1. Hersfelder Zeitung
  2. Bad Hersfeld

In der Stiftsruine war er der „Mann von La Mancha“

Erstellt:

Von: Nadine Meier-Maaz

Kommentare

Der Mann von la Mancha: 1982 spielte Ernst Stankovski die Hauptrolle im ersten Musical, das in der Bad Hersfelder Stiftsruine gezeigt wurde (Bild links).
Der Mann von la Mancha: 1982 spielte Ernst Stankovski die Hauptrolle im ersten Musical, das in der Bad Hersfelder Stiftsruine gezeigt wurde. © Arno Bingel/HZ-Archiv

Er war Schauspieler, Sänger, Regisseur, Kabarettist, Moderator – und in Bad Hersfeld „Der Mann von La Mancha“. Jetzt ist Ernst Stankovski im Alter von 93 Jahren verstorben.

Bad Hersfeld - Der gebürtige Wiener, der dank der TV-Show „Erkennen Sie die Melodie?“ bereits eine bundesweite Berühmtheit war, spielte 1982 in der Inszenierung von Karl Vibach die Hauptrolle des Ritters von der traurigen Gestalt, Don Quijote. Es war das erste Musical, das bei den Bad Hersfelder Festspielen aufgeführt wurde, und das nicht nur zu einem sensationellen Erfolg wurde, sondern auch eine Zäsur in der Geschichte des Theaterfestivals bedeutete. Gemeinsam mit Jörg Schneider erhielt Stankovski damals den Großen Hersfeld-Preis.

„Er hat Festspielgeschichte geschrieben“, heißt es denn auch auf der Facebook-Seite der Festspiele, die kurz nach seinem Tod am 26. Januar mit einem Foto aus „Der Mann von La Mancha“ an den bekannten Darsteller erinnerten. Einem breiten Fernsehpublikum dürfte Stankovski aber unter anderem auch aus Traumschiff, Tatort und Der Bulle von Tölz bekannt gewesen sein, die Liste seiner Filmografie ist lang.

1982 mit Ernst Stankovski zusammengearbeitet hatte auch Helgo Hahn. Der Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine war damals als junger Musiklehrer für die musikalische Einstudierung zuständig, und erinnert sich gerne an die gemeinsame Zeit mit Stankovski zurück, mit dem er über die Jahre Kontakt hielt. „Er hat in jeder freien Minute trainiert.“

2008 war Stankovski auf Einladung der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine mit seinem Programm „Keine Spur von Literatur“ in der Aula der Konrad-Duden-Schule zu Gast, wo er es sich nicht nehmen ließ, Programmhefte und Zeitungsartikel aus der HZ von 1982 zu signieren. 2012 hätte er dann eigentlich erneut auf der Bühne in der Stiftsruine stehen sollen – als Mynheer Pieter Peeperkorn in „Der Zauberberg“, doch dieses Engagement musste er wenige Tage vor dem Probenbeginn für die 62. Bad Hersfelder Festspiele krankheitsbedingt absagen.

Auf die Bühne der Stiftsruine kehrte der charmante Österreicher jedoch im Sommer 2013 zurück – Helgo Hahn hatte ihn als Ehrengast zur Hersfeldpreis-Verleihung eingeladen, wo er trotz seines bereits hohen Alters noch mal mit seinen stimmlichen Qualitäten beeindruckte. Er blieb mehrere Tage in der Stadt und sah sich die Ruine laut Hahn aus wirklich jedem Blickwinkel an. Auf dem Weg zum Bahnhof habe er damals aber schon gesagt: „Das war mein letzter Auftritt auf einer Bühne.“ (Nadine Meier-Maaz)

Auch interessant

Kommentare