Schausteller glücklich

Es duftet nach Lolls: Bude auf dem Bad Hersfelder Marktplatz gut angenommen

Ein Hauch von Lullusfest: Die Lollsbude am Platz des Fierche, in der Waffeln, gebrannte Mandeln, Popcorn und Lullusfest-Fanartikel verkauft werden, wird von den Hersfeldern gut angenommen. Unser Bild zeigt Stefan Kopetschek vom Lullusfestverein (links) und Uwe Wyhnorohdniak von der Mandelbrennerei.
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Ein Hauch von Lullusfest: Die Lollsbude am Platz des Fierche, in der Waffeln, gebrannte Mandeln, Popcorn und Lullusfest-Fanartikel verkauft werden, wird von den Hersfeldern gut angenommen. Unser Bild zeigt Stefan Kopetschek vom Lullusfestverein (links) und Uwe Wyhnorohdniak von der Mandelbrennerei.

Ein Hauch von Lullusfest: Die Lollsbude am Platz des Fierche, in der Waffeln, gebrannte Mandeln, Popcorn und Lullusfest-Fanartikel verkauft werden, wird von den Hersfeldern gut angenommen.

Bad Hersfeld – Ein Hauch von Lolls liegt in der Luft. Dort, wo normalerweise das Festzelt stünde, die Feuergrube vorbereitet worden wäre und große Holzstapel auf ihren Einsatz im Fierche warten würden, steht eine einzelne, einladend beleuchtete Bude. Von dort zieht der Duft von gebrannten Mandeln und Popcorn über den Linggplatz.

Die Bude, die auf Initiative des Lullusfestvereins aufgebaut wurde, teilen sich die Mandelbrennerei von Uwe Wynohradnyk, die Firma Stüß mit süßen Waffeln und eben der Lullusfestverein mit zahlreichen Fan-Artikeln. Der Andrang ist groß, immer wieder bilden sich Schlangen.

„Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz“, sagt Stefan Kopetschek, Vorsitzender des Vereins. Die Leute kauften nicht nur ein, sie seien auch unheimlich dankbar, dass wenigstens ein bisschen etwas stattfindet, dass sie einen Geschmack von Lolls mit nach Hause nehmen können. In stetigem Strom werden gebrannte Mandeln, Waffeltüten und -eimer, Beutel mit süßem Popcorn, große und kleine Flaschen mit Lullusfeuer und allerlei Fan-Artikel – plüschige Feuermeisterfiguren, Anstecker, Duftkerzen und Pakete mit verschiedenen Artikeln – über den Tresen gereicht.

„Wir sind überglücklich, dass das Angebot so positiv wahrgenommen wird“, sagt Uwe Wynohradnyk. Für die Schaustellerbetriebe sei dieses Jahr eine Katastrophe. „Wir haben eine vollständige Volksfestsaison verloren und freuen uns über jedes bisschen Umsatz, das dazu beiträgt, nicht die Rücklagen angreifen zu müssen.“

Viele der Kunden seien richtig froh über das Angebot und bedankten sich, berichtet Wynohradnyk. Auch die ersten Kindertagesstätten seien schon da gewesen, hätten eine kräftige Attacke geschmettert und dafür als Belohnung Popcorn und Waffeln erhalten, erzählt er. „Das ist wunderschön und gibt uns das Gefühl, hier das Richtige zu tun.“

Auch Wynohradnyk selbst vermisst das Lullusfest, nicht nur, weil er mit seiner Bude dort immer gute Geschäfte gemacht hat. Seit seiner Kindheit sei er praktisch jedes Jahr im Oktober in Bad Hersfeld gewesen, erst mit den Eltern, jetzt mit dem eigenen Stand. Viele Bad Hersfelder kennen ihn und freuen sich auf ein kleines Schwätzchen. Und das hält Uwe Wynohradnyk gerne, während er gleichzeitig im großen Kessel ein Schippchen Zucker karamellisieren lässt, ein Löffelchen Zimt und Gewürze zugibt, eine Kelle Wasser und dann Mandeln oder Nüsse, die er mit dem großen Holzlöffel rührt, bis sie knusprig und von der süßen Masse überzogen sind. Gleichzeitig bedient er die Popcornmaschine und verkauft ein paar Tüten der süßen Köstlichkeiten.

„Wir hatten in diesem Jahr 96 Prozent Ausfall mit dem Imbiss und auch hohe Verluste bei den Waffeln“, berichtet Marie-Luise Wenderoth von der Firma Stüß. Auch sie ist glücklich, jetzt in Bad Hersfeld sein zu können, während der Lollswoche dann in der City-Galerie. „Jetzt hoffen wir auf die Weihnachtsmärkte in Kassel und Göttingen“, sagt sie und hofft, dass es irgendwie weitergehen wird.

„Hier riecht es so schön nach Lullusfest“, schwärmt eine Kundin, bevor sie glücklich mit einer Tüte Mandeln abzieht. „Das ist wenigstens so ein bisschen Lolls-Feeling“, meint eine andere. Eine junge Frau dagegen ist richtig wütend: „Man hätte zumindest das Feuer anzünden können“, beschwert sie sich und verweist auf andere Städte, in denen es reduzierte Volksfeste gab. (Christine Zacharias)

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