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Festspiele: Erste Einblicke in "Lenas Geheimnis"

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Von: Nadine Meier-Maaz

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68. Bad Hersfelder Festspiele, Kinderstück Lenas Geheimnis, Amelie Hinkel und Brigitte Grothum
Spielen gemeinsam in "Lenas Geheimnis" von Franziska Reichenbacher: Amelie Hinkel und Brigitte Grothum. © Maaz

Bad Hersfeld. Erste Einblicke in das Festspiel-Kinderstück „Lenas Geheimnis“ haben Autorin und Regisseurin Franziska Reichenbacher sowie ihre Darsteller am Mittwoch gewährt.

Auf der großen Bühne in der Stiftsruine probt das Ensemble von „Lenas Geheimnis“ erst seit Kurzem, und noch sitzt nicht jeder Satz perfekt. Franziska Reichenbacher und ihr Team sind mittendrin in den Proben für das Kinderstück bei den 68. Bad Hersfelder Festspielen, das in gut einer Woche Premiere feiert.

„Wir haben ein sensationelles Ensemble“, sagt Reichenbacher, die mit „Lenas Geheimnis“ etwas ganz Besonderes speziell für die Festspiele schaffen wollte. Denn das Stück spielt in der Stiftsruine, wo Mäuse ihr Unwesen treiben und die Aufführung von „Hair“ gefährden. Mitten drin: Lena (Amelie Hinkel) und ihre Oma (Brigitte Grothum), die eigentlich nur zu einem Casting wollten ...

Darsteller des Musicals sind ebenso dabei wie Horst Janson und Martin Semmelrogge, hinzukommen zahlreiche Nachwuchsdarsteller. Diese interessante Mischung macht es allerdings nicht einfacher, gemeinsame Probentermine zu finden. Immerhin sind alle Schauspieler auch in anderen Festspiel-Stücken dabei.

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Spielt in „Lenas Geheimnis“ den Mäuskönig Roderich XXVIII: Martin Semmelrogge. © Maaz

Jetzt in der Ruine inszenieren zu dürfen – nachdem das Kinderstück zuletzt im Zelt und im Buchcafé aufgeführt wurde –, bedeutet Franziska Reichenbacher nichts, wie selbst sagt. Was jedoch positiv gemeint ist: „Mir geht es um das Stück. Man muss immer gut sein, egal ob vor 50 oder 1000 Zuschauern.“ Der Anspruch sei immer der gleiche. Ein "Knaller" und eine besondere Herausforderung sei die Stiftsruine aber allemal.

Generationenübergreifend soll „Lenas Geheimnis“ sein, eine Altersbeschränkung gebe es ganz bewusst nicht. „Wir wollen niemanden ausschließen“, erklärt die Autorin und Regisseurin. „Es ist für jeden etwas dabei.“

Für das Kinderstück im Einsatz sind übrigens auch 46 Schüler, von denen 31 mit auf der Bühne stehen. Der Großteil kommt von der Konrad-Duden-Schule, hinzukommen einige Geschwisterkinder und ein „Gast“ aus Alsfeld.

Sie sind Teil des Projekts „Künste öffnen Welten“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird, und für das sich diesmal die KDS, die Hoehlsche Buchhandlung, der Verein Schule machen ohne Gewalt (Smog) und die Singschule der Stadtkirche zusammengeschlossen haben. Koordinatorin ist Andrea Exner. (nm)

Erst Theaterprobe, dann Hausaufgaben:

Amelie Hinkel, deren Namensgleichheit mit Intendant Joern Hinkel rein zufällig ist, spielt im Kinderstück „Lenas Geheimnis“ die Protagonistin Lena. Bereits mit drei Jahren stand sie das erste Mal auf der Bühne, es folgten Musical-Auftritte. In den vergangenen zwei Jahren war sie in Fulda in „Der Medicus“ zu sehen. 

Auf die Frage, ob sie manchmal nervös sei, sagt Amelie „Nicht nur manchmal, immer!“. Gegen das Lampenfieber helfe es, tief durchzuatmen und mit den anderen Schulspielkindern, die mittlerweile zu Freunden geworden sind, zu reden. Das Textlernen hingegen fällt ihr leicht, „das liest man sich ein paar Mal durch, dann kommt der Text von ganz alleine“. 

Lenas Geheimnis Kinderdarstellerinnen
Haben bereits Bühnenerfahrung: Amelie Hinkel und Alicia Hohmann. © Nennstiel

Die Elfjährige, die aus Fulda kommt, besucht das dortige Domgymnasium. Ihre Lehrer hätten zum Glück Verständnis, wenn sie früher vom Unterricht gehen muss, um rechtzeitig zu den Proben zu kommen. Die Hausaufgaben müssten dann aber trotzdem am Abend nachgeholt werden, aber das nimmt Amelie gerne in Kauf, sagt sie. Hauptberuflich möchte sie jedoch nicht Schauspielerin werden, „weil das mit dem Geld so schwer ist“, lieber Architektin oder Ingenieurin – und nebenbei Schauspielern. 

Die gleichaltrige Alicia Hohmann spielt Polly, die Tochter des Mäusekönigs Roderich, der von Martin Semmelrogge verkörpert wird. Auch sie bringt Schauspielerfahrung mit. Parallel zu den Festspielen, spielt sie in Fulda in „Der Medicus“ und „Die Päpstin“ mit. An der Rolle der Mäusetochter gefällt ihr besonders, mal ein Tier zu spielen und keinen Menschen. Alicia, deren großes Hobby das Geräteturnen und Trampolinspringen ist, sagt, sie liebt es, als Maus über die Bühne zu springen. In ihrer Lieblingsszene knabbert sie zusammen mit den anderen Mäusen die große Torte an. Von der Stiftsruine sind beide Mädchen sehr beeindruckt. So groß haben sie sich die Ruine nicht vorgestellt. „Auf so einer großen Bühne stand ich noch nie“, erzählt Alicia. Das sei ein besonderes Erlebnis, das sie so schnell nicht vergisst, fügt Amelie hinzu. 

Das größte Highlight jedoch seien die beiden Hunde Buddy und Teddy von Schauspielkollege Martin Semmelrogge, die zu jeder Probe mitdürfen. (an)

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