Frohe Botschaften aus Salzburg und dem blauen GEO

Zwischen den Zeilen: Festspiele anderswo und Reise-Tipps

In der Kolumne Zwischen den Zeilen befasst sich Karl Schönholtz mit frohen Botschaften aus Salzburg und dem blauen GEO-Heft.

Die Bad Hersfelder Festspiele kokettieren ja gelegentlich mit der Bezeichnung „Salzburg des Nordens“, auch wenn die Unterschiede selbst für wohlmeinendste Betrachter augenfällig sind. Im Jahr der Corona-Krise sind beide Festivals sogar auf ganz verschiedenen Pfaden unterwegs: Bei uns statt der 70. Festspiele ein Alternativprogramm, das im „Anderen Sommer“ auch neue Perspektiven ermöglicht.

In Salzburg jedoch wollte man sich das Jubiläum der 100. Festspiele von Corona nicht gänzlich vermiesen lassen und setzte bei einem auf einen Monat verkürzten Spielplan auf ein umfassendes Hygienekonzept. Ansonsten alles wie gehabt: Der „Jedermann“ auf dem Domplatz, im Festspielhaus große Oper und Konzerte mit großem Orchester.

Ich hatte am vergangenen Wochenende Gelegenheit, mir selbst ein Bild zu machen. Wer den Trubel „normaler“ Festspiele in der Mozart-Stadt kennt, der musste natürlich feststellen, dass diesmal weit weniger Gedränge herrschte. Doch die Menschen gierten spürbar nach lange vermisster Kultur, daran änderten auch das etwa um die Hälfte verringerte Platzangebot und Ausweiskontrollen an den Eingängen nichts. Die Maske nicht nur auf dem Weg zum Platz und beim Schlussappalaus, sondern am besten auch während der Aufführung aufzubehalten und trotz brütender Temperaturen auf keinen Fall zu fächern – das nimmt man dann eben in Kauf.

Eines ist aber auch klar: Weder in Bad Hersfeld noch im streng reglementierten Salzburg gibt es die totale Sicherheit, unter Künstlern schon gar nicht. Hinter der Bühne herrscht oft eine Körperlichkeit, die sich auch von Corona nicht gänzlich ausschalten lässt. Händeschütteln und Umarmungen führen Abstandsregeln ad absurdum. Da kann man nur hoffen, dass bei den Akteuren in der roten Gruppe der höchsten Sicherheitsstufe auch der nächste Test auf das Virus negativ ausfällt. Trotzdem hat Salzburg gezeigt, dass auch unter eingeschränkten Bedingungen schon jetzt immer ein bisschen mehr geht: Für die Kultur ist das ein ganz wichtiges Signal und sollte auch Bad Hersfeld Mut machen für „richtige“ Festspiele 2021 – dann mit unserem runden Geburtstag.

Australien, Hawaii oder Südafrika – beim Blick auf die Titelseiten der Reisemagazine konnte es vor Corona nicht weit genug in die Ferne gehen. Jetzt aber werden uns Ziele in der näheren Umgebung schmackhaft gemacht, im blauen Ableger des GEO Magazins sogar die „Naturwunder Deutschlands“. Und siehe da, eins davon schlängelt sich sogar an unserer Haustür vorbei: Das „Grüne Band“, der ehemalige Grenzstreifen zwischen West- und Ostdeutschland, ist Thema einer Reisereportage im aktuellen Heft. Darin wird vom Vogelschutzgebiet Rhäden bei Obersuhl erzählt, und ein schönes Foto vom Heringer Kaliberg ist ebenfalls zu bewundern.

Von Karl Schönholtz

Rubriklistenbild: © Ludger Konopka

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