Zu Besuch bei Künstlern

Erster Bad Hersfelder Kunstspaziergang lockte viele Interessierte an

Sehen und staunen: die Teilnehmer des Kunstspaziergangs im Gespräch mit Künstlerin Silke Joy Brandenstein (rechts). Sabine Kampmann (3. von rechts) ist eine der Initiatorinnen der Veranstaltung, die Einblicke in mehrere künstlerische Arbeitsstätten ermöglichte.  

Bad HERSFELD. Das Spektrum war groß, das sich dem interessierten Betrachter beim ersten Bad Hersfelder Kunstspaziergang bot.

Von Töpferwaren über Actionpainting, verschiedene Maltechniken und -stile sowie ausgeklügelte „Gesamtkunstwerke“, bei denen neben Raum und Bild auch Musik und Wort eine wesentliche Rolle spielten.

Und welche Vielfalt verschiedener Ateliers sich da in einem relativ kleinen Radius innerhalb der Stadt verbirgt, das wollten offensichtlich viele wissen. Und auch die Möglichkeit, den Künstlern über die Schulter zu schauen, wurde intensiv genutzt. Der Andrang war groß und der Platz in manchen der Ateliers der verschiedenen Künstler wurde knapp.

Geplant als „Testlauf“ für eine ähnliche Veranstaltung während des Hessentages, hatte der Kunstspaziergang auch den Nebeneffekt, dass sich auch die Künstler untereinander kennen lernten und neue Kontakte knüpfen konnten. Der Vorsitzende des Bad Hersfelder Kunstvereins, Gerhard Zinn, nutzte die Gelegenheit auch dazu, während des Besuches in der Kinderakademie am Alten Brauhaus, die Arbeit des Vereins als weitere Vernetzungsmöglichkeit vorzustellen.

Er sagte auch, dass der Kunstverein, froh über einen festen Ausstellungsraum wäre, der auch Veranstaltungen mit auswärtigen Künstlern und verlässliche Ausstellungsmöglichkeiten für die eigenen Mitglieder böte. Schließlich würden Bilder geschaffen, um gezeigt zu werden und nicht um ungesehen in Ateliers zu verstauben.

Schon an der ersten Station, dem Atelier von Sabine Kampmann in der Weinstraße, wurden den Teilnehmenden neben Bildern auch Lyrik und Musik geboten. Bunt und intuitiv ging es am Marktplatz bei Silke „Joy“ Brandenstein zu, die am liebsten großformatige, sehr farbenfrohe Werke schafft, deren Entstehungsprozess völlig intuitiv und emotionsgesteuert ist. Der Fußboden ist bei ihr der wichtigste Arbeitsplatz, was in ihrem Atelier auch deutlich zu erkennen ist.

Über die Kinderakademie, das Keramik-Atelier von Siggi Bernt in der Johannesstraße, die Kunstwerkstatt von Hildegund Bode und die Galerie Rotation 31, in der die Malerin Renate Wandel jeweils nur einen Bruchteil ihres umfangreichen Werkes zeigen kann, ging es weiter. Der Kunstspaziergang endete im „Atelier 9“ in der Dudenstraße, wo gleich mehrere Künstler ihren Arbeitsplatz gefunden haben.

Als besonders inspirierend erwies sich die große Vielfalt der Stile und Werke. Für jeden Geschmack war etwas dabei, alles hat seinen Platz und seinen ganz eigenen Wert. Und am Schluss blieb die Erkenntnis, dass man nicht unbedingt in die großen Metropolen fahren muss, um Kunst erleben zu können. Das geht auch vor der eigenen Haustür. (uj)

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