Ausbildungs- und Einsatzdienst. 

Als letzter Gratulant betonte auch Pierre Walter, Wehrführer der Kernstadt, welch große Bedeutung Klaus Klee für die gesamte Organisation hatte und dass er während seiner Amtszeit stets das Wohl der gesamten Freiwilligen Feuerwehr im Blick hatte. Der sichtlich gerührte Klaus Klee nahm schließlich einen Feuerwehrhelm mit den Unterschriften seiner Kameraden entgegen – eine gelungene Überraschung am Vorabend seines 65. Geburtstags. Offiziell wird Klaus Klee bei der Jahreshauptversammlung der Kernstadt verabschiedet.

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