Die Sprache der Musik

Festakt am Obersberg: 100 Jahre Sängerkreis Hersfeld

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Aus allen fünf Sängerbezirken waren Chöre und Chorgemeinschaften dabei: Im Bild der MGV Liederkranz 1887 Friedlos unter der Leitung von Alexander Maier.

Chöre und Chorgemeinschaften aus allen fünf Sängerbezirken gaben beim Festakt zum 100-jährigen Bestehen des Sängerkreises Hersfeld Einblicke in ihr Repertoire.

„Die Sprache der Musik bereichert das Leben, und diese Erfahrung spornt uns immer wieder an, in einem Chor diese Sprache weiter zu erlernen und auszuüben – und dies bereitet nicht zuletzt auch Freude“, meinte Helmut Großenbach, Ehrenvorsitzender des Sängerkreises Hersfeld in seiner Begrüßungsrede zur Feier anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Sängerkreises Hersfeld.

Michael Roth, Staatsminister für Europa (SPD), sprach dann in seiner Festrede an, dass die Sänger 1919 nach dem verheerenden Ersten Weltkrieg zunächst auch im Gesang sich ihrer eigenen Identität versichern wollten. Heute nach hundert Jahren drücken dagegen die Chöre eine gewisse Weltoffenheit aus und singen Lieder aus vielen Ländern. Sich auf andere Kulturen einzulassen, internationale Begegnungen zu machen, das spiegele den heutigen Duktus wider. Insofern ginge von den Chören auch eine politische Dimension aus, gerade auch für Europa.

Landrat Dr. Michael Koch äußerte mit Stolz, dass er mit dem Audi Max, dem größten Hörsaal, eine kreiseigene Liegenschaft für diesen bedeutenden Anlass zur Verfügung stellen konnte und würdigte das Engagement des Sängerkreises. Die Landtagsabgeordneten Kaya Kinkel und Torsten Warnecke überbrachten zudem Glückwünsche und Stadtrat Hans Vierheller die Grüße der städtischen Gremien. Im Zentrum der Jubiläumsveranstaltung stand aber natürlich der Chorgesang.

Aus allen fünf Sängerbezirken gaben Chöre und Chorgemeinschaften einen Einblick in das vielgestaltige Repertoire der Sängerinnen und Sänger. Traditionelles stand neben Modernem, Ernstes neben Heiterem. Junge und ältere Sängerinnen und Sänger profilierten sich auf ihre jeweils eigene Weise – so die Männerchöre Sängerbund Eintracht Haunetal unter Leitung von Elena Töws, Helmut Hess und Helmut Eidam, der Frauenchor Schenklengsfeld unter Leitung von Marcel Schennink, das Vokalensemble Canta Nova unter Leitung von Karl-Heinz Becker, die Männerchöre Werratal unter Leitung von Thomas Martens und Johannes Zajanskowski, der MGV Liederkranz 1887 Friedlos unter Leitung von Alexander Maier und der Chor der Modell- und Gesamtschule Obersberg unter Leitung von Ulli Meiß. 

Nicht zuletzt beeindruckte das breite und ausgefeilte Spektrum auch Klaus Trollhagen, Vizepräsident des Mitteldeutschen Sängerbundes, und Peter Jerabeck, stellvertretender Bundeschorleiter. Beide waren vom Dachverband eigens von weit her angereist. Zum Schluss als Krönung der Jubiläumsveranstaltung, sangen alle Chöre mit ihren etwa 300 Sängerinnen und Sängern noch unter Leitung von Ulli Meiß gemeinsam Ludwig van Beethovens Ode an die Freude „Freude schöner Götterfunken… – alle Menschen werden Brüder.“ Mögen die Chöre auch dazu beitragen. (bm)

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