Datenbank informiert über Empfänger von Agrar-Subventionen

EU zahlt Bauern im Kreis Hersfeld-Rotenburg 13,4 Millionen

Hersfeld-Rotenburg. Die EU hat im letzten Jahr insgesamt 13,4 Millionen Euro als Agrar-Subventionen an 1255 Landwirte und andere Begünstigte im Kreis Hersfeld-Rotenburg gezahlt.

Das geht aus einer öffentlich einsehbaren Datenbank der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hervor.

Am meisten Geld floss nach Bad Hersfeld und Ludwigsau (insgesamt 1,81 Mio.), die in der Datenbank aufgrund derselben Postleitzahl nur zusammen aufgeführt werden, sowie Bebra (1,39 Mio.), Schenklengsfeld (1,07 Mio.) und Alheim (1,03 Mio.). Größter Einzel-Begünstigter ist allerdings kein Landwirt, sondern die Marktgemeinde Haunetal mit 197 624 Euro. Grund dafür ist, dass die sogenannte Agrarhilfe aus zwei großen Töpfen gezahlt wird. Aus einem Topf fließt Geld als Direktzahlungen an die Landwirte. Aus dem anderen, und davon profitierte auch die Marktgemeinde, kommt Geld für die Entwicklung des ländlichen Raums. Der überwiegende Teil der 1255 Antragssteller aus dem Landkreis hat jedoch einen landwirtschaftlichen Hintergrund.

Die einzelnen Namen der Begünstigten sowie die exakten Geldbeträge waren jahrelang geheim gehalten worden. Nach einer entsprechenden EU-Verordnung musste die Bundesanstalt diese Daten aber für die Öffentlichkeit freischalten.

„Die Förderungen machen inzwischen den größten Teil des betrieblichen Einkommens von Landwirten aus“, betont Friedhelm Diegel, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes. So gut wie kein Landwirt könne auf das Geld verzichten. Als Gegenleistung für die Förderung müssen die Begünstigten teils strenge Kontrollen über sich ergehen lassen. Ein Landwirt aus dem Kreisteil Rotenburg, der anonym bleiben möchte, sagte unserer Zeitung, er sei allein zwischen September und Weihnachten neunmal kontrolliert worden. 

Das sagen die Zahlen aus der Datenbank aus:

Wer wissen möchte, welcher Landwirt wie viel Geld aus Brüssel erhält, erfährt Namen und Geldbeträge direkt aus der Datenbank. Lediglich diejenigen, die weniger als 1250 Euro bekommen, tauchen in der Statistik als anonyme Kleinempfänger auf. Aussagekräftig sind die nackten Zahlen allerdings nur bedingt. Wer eine hohe Fördersumme einstreicht, ist nicht unbedingt reicher als Landwirte, die weniger aus Brüssel bekommen. Auch verraten die Geldbeträge nichts über gute oder schlechte Betriebsführung. Vielmehr berechnen sich die Subventionen nach der Größe des Hofes. Sie orientieren sich zudem an getätigten Investitionen und besonderen Naturschutzleistungen. (ses)

Die Datenbank im Internet: www.agrar-fischerei-zahlungen.de/suche

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Rubriklistenbild: © Brunhilde Miehe/Archiv HZ

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