Rechtssicherheit für den Intendanten

Resolution: Bad Hersfelder Stadtparlament sichert Finanzierung für Festspiele 2021 zu

Dann eben 2021 heißt es auf den Plakaten, die für die Saison 2020 vorgesehen waren.
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Dann eben 2021 heißt es auf den Plakaten, die für die Saison 2020 vorgesehen waren.

Festspiel-Intendant Joern Hinkel läuft die Zeit davon. Er muss dringend mit den Vorbereitungen für die Spielzeit 2021 beginnen. Weil der Haushalt, aber vermutlich erst 2021 verabschiedet wird, fehlt ihm die Rechtssicherheit, um Verträge abzuschließen.

Bad Hersfeld –Deshalb hat die Stadtverordnetenversammlung jetzt einstimmig eine Resolution verabschiedet, in der dem Intendanten zugesichert wird, auch für das Jahr 2021 die städtischen Zuschüsse in Höhe von 1,4 Millionen Euro beibehalten zu wollen. Die Stadt favorisiert dabei die sogenannte Spielplanvariante B des Intendanten, die eine verkürzte Spielzeit und eine reduzierte Zahl von Stücken vorsieht. Die Resolution wurde von Stadtverordnetenvorsteher Lothar Seitz (SPD) im Namen aller Fraktionen des Stadtparlaments formuliert und eingebracht.

Seitz wollte die städtische Resolution auch als Signal verstanden wissen. „Wir gehen davon aus, das der Bund und das Land Hessen die Festspiele auch im kommenden Jahr uneingeschränkt unterstützen werden“, heißt es in dem Papier. Vertreter von Bund und Land hatten bereits entsprechende Finanzhilfen in Aussicht gestellt.

„Die Unterstützung der Bad Hersfelder Festspiele ist nicht einfach eine freiwillige Leistung der Stadt“, betonte Seitz. Die Festspiele hätten im Laufe ihrer 70-jährigen Geschichte „den Charakter einer institutionellen Bestandsgarantie erhalten“, heißt es daher in der Resolution, die auch die Bedeutung der Besucher des Ruinentheaters für Hotels, Gastronomie, Handel und Tourismus unterstreicht. „Wir wissen aber auch, dass unser Bürger die Festspiele lieben“, sagte Seitz. Ohne Aussprache und einstimmig wurde die Resolution danach von den Stadtverordneten angenommen.

Intendant Joern Hinkel zeigte sich nach der Sitzung erleichtert über den Rückenwind des Parlaments. „Ich freue mich über diese Entscheidung, sie ist ein großer, wichtiger Schritt.“ Gleichwohl wolle er von der Kommunalaufsicht prüfen lassen, ob die Finanzzusagen des Stadtparlaments auch rechtssicher ist.

Geplant sind dann in fünfwöchiger Spielzeit ein Schauspiel („Der Club der toten Dichter“) und ein Musical („Goethe“), sowie ein Familienstück, dessen Titel Hinkel aber noch nicht benennen wollte. Auch eine Komödie, wie normalerweise im Eichhof, ist vorgesehen, wobei der Intendant coronabedingt noch keine verbindliche Aussage zum Spielort machen wollte. „Wir sind ziemlich spät dran, hoffentlich stehen noch alle vorgesehenen Schauspieler zur Verfügung“, bangte Hinkel.

Klima, Linden, Leerstand

Einstimmig bei Enthaltung von FDP, UBH und FWG, hat das Stadtparlament den bereits gefassten Beschluss zum Klimanotstand bestätigt. Die neuerliche Abstimmung war nötig geworden, weil Bürgermeister Fehling den Beschluss zunächst beanstandet hatte. Ziel des Beschlusses ist es, dem Klimaschutz höchste Priorität zu geben.

Die bei Baumschnittarbeiten zerstörten Lolls-Linden sollen ersetzt werden. Die Grünen schlagen vor, auch Fassaden und Dachflächenbegrünung vorzusehen, um das Kleinklima am Marktplatz zu verbessern.

Die UBH sorgt sich um den zunehmenden Leerstand von Geschäften. Fraktionschef Jürgen Schülbe sprach von 14 Leerständen in der Innenstadt, weitere drohten. Er regte diverse Maßnahmen an. Sein Antrag wurde in den Stadtplanungsausschuss zur Beratung überwiesen. (Kai A. Struthoff)

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