Gesamtschüler bereiten sich auf Feuerwehrausbildung vor

Feuerlöschen als Wahlpflichtfach in der Schule

Unterricht im Löschwesen: Schüler Dion Brannhoff stoppt den simulierten Computerbrand mit einem Übungsfeuerlöscher.
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Unterricht im Löschwesen: Schüler Dion Brannhoff stoppt den simulierten Computerbrand mit einem Übungsfeuerlöscher.

Ein neues Unterrichtsfach gibt es jetzt an der Gesamtschule Obersberg: Feuerwehr. Dabei erhalten die Schüler Grundkenntnisse im Feuerwehrwesen.

„Am Ende der zwei Schuljahre sollen die Schüler genug Wissen haben, um den Truppmannschein ablegen zu können“, erklärt Jonas Seitz. Der Feuerwehrmann und Lehrer aus Bad Hersfeld leitet mit Kollegin Luisa Karges, das Pilotprojekt der Gesamtschule Obersberg. 

In praktischen und theoretischen Unterrichtsstunden lernen die elf Schüler der neunten und zehnten Klasse, wie ein Fahrzeug der Feuerwehr aufgebaut ist und mit welchen Risiken die Retter bei einem Einsatz rechnen müssen.

Idee wurde schon Anfang des Jahres eingebracht 

Die Idee zum Unterrichtsfach „Feuerwehr“ hatte die CDU-Fraktion bereits Anfang des Jahres in den Kreistag eingebracht und mit dem Fachdienst Brandschutz abgestimmt. 

Im März folgte dann der Beschluss zur Umsetzung des Pilotprojektes. „Den Unterricht haben wir eng mit den Inhalten der Hessischen Landesfeuerwehrschule abgestimmt“, erläutert Feuerwehrmann und Referendar Jonas Seitz.

Ausbildung erst mit 17 Jahren

Mit diesem Konzept werden den Schülern die Inhalte einer Truppmannausbildung im Unterricht vermittelt. „Eine abgeschlossene Ausbildung können wieder aber leider noch nicht garantieren, weil uns die Gesetze daran hindern“, erläutert Luisa Karges, die selbst bereits seit 13 Jahren in der Feuerwehr im Kreis Hofbieber aktiv ist. 

Eine staatlich anerkannte Ausbildung ist bisher erst ab dem 17. Lebensjahr möglich und die Teilnehmer des Pilotprojektes, das in diesem Jahr gestartet ist, sind 14 und 15 Jahre alt.

Gesamtschule als Vorreiter

Doch die Gesamtschule Obersberg ist nicht nur mit ihrem Pilotprojekt ein Vorreiter, die Wegbereiter wollen auch die geleisteten zwei Jahre nicht unbescheinigt verstreichen lassen und setzten sich für eine Herabsetzung der Altersgrenze ein. 

„Damit sind wir die Ersten, die eine Truppmannausbildung auch für Jüngere fordern“, bestätigt Schulleiterin Kerstin Glende, die in dem neuen Unterrichtsfach auch eine Förderung des Ehrenamtes sieht.

„So tun die Schüler etwas für ihre Gemeinschaft aber auch für sich, denn in Unternehmen mit Werksfeuerwehren werden ausgebildete Bewerber möglicherweise bevorzugt“, erklärt die Schulleiterin. Dabei geht das Wahlfach für einzelne Schüler noch über den Hintergrund einer bloßen Weiterbildung hinaus. 

„Ich könnte mir auch gut vorstellen, später einmal in der Feuerwehr hauptberuflich zu arbeiten“, erklärt Kursteilnehmer Finn Henning. Für den 15-jährigen Schüler ist das ungewöhnliche Unterrichtsfach noch Neuland.

Praktische Übung

Bei einer praktischen Übung, die Kreisausbilder Dirk Sandlos vom Brandschutzamt Bad Hersfeld mit den Schülern ausführt, hält Finn Henning zum ersten mal einen Feuerlöscher in den Händen. „Den habe ich mir viel schwerer vorgestellt“, berichtet der Feuerwehrmann in spe.

Seine Klassenkameradinnen Chiara Albrecht und Sarah Knoth sind dagegen schon Löschprofis. Die Schülerinnen sind seit über 8 Jahren in der Feuerwehr aktiv und freuen sich, ihr Hobby auch in der Schule ausüben zu können. 

„Der Unterricht macht Spaß und wir müssen auch Aufgaben in Teamarbeit lösen, bei denen wir Zusammenarbeit lernen“, erklären die 14-Jährigen.

Um den Unterricht abwechslungsreich und umfassend zu gestalten, haben Kursleiter Jonas Seitz und Luisa Karges auch schon weitere Exkursionen geplant, eine Fahrt zur Werksfeuerwehr der Firma K+S und Besuche bei DRK und THW stehen auf dem Programm.

Von Kim Hornickel

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