Mehrheit gegen Ausgründung

Hersfelder Festspiele: Festspiel-GmbH scheitert an einer Stimme

Bad Hersfeld. Die Ausgründung der Bad Hersfelder Festspiele in eine gemeinnützige GmbH ist in der Stadtverordnetenversammlung an einer Stimme gescheitert.

SPD, Grüne/NBL, Die Linke und der fraktionslose Parlamentarier Jochen Kreissl (NBL) stimmten gegen den Weg in eine neue Gesellschaftsform, die 19 Ja-Stimmen von CDU, FDP, UBH und FWG reichten nicht aus. Zuvor wurden die bekannten Argumente ausgetauscht, die auch schon in den Sitzungen der vergangenen Wochen zu hören waren. 

Die Befürworter plädierten dafür, den Festspielen mit Intendant Joern Hinkel an der Spitze den erklärten Wunsch nach der neuen Gesellschaftsform zu erfüllen, von der sich die Theatermacher größere Flexibilität versprechen. Man wolle den Festspielen die „bestmöglichen Voraussetzungen schaffen“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Andreas Rey. Auch Michael Barth (FWG) sah in der gGmbH einen „richtigen Schritt in die Zukunft“.

Hans-Jürgen Schülbe (UBH) betrachtete eine Ablehnung mit Sorge, weil seiner Ansicht nach dann auch der hohe Zuschuss des Landes von mehr als 700.000 Euro in Frage stehe. Auch Bernd Böhle hatte sich für mehr Planungssicherheit bei den Festspielen ausgesprochen. SPD-Fraktionschef Karsten Vollmar sprach hingegen von seinen negativen Erfahrungen mit den städtischen Aufsichtsräten, was Transparenz, Offenheit und Ehrlichkeit angehe. 

Andrea Zietz (Die Grünen/NBL) beklagte, dass sich Bürgermeister Thomas Fehling nach seiner Rede zur Festspiel-Eröffnung im Juli nicht weiter um das Thema gekümmert habe. Bisher sind die Festspiele ein städtischer Regiebetrieb, der direkt aus dem städtischen Haushalt finanziert wird. Der Zuschuss von derzeit rund 1,4 Millionen Euro ist eine sogenannte freiwillige Leistung, die bei kritischer Haushaltslage möglicherweise auf dem Prüftstand steht.

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