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Malte von der Lühe ist pädagogischer Leiter der Kreismusikschule

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Von: Nadine Meier-Maaz

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Die Trompete ist sein Instrument: Malte von der Lühe ist seit Mitte April pädagogischer Leiter der Musikschule des Landkreises Hersfeld-Rotenburg. Als solcher hat er organisatorische Aufgaben, kann aber auch noch unterrichten.
Die Trompete ist sein Instrument: Malte von der Lühe ist seit Mitte April pädagogischer Leiter der Musikschule des Landkreises Hersfeld-Rotenburg. Als solcher hat er organisatorische Aufgaben, kann aber auch noch unterrichten. © Nadine Meier-Maaz

Dass er mit Musik später mal seinen Lebensunterhalt bestreiten würde, hätte Malte von der Lühe im Kindesalter wohl kaum gedacht.

Hersfeld-Rotenburg - Seit April 2021 ist der 31-Jährige pädagogischer Leiter der Musikschule des Kreises Hersfeld-Rotenburg. Er trat die Nachfolge von Sabine Schweiger an und komplettierte so das Führungsteam wieder, dem noch Timo Wichmann als Verwaltungsleiter angehört.

Von der Lühe stammt aus einer großen Familie beziehungsweise aus einem Pfarrhaus, und als seine Mutter und sein Bruder irgendwann in den Posaunenchor eintraten, habe auch er unbedingt dabei sein wollen. So kam er schließlich zum Trompetespielen – doch auch das „war nicht gleich die große Liebe“, wie der inzwischen studierte Musiker zugibt. Erst später, als er an der Musikschule Unterricht genommen und auch allein mehr geübt habe, hätten sowohl der Spaß als auch der Erfolg zugenommen. Mit 16 oder 17 habe er schließlich erstmals daran gedacht, beruflich etwas aus seinem Hobby machen zu wollen.

Mit 18 nahm er Unterricht bei einem Lehrer, der an der Musikakademie Frankfurt tätig war, und um überhaupt an der Aufnahmeprüfung für das Musikstudium teilnehmen zu können, begann er zusätzlich mit Klavier. Von der Lühe war in verschiedenen Ensembles, einer Bigband, aber auch weiterhin im Posaunenchor engagiert. Ab 2011 unterrichtete er selbst die ersten Schüler. „Ich habe mich relativ schnell auf die Pädagogik konzentriert“, sagt er mit Blick auf sein Studium. „Das Unterrichten hat mir immer Spaß gemacht, mich hat aber auch die Wissenschaft dahinter interessiert.“ Eine Karriere als Orchestermusiker habe er nie angestrebt.

Als pädagogischer Leiter der Kreismusikschule ist der 31-Jährige vor allem für die Unterrichts- und Angebotsplanung sowie die Kommunikation mit den derzeit knapp über 30 Lehrkräften zuständig. Die Planung von Projekten, Veranstaltungen und Konzerten fällt ebenso in seinen Bereich. Mit einer halben Stelle kann von der Lühe aber auch noch unterrichten, was ihn besonders freut. Erwachsene lernen übrigens anders als Kinder, die sich viel über Imitation aneignen, während Erwachsene eher kognitiv vorgingen, mehr Theorie und Erklärungen wollten. Aber: „Man ist nie zu alt, um ein Instrument zu erlernen“, so der Experte.

An der Trompete mag der Musikschulleiter vor allem den Klang, der nah am Gesang sei. Gleichzeitig sei sie ein sehr kraftvolles Instrument, weshalb sie vermutlich auch bei kleinen Jungen oft beliebt sei, wie von der Lühe lachend vermutet. Er ist selbst vor Kurzem Vater geworden, noch wird zu Hause aber nur viel gesungen. Darüber hinaus biete die Trompete eine große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten – von klassischer Musik über Jazz bis hin zur Popmusik. Die Trompete sei in traditionellen Musikkappellen ebenso gefragt wie in Brassbands. Den Blechbläserbereich wieder aufleben lassen, das hat sich von der Lühe auch für die Musikschule vorgenommen. „Da ist noch Luft nach oben“, sagt er.

Die Stellenausschreibung kam gerade recht, als er nicht mehr nur freiberuflich habe arbeiten wollen und er sich deshalb nach freien Stellen im Umfeld von Frankfurt umgeschaut habe. Aktuell pendelt der 31-Jährige noch aus Offenbach, doch zu Bad Hersfeld, wo die Musikschule ihren Sitz an der Konrad-Duden-Schule hat, dürfte er dennoch ein besonderes Verhältnis haben: Sein Vater kommt aus der Kreisstadt und hatte ausgerechnet die alte Klosterschule – heute KDS – besucht.

Zur Person: Malte von der Lühe (31 Jahre) ist im Schwalm-Eder-Kreis aufgewachsen und hat auch dort die Musikschule besucht. Nach der Schule leistete er zunächst Zivildienst und bereitete sich auf die obligatorische Aufnahmeprüfung vor, bevor er 2013 ein Musikstudium mit dem Hauptfach Trompete an der Musikakademie Dr. Hoch’s Konservatorium – Musikakademie in Frankfurt am Main aufnahm. Anschließend absolvierte er noch ein Masterstudium der Musikpädagogik an der Musikhochschule Frankfurt. Aktuell pendelt er noch von Offenbach zur Musikschule nach Bad Hersfeld. Die Zeit im Zug nutzt er gerne zum Lesen. Ansonsten fühlt er sich im und auf dem Wasser wohl, früher hat der 31-Jährige zudem Tischtennis gespielt. 

Von Nadine Meier-Maaz

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