Terminvergabe für Atemschutzgeräteträger

Feuerwehr-App statt Telefon beim Brandschutzamt

Eine neue App für die Feuerwehren im Landkreis Hersfeld-Rotenburg erleichtert die Koordination der notwendigen Schulungskurse für die rund 1000 Atemschutzgeräteträger. Darüber freut sich ganz besonders Kreisbrandinspektor Marco Kauffunger. Sein Stellvertreter Martin Orf regte eine Veränderung der bisher excel-basierten Terminvergabe an. Herausgekommen ist eine App, an deren Entwicklung Torsten Wennemuth, Schenklengsfelds Gemeindebrandinspektor, federführend beteiligt war. Foto: Mario Reymond

Das Brandschutzamt des Kreises hat die Terminvergabe für Atemschutzgeräteträger durch eine eigens entwickelte App erleichtert.

Wenn Gebäude brennen, müssen Feuerwehrleute zum Löschen oft auch in die Häuser hinein, um an den Brandherd heranzukommen. Das geht wegen der bei Bränden entstehenden Gase und der starken Rauchentwicklung nur unter Atemschutz.

In den Feuerwehren des Landkreises Hersfeld-Rotenburg gibt es rund 1000 Feuerwehrfrauen und -männer, die einen Atemschutzlehrgang absolviert haben und als sogenannte Atemschutzgeräteträger ausgebildet sind.

Weil der Einsatz mit schweren Sauerstoffflaschen auf dem Rücken und der Schutzmaske vor dem Gesicht nicht ganz einfach ist, müssen die Atemschutzgeräteträger körperlich fit sein. Ihre Tauglichkeit müssen sie mindestens alle zwölf Monate einmal auf der Atemschutzstrecke des Landkreises, die sich auf dem Gelände der Feuerwehr Bad Hersfeld befindet, unter Beweis stellen.

Die Koordination der einzelnen Übungstage und die Auswahl der jeweiligen Atemschutzgeräteträger aus den Wehren der jeweiligen Gemeinden wurde bis zum vergangenen Jahr über eine Excel-Tabelle koordiniert. „Das hat früher in Einzelfällen bis zu zwölf Wochen gedauert. Wir haben den jeweiligen Verantwortlichen innerhalb der Gemeinde – meist den Gemeindebrandinspektoren – die Termine für ihre Kameraden telefonisch mitgeteilt und diese haben dann ihre jeweiligen Atemschutzgeräteträger ebenfalls per Telefon in Kenntnis gesetzt und dann auf Rückmeldungen gewartet. Bei Absagen konnten wir nicht mehr reagieren und die vorgesehenen Plätze sind leer geblieben“, erklärt Martin Orf, stellvertretender Kreisbrandinspektor. Das Prozedere war uneffektiv und band immens viel Arbeitskraft.

Innerhalb des Brandschutzamts beim Landkreis in Bad Hersfeld wurde daher über technische Möglichkeiten nachgedacht, um dieses Problem in den Griff zu bekommen. Und mithilfe zweier computertechnisch versierter Feuerwehrmänner wurde es jetzt behoben – unentgeltlich.

Herausgekommen ist das interaktive Kontingentmanagement Atemschutzgeräteträger. Guido Kamm, stellvertretender Stadtbrandinspektor von Heringen, betreibt nebenberuflich die Internetagentur dd-media.de und hat die Programmierarbeit übernommen. Unterstützt wurde er dabei von Torsten Wennemuth, dem Schenklengsfelder Gemeindebrandinspektor. Beide erarbeiteten gemeinsam mit Martin Orf zunächst alle Einzelheiten, die die neue App erfüllen sollte. Dann ging es ans Programmieren. Herausgekommen ist eine digitale Datenverwaltung. Mit ihr ist die Koordination der Übungstermine für die Atemschutzgeräteträger seit dem 13. Januar möglich. Innerhalb der ersten sechs Wochen haben sich bereits 490 Atemschutzgeräteträger zurückgemeldet und ihren Termin bestätigt oder abgesagt. Wem der vorgegebene Termin nicht passt, der bekommt nun ganz einfach einen neuen angeboten.

„Die App bietet eine enorme Transparenz. Für uns und für die Nutzer. Kontaktaufnahme und Rückmeldung laufen komplett über die App. Sie kann auf allen digitalen Geräten verwendet werden. Notwendig ist nur ein Internetzugang. Die Kommunikation läuft per E-Mail“, erklärt Wennemuth.

Sollte sich die neue Technik auch weiterhin bewähren, wollen Wennemuth und Kamm Kontakt zu benachbarten Landkreisen aufnehmen, um dort ihre neueste digitale Entwicklung anzupreisen. „Vielleicht setzt sich diese App sogar bundesweit bei allen für die Koordination von Feuerwehren durch“, hofft Orf.

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