30 Jahre Mauerfall

Einheit auf allen Ebenen - Schüler präsentierten Projekte im Kali-Bergwerk Merkers

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Wir sind das Volk: In Theaters tücken fühlen sich die Schüler in den Freieitsdrang der Deutschen im Jahr 1989 zurück..

In einem gemeinsamen Projekt beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler aus dem Wartburgkreis und dem Kreis Hersfeld-Rotenburg kreativ mit der Bedeutung der deutschen Einheit.

„Vor 30 Jahren hätte man uns abgeführt“, sagt Landrat Reinhard Krebs, als er zusammen mit Amtskollege Dr. Michael Koch die Teilnehmer des Schülerprojektes, „30 Jahre Mauerfall-30 Jahre gemeinsame Freiheit“, im Bergwerk Merkers begrüßt. Umso mehr ist Krebs für die heutige Meinungsfreiheit dankbar.

Im Jubiläumsjahr des Mauerfalls haben sich der Kreis Hersfeld-Rotenburg und der Wartburgkreis zusammengeschlossen und ein Projekt ins Leben gerufen. „Damit die Erinnerung nicht verblasst“, erklärt Landrat Dr. Michael Koch.

Dr. Michael Koch (links) und Reinhard Krebs, die Landräte der Landkreise Hersfeld-Rotenburg und Wartburg, eröffnen die Projektvorstellung.

Zur Teilnahme aufgerufen waren alle Schulen beider Landkreise. Schüler der achten bis zur zehnten Klasse konnten als Klassenverbund oder in kleinen Gruppen, Bilder, Texte, Theaterstücke oder Videobeiträge einreichen. Die Anmeldung war bis zum 5. Juni möglich, acht Gruppen aus fünf verschiedenen Schulen nahmen teil. In Rollenspielen, Theaterstücken und Gedichten verarbeiteten die Schüler die Vergangenheit der Eltern und Großeltern.

Für ihren Einsatz luden die Landräte, alle Schüler zu einem krönenden Projektabschluss, unter Tage, ein. „Wir haben diesen Ort gewählt, weil viele der Jugendlichen noch nie hier waren“, erklärt Dr. Michael Koch. Neben der Fahrt in 500 Meter Tiefe und einem kleinen Empfang für alle Teilnehmer, haben die Landräte noch mehr im Gepäck. 500 Euro soll es für die besten Gruppenpräsentationen geben.

Dabei fällt die Auswahl schwer, denn alle Schülergruppen waren kreativ. So setzt sich die Gesamtschule Obersberg in gleich drei Gruppen mit dem Mauerfall auseinander. Von einer Zeitreise in das geteilte Deutschland, geht es weiter in eine moderne Talkshow in der sich ein DDR Bürger und ein BRDler über Autokauf und Reisefreiheit vor der Wende unterhalten.

Emotional aufgeladen wird es anschließend in einem kurzen Theaterstück, in dem sich zwei Freunde über ihre politische Haltung zur DDR zerstreiten, sich am Ende jedoch am Tag des Mauerfalls wieder in den Armen liegen.

„Wir haben schon im Geschichtsunterricht historische Ereignisse nachgestellt und so kam uns die Idee, dass auch auf das Thema Mauerfall zu beziehen“, berichtet Geschichtslehrerin Christina Necke.

Für eine spielerische Umsetzung des Projektkerns entschied sich auch die staatliche Regelschule Treffurt. Zusammen mit dem Landestheater Eisenach probten die Schüler das Theaterstück „Demokratie –30 Jahre Wende“, von dem sie nur einen Ausschnitt präsentieren. Das komplette Stück ist am 9. November in Eisenach zu sehen.

Die Zeitzeugen selbst zu Wort kommen, ließen das Johann-Gottfried-Seume-Gymnasium Vacha, die staatliche Regelschule Thomas Müntzer und die Gesamtschule Geistal. In kurzen Filmsequenzen berichteten Lehrer, Eltern und prominente Zeitzeugen, wie Klaus Tiller, von ihrer Angst vor der staatlichen Verfolgung und den willkürlichen Repressalien des SED-Regimes.

Jeder Einsatz ein Gewinn. Weil alle Schulen wichtige Projekte entwickelten, prämierten die Landräte sämtliche Gruppen.

Die vorgestellten Beiträge der Schüler beeindrucken die Landräte sehr und deshalb verkündet Dr. Michael Koch: „Die Projekte waren alle so gut, dass wir jeder teilnehmenden Schule einen Scheck in Höhe von 500 Euro überreichen möchten“. Mit den Leistungen der Schüler sind auch die Sponsoren zufrieden, Thomas Eismann von der Wartburg Sparkasse und Reiner Dehnert aus Bad Hersfeld übergeben die Preise.

Von Kim Hornickel

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