ZWISCHEN DEN ZEILEN

Eine Vertagung, ein Erfolg und ein Spielplan

+

Bad Hersfeld - Der Ausschuss für Bildung und Kultur hat sich in seiner Sitzung nicht mit der geplanten Akademie für Malerei und Schauspiel beschäftigt.

Enttäuschte Gesichter gab es bei interessierten Besuchern aus Hersfelder Künstlerkreisen, als im Ausschuss für Bildung und Kultur der Tagesordnungspunkt der von Bürgermeister Fehling vorgeschlagenen Akademie für Malerei und Schauspiel in den Stockwerkshallen im Schilde-Park kurzfristig abgesetzt wurde. Dass der Magistrat das Thema wegen vieler offener Fragen vertagt hatte, hatte sich offenbar noch nicht herumgesprochen. Tatsächlich muss es ein wenig verwundern, dass den Stadträten lediglich die Vorlage der Verwaltung als Entscheidungshilfe dienen sollte, der ausführliche Fachvortrag aber erst im Ausschuss gehalten werden sollte. So durfte es am Ende nicht verwundern, dass der Magistrat erst einmal nicht mitgespielt hat. Hätte man geschickter anstellen können...

Vom eigenen Erfolg überrascht war Bad Hersfelds früherer Erster Stadtrat, der Rechtsanwalt Michael Bock. Vor dem Bundesverfassungsgericht hatte er gegen die Bemessungsgrundlage der Zweitwohnungssteuer in der Gemeinde Oberstdorf geklagt und jetzt Recht bekommen. Die Details sind komplex und speziell, sodass sie hier keine Rolle spielen. Wir freuen uns jedoch mit Michael Bock, denn seines Wissens scheitern vor den Karlsruher Richtern fast alle Beschwerden.

Lolls ist kaum abgeräumt, da wirft das nächste Bad Hersfelder Großereignis seine Schatten voraus: Zwar beginnen die 70. Festspiele erst am 26. Juni 2020, doch am kommenden Montag wird Intendant Joern Hinkel den Spielplan für den runden Geburtstag vorstellen. Zwar hört man in der Hersfelder Gerüchteküche schon seit dem Abschluss der vergangenen Spielzeit das Eine oder Andere über die mutmaßlichen Pläne des Intendanten (weiß Joern Hinkel überhaupt, was er da angeblich plant?), doch Gewissheit gibt es eben erst am Montag. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass auch die nächsten Festspiele mit einem spannenden Programm und tollen Darstellern aufwarten werden. Und darauf freue ich mich jetzt schon.

In Fulda läuft seit gestern vor dem Landgericht die Berufung des Todesfahrers von Rotenburg gegen das Urteil des hiesigen Amtsgerichts. Dort wurde der 31-Jährige zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Eine quälende Angelegenheit, weil jetzt alles noch einmal von vorne aufgerollt wird. Immerhin geben sich der Angeklagte und sein illustrer Verteidiger diesmal merklich zurückhaltender und sensibler, sodass der Prozessauftakt vergleichsweise unemotional verlief. Der Bericht steht auf Seite 1.

Kommentare