MSO-Schulleiter verteidigt Entscheidung

Eltern kritisieren Terminwahl: Abifeier kollidiert mit Hessentag

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Abiturfeier in würdigem Rahmen: Seit einigen Jahren bekommen die Absolventen der Modellschule Obersberg ihre Zeugnisse im stimmungsvollen Ambiente des Ruinen-Gemäuers. Das Foto stammt aus dem Jahr 2017. 

Bad Hersfeld. Die zentrale Abiturfeier der Modellschule Obersberg soll in diesem Jahr am  letzten Tag des Hessentags stattfinden. Dagegen regt sich Widerstand. 

Zum Termin der Feier am 16. Juni 2019 findet auch der große Festumzug zum Hessentag in Bad Hersfeld statt. Gegen die Entscheidung der Schulleitung regt sich bei den Eltern Protest.

„Das Datum und die Uhrzeit sind eine absolute Frechheit“, schreibt Michael Janowitz aus Ludwigsau an die Redaktion. Er sorgt sich um Parkplätze für die Besucher, weil die ganze Innenstadt gesperrt ist. Er weiß, dass viele Eltern und Schüler das ebenso sehen und prophezeit einen „Shit-Storm“ wegen der Terminwahl.

Zudem finde am Vorabend die „Just White-Party“ statt, die speziell für junge Leute attraktiv ist. „Für die Teilnehmer ist diese Veranstaltung gestorben, da sie ja bereits um 9 Uhr, nein, früher, in der Stiftsruine sein müssen“, kritisiert Janowitz. Außerdem sorgt sich Janowitz auch um die Mehrbelastung für die Kameraden der Feuerwehr, die schon mit dem Hessentag alle Hände voll zu tun hätten und nun auch noch für die Sicherheit bei der Abifeier sorgen sollen.

Der Schulleiter der MSO, Karsten Backhaus, verteidigt auf Nachfrage unserer Zeitung den Termin. „Es ist etwas ganz Besonderes, während des Hessentags und in der Stiftsruine die Abiturfeier abzuhalten“, sagt er. Die Schulleitung habe früh überlegt und bewusst diesen Termin ausgewählt. „Die Abifeier beginnt um 9 Uhr, der Hessentagsumzug erst um 12.30 Uhr, deshalb sollte die Stadt noch nicht so voll sein“, meint Backhaus. Auch am Sonntag zuvor hätte es bereits Einschränkungen durch den Hessentag gegeben, noch früher aber wäre eine Verabschiedung nicht möglich, weil dann noch einige Prüfungen ausstehen.

Nach dem Hessentag sei Fronleichnam, ein Termin, an dem viele Eltern und Abiturienten bereits Reisen geplant hätten. Der Schulleiter räumt ein, dass es vermutlich Schwierigkeiten beim Parken geben werde. Seine eigene Abitur-Klasse, mit der er über den Termin diskutiert hat, sehe aber keine Probleme. „Dann parken wir eben etwas weiter entfernt und ziehen zum Laufen Turnschuhe an. Die High Heels wechseln wir dann erst in der Ruine“, hätten beispielsweise einige Schülerinnen beschlossen.

Wegen der vielen Veranstaltungen sei es ohnehin schwierig gewesen, überhaupt einen Ort zu finden. „Es gab viele Gespräche mit der Stadt und den Festspielen“, berichtet Backhaus, denn auch die Ruine sei nicht nur wegen des Hessentags, sondern auch wegen der Festspielproben stark gebucht. Auch ein Ausweichen in die Waldhessenhalle auf dem Obersberg, in der früher immer die Abifeiern stattfanden, sei nicht möglich, weil diese ebenfalls als „Pufferhalle“ für den Hessentag benötigt werde. „Deshalb muss es Kompromisse geben.“

Backhaus sieht noch einen weiteren Vorteil bei der Terminwahl. Für den Hessentag sei rund um die Ruine das Weindorf aufgebaut. „Dort können die Abiturienten dann mit ihren Angehören nach der Feier anstoßen“, sagt er.

Seine Abiklasse weiß der Schulleiter jedenfalls hinter sich. Sie hätten ihm gesagt: „Das wird bestimmt klasse, Herr Backhaus.“ 

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