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Erneute Ehrenrunde für Vereinsförderung in Bad Hersfeld

Bei den Dauerthemen Sportentwicklungsplan und Vereinsförderung kommt die Bad Hersfelder Stadtpolitik – wenn überhaupt – nur in kleinsten Schritten voran.
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Bei den Dauerthemen Sportentwicklungsplan und Vereinsförderung kommt die Bad Hersfelder Stadtpolitik – wenn überhaupt – nur in kleinsten Schritten voran.

Bei den Dauerthemen Sportentwicklungsplan und Vereinsförderung kommt die Bad Hersfelder Stadtpolitik – wenn überhaupt – nur in kleinsten Schritten voran.

So musste sich der Stadtverordnetenausschuss für Soziales und Sport in beiden Punkten ein weiteres Mal vertagen.

Ein Beschluss zur umstrittenen Neugestaltung der Vereinsförderung, die nach dem Willen der Stadtpolitiker die Jugendarbeit stärker berücksichtigen soll, scheiterte an aktuellen Entwicklungen: Erst in seiner Sitzung am Montag hatte der Magistrat die Vorlage erneut überarbeiten lassen, sodass am Tag danach im Ausschuss lediglich der nunmehr überholte Beschlussvorschlag auf den Tischen lag. 

Weil die Parlamentarier die neuen Zahlen erst in den Fraktionen besprechen und außerdem die Vereine informieren wollen, dreht dieser Tagesordnungspunkt zum wiederholten Male eine Ehrenrunde im Sitzungszug.

Kurzfristige Veränderung der Balance

Konkret ging es darum, dass das im von der Verwaltung ausgeklügelten Punktesystem, das nicht nur die Zahl der Mitglieder, sondern auch Sparten und Immobilien bewertet, kurzfristig die Balance verändert worden war. Jugendliche Mitglieder sollten höher bewertet werden als bisher.

Weil als Fördersumme ein gedeckelter Gesamtbetrag von rund 120 000 Euro zur Verfügung steht, musste die bei der Stadt zuständige Mitarbeiterin Silvana Wohlgemuth ihr Rechenmodell entsprechend anpassen. Mehr Punkte für die Jugend bedeuteten weniger Punkte für die Sparten oder auch für die Senioren. Außerdem werden Vereinsheime jetzt nicht mehr mit Punkten, sondern mit Festbeträgen einbezogen.

Geringe Förderung für viele Vereine 

Wie Michael Barth (FWG) zurecht monierte, bedeutet die neue Berechnung, dass zahlreiche Vereine eine spürbar geringere Förderung erhalten als bisher kommuniziert. Das könne nicht einfach so beschlossen, sondern müsse erst besprochen werden. Denn bis auf einen Verein hatten alle anderen der bisherigen Berechnungsformel zugestimmt oder sich zumindest nicht ablehnend geäußert.

Barths Sichtweise wurde von den übrigen Ausschussmitgliedern geteilt, sodass keine abschließende Entscheidung möglich war.

In Sachen Sportentwicklungsplan hat Silvana Wohlgemuth externen Beratungsbedarf angemeldet. Da alle ihre bisherigen Vorschläge und Vorlagen immer wieder neu und kontrovers diskutiert worden waren, soll das Thema nun von Profis moderiert werden. 30 000 Euro wären dafür im Haushalt einzuplanen.

Wunschzettel wird auf Normalmaß schrumpfen

Der wird im Übrigen eng gestrickt sein: Wie Bürgermeister Thomas Fehling vorsorglich mitteilte, werden die üppigen Anmeldungen der Fachbereiche nur zum geringen Teil berücksichtigt werden können. Der im Umfeld des Hessentages großzügig bedachte Wunschzettel wird demnach in den nächsten Jahren wieder auf Normalmaß schrumpfen müssen. Der Haushalt 2020 soll am kommenden Montag vom Magistrat beraten und am 7. November dann den Stadtverordneten vorgestellt werden. (ks)

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