Eine Wand aus Rauch

Eindrucksvoller Test bei TROX X-FANS

Erfolgreicher Test einer Rauchschutzdruckanlage bei TROX in Bad Hersfeld
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Geglückter Versuch: Constantin Hohmann (rechts) demonstriert in einem Treppenhaus des Trox-Serienwerks die Wirksamkeit der Rauchschutzdruckanlage – der Rettungs- und Fluchtweg bleibt frei von Qualm.

Constantin Hohmann, Mitarbeiter von TROX X-FANS in Bad Hersfeld, wirkt nach außen hin ganz gelassen. Dabei steht sein großer Moment unmittelbar bevor.

Unter den Augen von zwei Dutzend Prüf-Ingenieuren des TÜV Süd will Hohmann demonstrieren, wie eine Rauchschutzdruckanlage (RDA) seiner Firma einen Treppenraum im Fall eines Feuers frei von Qualm und giftigen Brandgasen hält.

Das Katastrophen-Szenario will Hohmann nicht etwa anhand einer kleinen Modellanlage vorführen, sondern unter Realbedingungen in einem Gebäudeteil des TROX X-FANS-Serienwerks in der Heinz Trox Straße. Mit der Thematik beschäftigt sich der 25 Jahre alte Student der Technischen Hochschule Mittelhessen im Rahmen seiner Masterarbeit. Hohmann hat hier den Bildungsweg eines dualen Studiums gewählt, das das Lernen im Hörsaal mit der Praxis einer Ausbildung bei TROX X-FANS verbindet.

Rauchschutzdruckanlagen, so erläutert er, sind dann erforderlich und nach Baurecht vorgeschrieben, wenn kein zweiter Fluchtweg zur Verfügung steht. Weil viele ältere Gebäude nachgerüstet werden müssen, ist diese Technik ein Wachstumsmarkt. Da innerhalb der TROX-Gruppe, die ihren Hauptsitz in Neukirchen-Vluyn am Niederrhein hat, die meisten der dafür benötigten Komponenten hergestellt werden, ist es das erklärte Ziel von TROX X-FANS, Marktführer in diesem Geschäftsbereich zu werden. Dabei ist die Anlage mehr als ein großer Ventilator. Auf der Fachmesse ISH in Frankfurt hat TROX dieses Jahr unter dem Namen „myTROX“ eine umfassende Online-Plattform für seine Kunden vorgestellt. Hierüber wäre auch das Monitoring für eine Rauchdruckanlage darstellbar – von jedem beliebigen Ort aus.

Constantin Hohmann ist jetzt bereit. In einem Nebenraum erzeugt eine Nebelmaschine schon mächtig dichten Rauch. Hohmann schaltet den Ventilator ein, und öffnet vom Treppenraum aus die Tür. Der gewünschte Effekt ist eindrucksvoll und für jeden Beobachter ersichtlich: Wie eine Wand bleibt der künstliche Rauch im Türsturz stehen. Nicht die kleinste Schwade zieht ins Treppenraum, die Sicht bleibt so klar wie zuvor.

Wenn Constantin Hohmann die Anlage einem Kollegen erläutern müsste, dann würde sich das natürlich technischer lesen: Wenn es brennt sind Flucht- und Rettungswege lebenswichtig – und das nicht nur für Bewohner, sondern auch für die Feuerwehr. Sie benötigt freie Sicht zum schnellen Retten von Menschen und zum Löschen des Brandes. Wichtig ist das insbesondere in Hochhäusern. Hier gibt es häufig nur einen Rettungsweg, nämlich den Treppenraum. Und der ist im Falle des Falles häufig verraucht, so dass für die Flüchtenden eine Orientierung unmöglich wird.

Nach der geltenden Muster-Hochhaus-Richtlinie (MHHR) müssen Hochhäuser bis zu einer Höhe von 60 Metern mit zwei Treppenräumen oder einem Sicherheitstreppenraum mit einer Rauchschutzdruckanlage ausgestattet sein.

Eine solche Anlage erzeugt einen Überdruck im Treppenraum und verhindert dadurch, dass Rauch aus der Brandetage in den Treppenraum gelangt. Sie schützt also das Treppenraum im Brandfall mit einem kontrollierten Überdruck vor aus den umgebenden Räumen eindringendem Rauch und hält ihn rauchfrei. Eine Rauchdruckanlage wird vollautomatisch über die Brandmeldeanlage oder Rauchmelder ausgelöst und bringt kurz nach dem Einschalten ihre volle Leistung. Dadurch gewinnen die in den Gebäuden befindlichen Personen Zeit, sich zu orientieren. Wichtige Zeit, um die Notausgänge zu finden und ins Freie zu gelangen. Rauchschutzdruckanlagen sind aber nicht nur Lebensretter, sondern ermöglichen der Feuerwehr auch ein Vorrücken unter guter Sicht zum Brandherd und damit eine schnelle Rettung von Menschen in Gefahr und einen zielgerichteten Löschangriff. Die meisten Opfer bei einem Brand sterben nicht an den Flammen. Es ist der Rauch, der sie umbringt. Dabei wirkt der Rauch nicht nur tödlich, er macht auch die Orientierung unmöglich und verhindert einen effektiven Angriff der Feuerwehr.

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