Die Rede von Feuermeister Klaus Otto 

Mahnende Worte an die Lollsgemeinde 

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Feuermeister Klaus Otto

Bad Hersfeld. Eine Woche hat das Fierche, das Lullusfeuer, gebrannt, am Sonntagabend wurde es gelöscht. Zuvor hielt Feuermeister Klaus Otto seine traditionelle Rede. Hier der Wortlaut:

Seid willkommen,

Mückenstürmer, Lollsgemeinde und alle Gäste,

die Ihr gekommen seid,

zu hören, was der Feuermeister zu sagen hat,

am Ende unsrer schönen Lulluszeit!

Ein Lullusfest geht wieder mal zur Neige,

Minuten noch, dann lösch ich das Fierche aus,

doch bevor ich das tue,

muss erst einmal ein kräftiges Bruder-Lolls bei mir

zur Kehl heraus!

Enner, zwoon, dräi....

Lasst mich gleich mit Frust beginnen,

ich hab gedacht, der Herr Bruch fängt jetzt an

zu spinnen!

Das Riesenrad auf unserem Feste,

ist alle zwei Jahre für uns das Beste!

Ob Groß, ob Klein, jeder freute sich darauf,

doch ich glaube, Herr Bruch dachte sich: „Da scheiß

ich drauf!“

Wie alle zwei Jahre, hat er mit der Stadt den Vertrag

gemacht, man hat sich drauf verlassen, das wäre

doch gelacht!

Doch das Lachen ist uns Mitte August vergangen,

Herr Bruch brach den Vertrag, und wir mussten um

ein Riesenrad bangen!

Ganz bewusst hat er die Stadt und uns getäuscht,

hat Ende August in einer Fachzeitschrift sogar schon

den neuen Platz beworben,

ich glaube, damit hat er sich’s in Hersfeld ganz schön

verdorben!

Nun steht doch ein Rad auf unserem Feste,

die Organisatoren der Stadt gaben, um das zu

ermöglichen, das Beste!

Enner, zwoon, dräi.....

Die Orthopädie in Bad Hersfeld erwirtschaftet

jährlich Gewinne in Millionenhöhe und genießt

bundesweit, sowohl bei Patienten als auch bei Ärzten

ein sehr hohes Ansehen.

Diese Orthopädie ist in Bad Hersfeld und dort muss

sie auch bleiben!

Man sollte wirklich darüber nachdenken, ob nach ei-

ner Verlegung nach Rotenburg diese Orthopädie

noch solch hohen Anspruch und ein solch hohes An-

sehen erbringen kann !?

Der Kurstadt Bad Hersfeld ist die Verlegung der Or-

thopädie mit Sicherheit nicht zuträglich!

Enner,....

Der Landkreis hat 2017/18 die Kreisumlage kräftig

angehoben und unserer Stadt und den Bürgern

mächtig einen reingeschoben!

Rund ’ne halbe Million mussten wir dadurch mehr

bezahlen,

beim Landkreis fingen die Augen an zu strahlen!

Bei der Stadt gingen für uns die Gebühren in die

Höhe,

man überlegte, wie komme ich am schnellsten an

des Bürgers Flöhe!

Somit war es wieder mal klar, die Zeche für den Land-

kreis zahlt der Bürger, echt wunderbar!

Jedoch nach langer Kritik, zog man dann die Erhö-

hung zurück!

Welch Wunder, der Landkreis hat den Fehler eingese-

hen und unsere Stadtväter können wieder ruhiger

schlafen gehen!

Jetzt bleibt nur noch eins zu hoffen, dass das übrige

Geld sinnvoll für unsere Stadt genutzt wird und wird

nicht von Euch versoffen!

Enner, ….

Welch schlimme und böse Nachricht erreichte uns

im Januar!

Dr. Wedel wurde in der Öffentlichkeit mit vernich-

tenden Vorwürfen abgestempelt, ohne dass bisher

eine Schuldfrage geklärt wurde, in einer Art und

Weise, die der Hexenjagd und Inquisition gleich-

kommt, nur mit dem einen Unterschied: Heute lässt

man die Menschen am Leben!

Dr. Wedel hat während seiner Intendanz sehr viel für

unsere Stadt und die Festspiele getan und erreicht,

dafür sage ich Danke Dr. Wedel!

Und solange nichts bewiesen ist von den Vorwürfen,

appelliere ich an Euch alle: Seid gerecht und fair!

Über den Erfolg der diesjährigen Festspiele braucht

man, glaube ich, kaum ein Wort zu verlieren!

Die Saison war einfach super!

Unser Intendant Joern Hinkel hat in seinem ersten

Jahr eine Glanzleistung abgelegt, die ihresgleichen

sucht. Er hat nicht nur durch seine künstlerische

Leistung geglänzt, sondern vor allem auch bei der Or-

ganisation der Premiere und der gesamten Spielzeit.

Durch seine fröhliche und frische Art hat Joern Hin-

kel uns Hersfeldern die Festspiele wieder ein Stück

näher gebracht und die Verbundenheit weiter ge-

stärkt.

Liebe Bürgerrinnen und Bürger, und dennoch ist die

Organisationsform unserer Festspiele neu zu über-

denken!

Joern Hinkel und Frau Jung haben sich klar positio-

niert und aufgezeigt, dass wir neue und moderne

Wege beschreiten müssen, um die Qualität und die

Finanzen zu sichern und um dauerhaft die Existenz

der Festspiele zu wahren!

Aber wie immer in dieser Stadt, wird Neues und Gu-

tes erst einmal kategorisch abgelehnt, sodass die.

gGmbH nicht zustande kam.

Es bleibt zu hoffen, dass unsere Stadt-Oberen dieses

Thema noch mal neu überdenken!

Dir, lieber Joern Hinkel, Dir rufe ich zu, bei allem

Missmut, bleib Hersfeld treu, treibe unsere Festspiele

weiter voran, damit sie weiterhin der kulturelle

Stern in unserem Jahreskreis bleiben!

Enner,....

Bürgermeister und ihr Räte von der Stadt,

viele Bürger haben die Zustände am Stadthaus satt!

Keiner traut sich mehr des Abends und bei Nacht

in unsere Unterstadt.

Es wird Zeit, dass diese Gegend wieder sicher wird,

und man die Bürger von ihrer Angst befreit!

Ich denk da an die Untergeis, die Löhrgass und die

Klausgass sowieso, da fahren manche Rennen,

ohne auch nur das Wort Rücksicht zu kennen!

Diese Zustände ziehen sich durch bis in den Schilde-

Park,

dort graut es einem manchmal sogar am Tag!

Ihr Oberen, ihr müsst handeln

und die Unterstadt wieder in einen sicheren Ort ver-

wandeln!

Enner,.....

Noch sieben Monate bis zum Hessentag, und die Vor-

bereitungen sind weit vorangeschritten, ein tolles

Hessentagsteam und viele helfende Hände geben al-

les, um unser Landesfest zu einem tollen Erfolg zu

führen.

Und nochmal allen Kritikern zum Trotz: Der Hessen-

tag ist für unsere Stadt und unsere Region eine Rie-

senchance!

Bad Hersfeld hat so viele Facetten, ich denke da nur

mal z.B an den Tourismus, unsere Stärke als Ein-

kaufsstadt, die wunderbare Region, in der wir leben

und – nicht zu vergessen – unsere bundesweit be-

kannte kulturelle Bedeutung. Alleine das sind schon

schlagende Argumente für einen erfolgreichen Hes-

sentag!

Daher ruf ich Euch noch mal zu: Hört auf zu kritisie-

ren, sondern packt mit an und ihr werdet sehen, dass

wir noch lange von einem gelungenen Hessentag

profitieren werden.

Enner,....

Unser Hessentagspaar hat sich getraut,

sie sind in den heiligen Stand der Ehe getreten

und keiner von beiden musste vor dem „Ja“-Wort be-

ten!

Ich wünsche Euch an dieser Stelle alles Glück auf Er-

den, dass all eure Wünsche in Erfüllung gehen,

bleibt gesund und munter, dann kriegt Euch keiner

unter!

Mit Kindersegen wartet bitte bis nach dem Hessen-

tag.

Ich glaub, ein dicker Bauch auf so ‘nem Fest, das ist

‘ne echte Plag!

Enner, …..

Wie jetzt fast schon jedes Jahr, möcht ich es nicht

vergessen, das ist doch klar!

Hinter dem Festzelt steht immer noch die Linde,

die steht im Weg,

das sieht jeder Blinde!

Vielleicht schafft ihr es ja bis zu unserem Hessenfest,

zu fällen diesen Baum,

dann haben wir Platz, es wär ein Traum!

Noch einen Vorteil würde das Ganze bringen,

wenn die Linde dann in unsrem Feuer brennt,

könnten wir uns an ihr wärmen und fröhlich singen.

Dann gäb’s auch noch ein Gläschen Wein und Stock-

brot,

das schmeckt über Lindenholz geröstet,

besonders fein!

Enner, …..

Liebe Lollsschwestern und Brüder,

unser Lollsfrieden, der ist uns sehr wichtig,

doch er wird jedes Jahr gebrochen, das finde ich

nicht richtig.

Die HZ bringt es immer wieder fertig, sie schlagen

drauf, ohne es zu bereuen,

wie soll man sich da noch auf den Lolls-Presseschop-

pen freuen?!

Zugegeben, der Bürgermeister hat Fehler gemacht,

und über manches Verhalten nicht nachgedacht,

doch wer ohne Fehler ist, der werfe den ersten Stein,

ich fordere: Haltet gefälligst den Lollsfrieden ein!

Enner, …..

Ein Mord am Lullusfeuer,

das uns heilig ist und teuer,

dort, so muss ich’s Euch erzählen,

verlor ein Mann sein junges Leben.

Christian Klammer war sein Name,

erstochen wurde er, ach der Arme!

Ein Kriminalroman auf dem Lullusfest finde ich eine

tolle Idee, und spannend ist es eh!

Karl Schönholtz hat das Buch geschrieben,

dafür sei ihm Dank,

ich hoffe, er schreibt noch mehr davon und wird

nicht krank!

Der MSC hat dieses Jahr ein tolles Rennen gemacht,

es hat bei allen Läufen nicht einmal gekracht.

Das Wetter war toll, viele Menschen waren da,

das hat Spaß gemacht, ist doch klar.

Es hat mich gefreut, dass ihr so ein tolles Rennen hat-

tet,

die Jahre vorher waren ja oft von Regen überschattet.

Enner,...

So langsam schau ich auf die Uhr und frage mich,

wo ist diese Lollswoch nur.

Minuten noch, dann lösch ich das Feuer aus,

diese Handlung ist für mich ein echter Graus.

Zum Schluss will ich nochmal Danke sagen:

An alle, die unsre Stadt im Herzen tragen!

Danke an den Lullusfest-Verein, die Hersfelder Mön-

che, den Skiclub Neuenstein und auch an jeden ande-

ren Verein.

Macht alle weiter so, das macht riesig Spaß,

darauf erheb ich jetzt mein Glas!

Enner,.....

Einen ganz besonderen Dank möchte ich in diesem

Jahr dem neuen Autohof-Süd aussprechen!

Wir hatten am Donnerstag ein Lolls-Festival der Su-

perklasse!

Es ist schon lange her, dass bei

diesem Festival eine

Gruppe spielte, die so populär

und beliebt ist, wie die

Rodgau-Monotones!

Bei bestem Wetter gaben

die „Altmeister“ alles, und

man hat gesehen, die

Menschen nahmen es

dankend

an und machten eine Riesen-

party:

Der Linggplatz hat gebebt!

Bleibt nur zu hoffen, dass

ein Lolls-Festival dieser Ex-

traklasse auch in den

nächsten Jahren unser Fest

bereichert!

(Zum Abschluss seiner Rede

kritisierte der Feuermeister

scharf alle diejenigen, die an

Jugendliche in der Lollswoche

Alkohol verkaufen.)

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