Bad Hersfelder Festspiele

Fasziniert von Goethe: Philipp Büttner spielt den jungen Dichterfürsten

Eine tolle Rolle, die alles bietet: Philipp Büttner freut sich, den Johann Goethe in Bad Hersfeld spielen zu können und kommt auch mit dem wechselhaften Wetter gut klar.
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Eine tolle Rolle, die alles bietet: Philipp Büttner freut sich, den Johann Goethe in Bad Hersfeld spielen zu können und kommt auch mit dem wechselhaften Wetter gut klar.

Philipp Büttner spielt bei den Bad Hersfelder Festspielen im Musical Goethe den jungen Dichterfürsten.

Bad Hersfeld – Es ist einer von diesen Tagen, wo der Regen gar nicht mehr aufhören will, als Philipp Büttner zum Gespräch mit der Hersfelder Zeitung verabredet ist. Doch der Schauspieler und Sänger, der als junger Goethe im Musical begeistert, schüttelt sich das Wasser aus den langen Locken und nimmt’s gelassen. „Das gehört ja irgendwie dazu“, meint er und lacht.

Zudem gebe es Szenen, wo Regen richtig gut passt – auf dem Friedhof zum Beispiel oder auch, wenn er und Lotte sich vor einem Unwetter in eine Ruine flüchten.

Mit dem Musical „Goethe!“, das in diesem Jahr in Bad Hersfeld uraufgeführt wurde, hat Philipp Büttner schon länger zu tun. Bereits vor fünf Jahren war er bei einer Audition, einem Vorspieltermin, für eine Leseversion des Stücks, bei der die Macher (Gil Mehmert, Frank Ramond und Martin Lingnau) ausprobieren wollten, wie das Musical funktioniert. Er hat auch bei den Studentenvorführungen an der Folkwang-Universität, wo Gil Mehmert Professor ist, in einigen Vorstellungen den Goethe gespielt. „Das ist eine tolle Rolle, in der man so viel singen und spielen kann“, schwärmt er. „Sie bietet alles, was man sich als Schauspieler und Sänger wünscht.“ Philipp Büttner ist überzeugt, dass das Musical „Goethe!“ Potenzial hat. „Ich sehe auf jeden Fall einen Markt dafür“, sagt er.

Dass dieser Goethe nicht unbedingt dem historischen Vorbild entspricht, das ist Philipp Büttner bewusst. In dem jungen Menschen, der mit Leidenschaft schreiben, der Künstler werden und etwas verändern will, erkennt Büttner aber schon den großen deutschen Dichter und seinen Werther wieder. Er freut sich, dass er mit seiner Figur dem Publikum, in dem auch immer wieder junge Menschen sitzen, auch Originaltexte von Goethe nahe bringen kann und ist überrascht, wie viel Energie diese Texte in Kombination mit Musik bekommen. Das sei ein guter Weg, den Menschen Goethe zugänglich zu machen, ist er überzeugt.

Im Gegensatz zum jungen Goethe habe er das Glück gehabt, dass seine Eltern seinen Berufswunsch und seine künstlerischen Ambitionen immer unterstützt hätten, auch wenn sie selber wenig Zugang zum Theater gehabt hätten, erzählt Büttner. Schon als kleiner Junge, mit vier oder fünf Jahren, wusste der aus Würzburg stammende Büttner, dass er Sänger oder Schauspieler werden will. „Ich habe den ganzen Tag nichts anderes gemacht, als zu singen“, erzählt er. Später sang er in Chören und spielte in Theatergruppen und war begeistert, als er mit 14 Jahren sein erstes Musical sah und feststellte, dass es das, was er machen wollte, auch als Beruf gab.

Philipp Büttner investierte seine ganze Freizeit in seine Leidenschaft, nahm Gesangs- und Tanzunterricht und nahm an Tanzturnieren teil.

Der Erfolg gab ihm recht. Nach dem Abitur wurde Philipp Büttner an der Bayerischen Theaterakademie August Everding angenommen. Als einer von acht Musical-Studenten hatte er sich gegen mehrere hundert Mitbewerber durchgesetzt.

Inzwischen war Philipp Büttner in zahlreichen Musical-Produktionen zu sehen, zuletzt vier Jahre lang als Aladdin in Hamburg und dann in Stuttgart. Leichter geworden ist das Leben und Überleben für Schauspieler und Künstler in Zeiten der Pandemie allerdings nicht. Büttner hätte sich da eine bessere staatliche Unterstützung gewünscht. Und er stellt fest, dass jetzt „viele katastrophale Verträge mit Corona-Klauseln“ angeboten würden.

Er selbst hat sich mit verschiedenen Online-Projekten, Konzerten und Gesangsunterricht ein zweites Standbein aufgebaut und hofft, dass die vielfältige Kultur- und Theaterlandschaft in Deutschland, die es so nirgendwo sonst gebe, die Pandemie überlebt. (Christine Zacharias)

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