ZWISCHEN DEN ZEILEN

Festspiel-Momente Große Namen, das neue Normal und 48 Punkte

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Bad Hersfeld - Es wäre so schön gewesen: Erst der Festakt, dann die Stars auf dem roten Teppich und die Uraufführung vom „Club der toten Dichter“, zum Beginn der 70. Bad Hersfelder Festspiele 2020.

So hätte es am kommenden Freitag stattfinden sollen, wenn da nicht ein tückisches Virus die Welt ins Chaos gestürzt hätte.

Die HZ-Redaktion möchte die Festspiele trotzdem stattfinden lassen. Und zwar in Erinnerungen, Gedanken und Interviews großer Persönlichkeiten, die in fast sieben Jahrzehnten in der Stiftsruine gewirkt haben. Zwischen diesen Beiträgen wollen wir Fotos aus unserem Archiv zeigen, auf denen unvergessliche Momente und kleine Begebenheiten festgehalten sind, auf vor und hinter der Bühne.

So hoffen wir, das Theater in der Stiftsruine über die gesamte vorgesehene Spielzeit lebendig zu erhalten und Lust auf das nächste Jahr zu machen, wenn hoffentlich wieder vor Publikum live gespielt werden kann.

Also, nicht vergessen: Die „Festspiel-Momente“ präsentieren wir ab dem 26. Juni.

Corona. War da was? Die „neue Normalität“ seit der Rückkehr zu geöffneten Geschäften, Urlaubsreisen und Sitzungen in der Politik und zu Gericht gaukelt uns ein abnehmendes Risiko der Ansteckung vor. Stimmt aber nicht, wie die in dieser Woche neu aufgepoppten Hotspots im Berliner Bezirk Neukölln oder einem Schlachtbetrieb in Nordrhein-Westfalen zeigen. Deshalb habe ich mich schon ein bisschen gewundert, als bei den Ortsbesichtigungen des Bad Hersfelder Bauausschusses (fast) alles so war wie vor Corona: Die Leute standen dicht beisammen (jedenfalls keine anderthalb Meter auseinander), und einen Handschlag zur Begrüßung gab’s auch. Hoffen wir mal, dass nichts passiert ist. Unvorsichtig war das trotzdem.

Es sind meistens nicht die Hersfelder selbst, sondern die Gäste unserer Stadt, denen so etwas auffällt: Das Innere des Robert-Heil-Turms auf dem Tageberg ist mal wieder übelst verdreckt. Die Hinterlassenschaften diverser Dreckspatzen reichen von ärgerlich bis ekelhaft und sorgen für einen denkbar schlechten Eindruck bei allen Besuchern, die sich hier auf schöne Ausblicke zur Stadt freuen.

Rekordverdächtig ist die Tagesordnung der nächsten Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 25. Juni: Sage und schreibe 48 Punkte stehen drauf, und eigentlich sind es noch viel mehr: Weil während des Corona-Shutdowns der Haupt- und Finanzausschuss ersatzweise Beschlüsse fasste, müssen diese nun nachträglich durch das gesamte Parlament bestätigt werden. Unter Punkt 5 werden diese 12 Themen also noch einmal behandelt.

Man darf natürlich darauf hoffen, dass Stadtverordnetenvorsteher Lothar Seitz im Ältestenrat eine pragmatische Lösung anstreben wird, um das Mammut-Programm etwas einzudampfen. So werden unstrittige Punkte und Routineangelegenheiten oft „ohne Aussprache“ behandelt, also aufgerufen und dann gleich beschlossen. Aber selbst dann wird noch ein ordentliches Stück Arbeit zu erledigen sein.

Ich habe immer wieder mal gemeckert, deswegen muss ich jetzt auch Vollzug melden: Die beiden elektronischen Anzeigen am Bad Hersfelder Bahnhof, die wochenlang nur blaues Licht von sich gaben, funktionieren wieder und informieren über die nächsten Abfahrten. Geht doch.

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