Intendant Joern Hinkel plant Alternativprogramm

"Ein anderer Sommer" bei den Bad Hersfelder Festspielen

Festspiel-IntendantJoern Hinkel

Trotz Festspiel-Absage soll es in Bad Hersfeld von Mitte Juli bis Mitte August ein "Festival des Erzählens" geben.

Die Bad Hersfelder Festspiele 2020 sind wegen des Coronavirus komplett abgesagt, doch ganz kulturlos soll es dieses Jahr rund um die Stiftsruine nicht bleiben: Unter dem Titel „Ein anderer Sommer“ plant Intendant Joern Hinkel für die Zeit vom 17. Juli bis zum 16. August ein Alternativprogramm, dessen Konzept er jetzt dem Stadtverordneten-Ausschuss für Bildung und Kultur vorstellte.

Dieses „Festival des Erzählens“, das sich in allen denkbaren Formen „Geschichten aus der Welt von gestern, heute und morgen“ widmet, soll mit bekannten Festspiel-Schauspielern, aber auch Laiendarstellern vornehmlich an den Wochenenden von elf bis 24 Uhr an verschiedenen Orten in der Innenstadt stattfinden.

Im Zentrum wird laut Hinkel die Stiftsruine stehen, in der bei Beachtung der Abstandsregeln bis zu 250 Zuschauer Platz finden könnten – vorbehaltlich der Zustimmung des Gesundheitsamtes.

So wie der Intendant in diesem Jahr auf die Festspielfanfare als Erkennungszeichen ganz verzichten möchte („Das wäre Etikettenschwindel“), so plant er auch einen Bühnenaufbau auf der Seite des Haupteingangs. Dort könnten die Treppenaufgänge links und rechts davon sowie der Chor als Spielfläche genutzt werden. Die Zuschauer würden eine neue Perspektive erleben Für diese Veranstaltungen stellte die kaufmännische Leiterin Andrea Jung deutlich niedrigere Eintrittspreise als bei den Festspielen in Aussicht. Insgesamt soll sich das Programm aber durch Ticketverkäufe refinanzieren.

Inhaltlich soll „Ein anderer Sommer“ Ende dieses Monats vorgestellt werden, wenn alle Verträge unter Dach und Fach sind. Gedacht ist wohl an ein „Kammermusical“ mit je zwei Darstellern und Musikern als auch die Mitwirkung der Theatergruppe Anu mit ihren Licht-Installationen.

Die Festspiele geben laut Hinkel dem Programm den Rahmen, werden jedoch in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing auch zahlreiche weitere Mitwirkende einbinden. Denkbar wäre beispielsweise ein „Fenster-Konzert“ der Meiß-Chöre am Markt.

Neuer Unmut über ein altes Thema

Die Ausgründung des städtischen Regiebetriebs der Bad Hersfelder Festspiele in eine gemeinnützige GmbH steht am Donnerstag nächster Woche auf Betreiben von Bürgermeister Thomas Fehling ein weiteres Mal auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses. Das sorgte jetzt für Unmut im Kulturausschuss, der sich für das Thema ebenfalls als zuständig ansieht. Fehling begründete die kurzfristige Wiedervorlage des schon einmal mehrheitlich abgelehnten Papiers mit der Corona-bedingt problematischen Haushaltslage.

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