Zwischen den Zeilen

Eine Ahnung vom Hessentag und viel Lärm und nichts

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Karl Schönholtz

Seit gestern ist Hessentag in Korbach. Da schauen die Hersfelder diesmal etwas genauer hin, denn in einem Jahr sind wir an der Reihe, das zehntägige Landesfest auszurichten.

Meine Kollegin Nadine Maaz ist die Hessentags-Beauftragte der HZ-Redaktion. Sie ist in Korbach dabei, um auch auf das ein Auge zu haben, was den normalen Festbesucher vielleicht nicht so interessiert, was aber künftigen Organisatoren sehr wohl Anregungen und Hinweise geben kann.

Auch die Bad Hersfelder Stadtverwaltung unternimmt am nächsten Freitag einen Informationsbesuch, um sich ein realistisches Bild von Dimensionen, Abläufen, Problemen etc. zu machen. Vielleicht wird dabei manchem erst so richtig bewusst, worauf wir uns mit der Bewerbung für den Hessentag eingelassen haben. Eine Herkules-Aufgabe in jeder Hinsicht, so viel steht jetzt schon fest. Wir sind gespannt auf die Korbacher Erkenntnisse...

Was früher beim Flurgespräch am Arbeitsplatz, abends am Stammtisch oder im trauten Familienkreis besprochen oder diskutiert wurde, das posaunen heute viel zu viele Menschen über die sozialen Netzwerke in alle Welt, frei nach dem Motto „Ich habe zu allem etwas zu sagen, und das soll auch jeder mitbekommen“. Es müssen ja nicht gleich Verunglimpfungen sein, die in dieser Woche ebenfalls Schlagzeilen gemacht haben.

Mein Beispiel ist der angekündigte Umzug des Bad Hersfelder Kurbetriebs in die Innenstadt und die damit einhergehende Schließung des Büros im Kurhaus. Schon verwunderlich, was das an Meinungen, Spekulationen und Unterstellungen auslöst, wo doch niemand entlassen wird oder auch nur einer der Diskutierer einen Nachteil zu befürchten hat.

Denn es geht einzig und alleine darum, die Tourist-Information im Hinblick auf den Hessentag 2019 dort anzusiedeln, wo die meisten Besucher der Stadt eintreffen: im Bibliotheksgebäude am Marktplatz. Im Kurhaus gab es praktisch keinen Publikumsverkehr mehr, auch weil der klassische Kurgast ja auf der roten Liste der aussterbenden Arten steht. Viel Lärm um nichts also, wieder mal. Aber Hauptsache, wir haben drüber geredet.

Leider nichts geworden ist es mit der Neu-Verpachtung des Bad Hersfelder Ratskellers: In letzter Minute hat der griechische Interessent abgesagt. Dass sich die Stadt nach so vielen Fehlschlägen jetzt wieder auf die Suche nach einem geeigneten Gastronomen begibt, ist nicht anzunehmen. Schade um ein Lokal mit ganz eigenem Charme.

Es ist ein altes Lied, das von den lieben Mitmenschen, die ihren Müll dort entsorgen, wo er nichts zu suchen hat. Aus unserem Redaktionsbüro am Schilde-Platz können wir immer wieder mal solche Müll-Touristen beobachten, die ihren Unrat systematisch in die städtischen Abfallbehälter stopfen.

Noch gemeiner ist es, wenn Altkleider-Container als Müllkästen missbraucht werden. Ein Anwohner vom Johannesberg hat das Problem direkt vor Augen: auf dem Parkplatz gegenüber türmt sich der Müll neben und hinter dem Container, wenn er nicht gleich als prall gefüllter Sack ins Innere befördert wird.

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