ZWISCHEN DEN ZEILEN

Ein bisschen vorweihnachtliche Normalität trotz Corona

Nadine Maaz
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Nadine Maaz, Redakteurin der Hersfelder Zeitung

In unserer Wochen-Kolumne „Zwischen den Zeilen schreibt Nadine Maaz über die Weihnachtsbeleuchtung und Fehler, die einfach passieren.

Haben Sie das alljährliche Foto vom Aufhängen der Weihnachtsbeleuchtung in der Hersfelder Innenstadt vermisst? Winfried Lehn von den Stadtwerken hoch oben auf dem Hubsteiger, wie er die Grüngirlanden samt Lämpchen und Kerzen in den Straßen der Fußgängerzone und drum herum aufhängt? Seit 1991 ist er damit bereits beauftragt. Dieses Jahr ist er uns allerdings „entwischt“, und ohne fürs Foto posieren zu müssen davongekommen. Dabei ist gerade dieses Jahr die Weihnachtsbeleuchtung sicherlich von besonderem Interesse – etwas Normalität in dieser herausfordernden Zeit, in der eben leider auch der Weihnachtsmarkt nicht stattfinden kann. Angeknipst wird das Licht wie üblich aber erst nach Totensonntag. Auch im Stiftsbezirk sollen übrigens wieder die Sterne leuchten. Und für noch mehr weihnachtliches Flair sorgt ab Montag der traditionelle große Baum auf dem Linggplatz. In Rotenburg steht die 14 Meter hohe Blaufichte übrigens schon.

Eine Straße, die es so nicht mehr gibt

Der eine oder andere mag es bemerkt und sich wie einer unserer Leser ziemlich verwundert die morgens bei der Zeitungslektüre noch müden Augen gerieben haben: In einer öffentlichen Bekanntmachung des Amts für Bodenmanagement mit Sitz in Homberg (Efze) zur sogenannten Flurbereinigung der Haunewiesen bei Bad Hersfeld samt Karte, war eben diese nicht so aktuell, wie das Datum 3. November 2020 es vermuten ließ. Dort führte die B 27 nämlich immer noch erst Richtung Amazon und dann nach Unterhaun. Von der „neuen“ Ortsumgehung, die im Oktober 2017 feierlich eröffnet wurde, war da nichts zu sehen. Eine Nachfrage beim Amt für Bodenmanagement brachte nicht wirklich Klarheit, außer, dass es sich möglicherweise um einen Fehler bei der Erstellung der Unterlagen handelt. Oder auch nicht. Denn so schlimm und ungewöhnlich sei es ja nicht, dass manches Kartenmaterial nicht den aktuellen Gegebenheiten entspricht, wie beim Navi auch. Auf das Verfahren habe die mindestens drei Jahre alte Karte jedenfalls keine Auswirkungen, betonte der zuständige Fachbereichsleiter. Na dann.

Was kann man denn noch glauben?

Fehler machen natürlich auch wir Zeitungsmacher manchmal, und wenn es nicht allzu offensichtliche Tippfehler sind, sind wir für Hinweise und Erklärungen sehr aufmerksamer Leser durchaus dankbar. Wundern muss man sich indes über so manche Zuschrift, in der uns ohne Anrede in pampigem Ton vorgeworfen wird, falsch zu berichten. Frei nach dem Motto „kein Wunder, dass man der Lügenpresse nicht glauben kann“.

Denn dabei geht es oft gar nicht um vermeintlich schlecht recherchierte oder unverständliche Artikel zu großen Themen, sondern um Polizeimeldungen etwa zu Auffahrunfällen, bei denen die Uhrzeit nicht korrekt oder der genaue Hergang aus Sicht eines Betroffenen ein anderer war. Da wir freilich nicht bei jedem Blechschaden vor Ort sind, müssen wir uns schlicht auf die Informationen der Polizei verlassen, die im medienrechtlichen Sinne als seriöse Quelle gilt und natürlich auch immer als solche genannt wird. Zwar ist es ärgerlich, wenn wesentliche Informationen nicht stimmen, ob ein Unfall nun gegen (!) 16.15 oder 16.30 Uhr passiert ist, sollte doch aber so schlimm nicht sein, als dass gleich die Lügen-Keule geschwungen werden muss. Was ich indes auch bemerkt habe: Auf eine erklärende Antwort gibt es ganz oft eine plötzlich verständnisvolle Rückantwort, mitunter sogar eine Entschuldigung für den harschen Ton.

In diesem Sinne: Allen ein schönes Wochenende! (Nadine Maaz)

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