Hauptversammlung des Stadtmarketingvereins

Der Einzelhandel sollte den Hessentag als Chance sehen

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Der Vorsitzende des Stadtmarketingvereins, Achim Kniese, begrüßte das Hessentagspaar Katharina Löhwing und Dennis Diebel.

Bad Hersfeld. Der Hessentag muss nicht zum Damoklesschwert werden für den Einzelhandel. Doch es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Hessentagsstädte in der Vergangenheit im Handelsbereich Umsatzverluste von bis zu 30 Prozent zu verzeichnen hatten.

Das ist offensichtlich auch dem Marketingmanager von Bad Hersfeld, Felix Wimhöfer, und Bürgermeister Thomas Fehling bewusst, weshalb sie am Montagabend die Hauptversammlung des Stadtmarketingvereins als Informationsplattform nutzten. Die gute Beteiligung von über 80 der insgesamt 189 Mitglieder in der Stadthalle sprach für sich.

„Die fünfzehn Monate bis zum Hessentag sind ganz schnell vorbei“, sagte Bürgermeister Fehling. Jetzt gelte es, dass der Handel sich gemeinsam mit der Stadt aufmache, um aus einer gefühlten Bedrohung eine Chance zu machen. Der Vorsitzende des nordhessischen Einzelhandelsverbandes, Martin Knauff, ergänzte: „Einbußen müssen nicht schicksalhaft sein.“

Wimhöfer präsentierte mit Unterstützung von Fachpartnern ein digitales Konzept auf der Basis von App-Lösungen für Smartphones und darauf aufbauende Logistik-Ansätze. Für die Agentur HO2 aus Fulda und Hamburg stellte deren Geschäftsführer Markus Kraus die Entwicklung einer Hessentags-App als Pilot-Anwendung für Bad Hersfeld vor. Neben Service-Modulen, die dem potenziellen Hessentagsbesucher jede Menge nutzwerter Informationen in Themenfeldern und stichwortbezogen liefern sollen, ist auch ein „Mobiles digitales Schaufenster“ für die Händler vorgesehen – einschließlich Suchfunktion für Produkte und Marken.

„Kaufen und Tschüss“

Ergänzend dazu, so Wimhöfer, könnten entweder die DHL-Tochter „Allyouneed City“ oder Atalanda mit Shop-Lösungen für den Bad Hersfelder Handel integriert werden; im Falle von DHL mit angegliederter Lieferlogistik.

Eine weitere Präsentation kam von der Bad Hersfelder Innovations-Schmiede Höltl Retail Solutions. Geschäftsführer Johannes Schick stellte als Neuentwicklung eine App zur kassenfreien Zahlung im Laden vor Ort vor, die den vielsagenden Namen „buybye“ trägt – auf gut deutsch: Kaufen und Tschüss. Nach den Vorstellungen der Stadt sollten diese digitalen Dienstleistungen und logistischen Ergänzungen dem Bad Hersfeld Handel dann auch über den Hessentag hinaus den Einstieg in das neue Zeitalter alternativer Vertriebswege öffnen - als Antwort auf Amazon und Co.

Interessenten für digitale Shop-Lösungen, so die Bitte von Wimhöfer, mögen sich über die Stadtverwaltung kurzfristig mit ihm in Verbindung setzen. An tiefergehende Präsentationen, insbesondere eine Vorstellung der beiden Shop-Varianten, ist gedacht.

Im formalen Teil der Veranstaltung legte der Vorsitzende des Stadtmarketingvereins, Achim Kniese, seinen Rechenschaftsbericht ab und erläuterte die Verwendung der jährlich etwa 50.000 Euro an frei verfügbaren Mitteln. Jörg Markert blickte für den Vorstand in die Zukunft und stellte das Jahresprogramm vor. Beispielsweise fasste es der Vorstand spontan als Auftrag auf, dass viele Einzelhändler mit der verkaufsoffenen Freitagnacht zum Start in den Advent nicht mehr glücklich sind. Alternative Konzepte im zeitlichen Umfeld sollen geprüft werden. (map)

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