Tagesaufenthalt und Beratungsstelle des Diakonie-Zweckverbands

„Ein kleiner Traum“ für Wohnungslose in Bad Hersfeld

Freuen sich über die neuen Räumlichkeiten an neuer Adresse für den Tagesaufenthalt und die Beratungsstelle für Wohnungslose der Diakonie in Bad Hersfeld: Geschäftsführer Jens Haupt, Mitarbeiterin Martina Drewes und Gundula Pohl aus dem Leitungsteam (von links). In dem gelben Haus im Hintergrund soll die Einrichtung im Dezember eröffnet werden. Foto: Nadine Maaz

Bad Hersfeld. Die Beratungsstelle für Obdachlose mit Gelegenheit zum Tagesaufenthalt haben eine neue Unterkunft in Bad Hersfeld gefunden.

Schon lange ist nach einer neuen Adresse für die Fachberatungsstelle und den Tagesaufenthalt für Wohnungs- und Obdachlose des Zweckverbands für Diakonie in den Kirchenkreisen Hersfeld und Rotenburg gesucht worden. Jetzt ist man endlich fündig geworden, und der Umzug steht kurz bevor.

Im Erdgeschoss des Hauses an der Straße Vogelgesang 19 schräg gegenüber des Kinos wird das Angebot künftig zu finden sein – zuletzt war dort eine Pizzeria untergebracht. Etwa 140 Quadratmeter stehen den Mitarbeitern und den Klienten dann zur Verfügung. Langfristig vermietet werden die fast ebenerdigen Räume von Privatleuten, denen Jens Haupt, Geschäftsführer des Diakonie-Zweckverbands, dafür sehr dankbar ist. Denn er weiß: „Das macht nicht jeder.“

„Einfach super“, findet er den neuen Standort, mit dem „ein kleiner Traum“ wahrgeworden sei. Von einem menschenwürdigen und freundlichen Ambiente spricht Haupt. Zudem sei die Adresse in der Nähe des Bahnhofs samt Bahnhofsmission und zur Innenstadt ideal. „Die Lage ist diskret, aber zentral“, sagt Jens Haupt, der um die Sorgen und Nöte der Gäste ebenso weiß wie um die Vorbehalte gegenüber diesen. Eröffnet werden soll die neue Anlaufstelle im Dezember. Die ersten Möbel wurden bereits geliefert, was noch fehlt, ist die Küche. Seit über 20 Jahren sind die Fachberatungsstelle und der Tagesaufenthalt an der Löhrgasse 3 beim Stadthaus untergebracht, doch die verwinkelten und beengten Räumlichkeiten im ersten Stock seien aus mehreren Gründen nicht mehr optimal gewesen, um es positiv auszudrücken.

Neue Möglichkeiten

Am neuen Standort hat die Einrichtung nicht nur mehr Platz, sondern auch neue Möglichkeiten. Ein kleiner Innenhof bietet sich für die Raucher an, außerdem gibt es nun eine abgetrennte Dusche sowie Toiletten für Männer wie Frauen und einen Ruheraum. Auch die Mitarbeiter haben künftig mehr Platz für Besprechungen oder ähnliches. Weiterhin zur Verfügung stehen eine Waschmaschine und ein Trockner, eine Kleiderkammer für die Erst- beziehungsweise Notausstattung wird es ebenfalls auch künftig geben. Neben Wohnungs- und Obdachlosen aus dem Landkreis oder auf der Durchreise, nehmen das Beratungsangebot der Diakonie auch Menschen wahr, die erst von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Und laut Haupt dürften das in Zukunft noch mehr werden, denn an bezahlbarem Wohnraum für Gering- oder sogar Normalverdiener mangele es immer mehr.

Seit 2016 arbeiten Fachberatungsstelle und Tagesaufenthalt unter dem Dach der Diakonie, ebenso wie die Bahnhofsmission und die Tafel. Den laufenden Betrieb finanziert der Landeswohlfahrtsverband, für die Einrichtung der neuen Räume muss der Zweckverband aufkommen. Passend zum Neuanfang werden übrigens noch ehrenamtliche Helfer gesucht, etwa für gemeinsames Kochen, Handwerken oder Computerkurse. „Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt“, betont Haupt. Interessenten können sich bei Gundula Pohl, Tel. 06621/72055, und Martina Drewes, 06621/14598, melden.

Kommentare