Forderung nach Tarifbindung

Erneut Streik bei Amazon auch in Bad Hersfeld

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Bei Amazon in Bad Hersfeld wird wieder gestreikt. Unser Foto entstand bei einem Streik im November in der Schildehalle. 

Bad Hersfeld. Beim Internetversandhändler Amazon in Bad Hersfeld sind die Beschäftigten wieder in den Streik getreten. Ziel sind unter anderem "existenzsichernde Löhne". 

Weitere Streiks gibt es an den Standorten Rheinberg und Werne (NRW), Koblenz (Rheinland-Pfalz) und Leipzig (Sachsen). Die Arbeitsniederlegungen dauern vorläufig bis zum 3. Mai (Koblenz) beziehungsweise bis zum 4. Mai (Bad Hersfeld, Rheinberg, Werne, Leipzig) an. Die Streiks begannen am frühen Donnerstagmorgen.

„Die Beschäftigten streiken, weil sie existenzsichernde Löhne und gute Arbeitsbedingungen durchsetzen wollen. Sie verlangen, dass Amazon nicht mehr einseitig die Arbeitsbedingungen diktiert. Die Streiks finden auch im Zeichen der aktuellen Tarifrunde im Einzel- und Versandhandel statt", heißt es in der Pressemitteilung der Gewerkschaft Verdi. 

"Die Beschäftigten beim Versandhändler Amazon verlangen Reallohnsteigerungen und die Tarifbindung, damit das Unternehmen nicht zulasten aller Beschäftigten und anderer Unternehmen die Löhne und Arbeitsbedingungen drückt", heißt es in der Mitteilung weiter.

Verdi fordert, die Tarifverträge des Einzelhandels endlich wieder für allgemeinverbindlich erklären zu lassen, um die dramatische Erosion der Tarifbindung umzukehren. Eine Allgemeinverbindlichkeit würde dann auch für Amazon gelten“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Verdi fordert für den Einzelhandel in dieser Tarifrunde 6,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 163 Euro beziehungsweise einen Euro mehr pro Stunde. 

Amazon: "Wir sind fairer Arbeitgeber"

"Der lokale Streik hat keinen Einfluss auf die Einhaltung unseres Lieferversprechens, denn die überwältigende Mehrheit unserer Mitarbeiter arbeitet normal. Amazon beweist jeden Tag, dass man auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein kann. Wir bezahlen in unseren Logistikzentren am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich ist", heißt es in einer Reaktion von Amazon auf den erneuten Streik.

"In Bad Hersfeld beginnen die Mitarbeiter mit einem Lohn von umgerechnet 11,18 Euro brutto pro Stunde. Nach 24 Monaten sind es in Bad Hersfeld im Durchschnitt 2.266 Euro brutto im Monat, inklusive leistungsbezogene Boni und Jahressonderzahlung", heißt es  in der Mitteilung von Amazon weiter. "Zusätzlich profitieren Mitarbeiter von Aktien und weiteren Zusatzleistungen wie Sondervergütung für Überstunden, Lebens- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung oder Beiträgen für die betriebliche Altersvorsorge."

Für den Job als Versandmitarbeiter seinen keine Vorqualifikationen erforderlich. Wer möchte, kann sich selbst ein Bild von der Arbeit in den Logistikzentren machen und sich auf www.amazon.de/touren für eine Besucherführung unter anderem in Bad Hersfeld anmelden.

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