Im Dornröschenschlaf

Corona und Bauarbeiten bremsen den Betrieb auf Burg Herzberg

Stolz präsentiert sich die Burg Herzberg, die größte Höhenburg Hessens oberhalb der Gemeinde Breitenbach. Das Gemäuer trotzte über viele Jahrhunderte sämtlichen Angriffen und wurde niemals eingenommen.
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Stolz präsentiert sich die Burg Herzberg, die größte Höhenburg Hessens oberhalb der Gemeinde Breitenbach. Das Gemäuer trotzte über viele Jahrhunderte sämtlichen Angriffen und wurde niemals eingenommen.

Nur ein paar Pilger und einige wenige Ausflügler hatten sich am Sonntagnachmittag auf die Burg Herzberg am westlichen Ende des Landkreises Hersfeld-Rotenburg verirrt.

Breitenbach/H. - Das mag zum einen daran liegen, dass der Frühling lange hat auf sich warten lassen, zum anderen, dass wegen der Pandemie die Öffnungszeiten und Bewirtungsmöglichkeiten stark eingeschränkt sind und die Burg sich wegen behördlicher Vorgaben in einigen Bereichen optisch wenig ansprechend präsentiert.

Was war passiert? Im März 2019 waren auf mehreren Quadratmetern aus der östlichen Burgmauer eine große Menge Steine herausgebrochen und die hatten – im wahrsten Sinne des Wortes – den Stein ins Rollen gebracht. Zunächst kamen die Statiker. Die aber sahen keinerlei Gefahr. Anders die folgende Bauaufsicht. Die sah an vielen Orten fehlende Geländer oder zu niedrige Brüstungen, sodass dort Absturzgefahr für die Besucher bestehe. Das entspreche nicht der Hessischen Bauordnung.

Das Amt für Denkmalpflege argumentierte, man könne modernes Baurecht nicht auf ein mehrere hundert Jahre altes schutzwürdiges Kulturgut anwenden. Mit dem Hinweis, Verkehrssicherung gehe vor Denkmalschutz drohte trotzdem die Schließung der gesamten Burganlage.

So blieb dem Burghauptmann Albert Frederick Freiherr von Dörnberg zunächst keine andere Wahl, als unverzüglich zumindest provisorisch für eine Absturzsicherung zu sorgen. So verschönern besonders im Bereich der Hochburg nunmehr zahlreiche Absperrgitter nicht gerade die Ansicht auf die über 700 Jahre alten Gemäuer.

Dafür ist die Aussicht bei klarem Wetter grandios: Bis zum Schloss Waldeck am Edersee oder bis auf die Wasserkuppe in der Rhön kann man dann gucken.

Ob eine dauerhafte Sicherung wirklich notwendig wird und wie die aussehen könnte, ist noch nicht abschließend geklärt. „Wenn wir hier aktiv werden müssen, dann wird man auch beispielsweise im Weltkulturerbe Bergpark Wilhelmshöhe an einigen Stellen geeignete Maßnahmen treffen müssen“, fürchtet von Dörnberg und denkt dabei an den Bereich der Kaskaden unterhalb des Herkules.

Seit ihrem Bau zwischen 1280 und 1298 hat die größte Höhenburg Hessens, die seit 1477 im Besitz der Freiherren von Dörnberg ist, viel mitgemacht, wie etwa den Dreißigjährigen- oder den Siebenjährigen Krieg und wurde dabei immer wieder umgebaut.

Seit 1984 kümmert sich die gemeinnützige Familienstiftung der Freiherren von Dörnberg um die Geschicke der Burg. Zahlreiche Sanierungsarbeiten sind seit dem mit Spendengeldern und Unterstützung durch Bund und Land umgesetzt worden und weitere sind in Vorbereitung oder Planung. So soll auch das Loch in der Mauer in diesem Sommer wieder geschlossen sein und aus der Ansammlung der Schlaglöcher, die derzeit zu der Burg führen, soll wieder eine Straße werden. Daran will sich auch die Gemeinde Breitenbach beteiligen. Zurzeit kann man die Ruhe auf Burg Herzberg nur samstags und sonntags ab elf Uhr genießen. Während dieser Zeit bietet auch die Burgschänke ihre Speisen zum Abholen an.

Obwohl sie nicht an einen geregelten Betrieb vor Mitte Mai glauben, stellen Pächter Marcel Weiprecht und sein Team schon mal Tische und Bänke im Außenbereich parat. „Wir bereiten und schon mal auf 2023 vor“, sagt er mit sarkastischem Lächeln.

Von Bernd Löwenberger

Corona und Bauarbeiten bremesen den Betrieb auf Burg Herzberg

Stille auf Burg Herzberg. Wegen der Corona-Pandemie und Bauarbeiten ist auf der Höhenburg am Herzberg wenig los
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