In den Sommerferien

Ehrenamt statt faulenzen: Die zehn Jahre alte Lara Thornagel hilft bei der Tafel

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In der Kühlkammer: Die zehn Jahre alte Lara Thornagel kennt sich mit den Aufgaben bei der Tafel inzwischen schon aus.

Nur faulenzen kommt für Lara Thornagel in den Sommerferien nicht in Frage: Die Zehnjährige nutzt die schulfreie Zeit, um bei der Tafel in Bad Hersfeld mitzuhelfen.

Thornagel kommt aus Heringen, verbringt die Ferien aber bei ihrer Oma in Bad Hersfeld – und über deren Vermieterin ist bereits im vergangenen Jahr auch der Kontakt zur Tafel zustande gekommen: Edda Düppenbecker hilft dort ehrenamtlich, seit sie 2018 in den Ruhestand gegangen ist, und nahm die interessierte Schülerin einfach mal mit.

„Das hat so viel Spaß gemacht und war so schön“, erzählt Thornagel, die deshalb gerne wiederkommen und öfter helfen wollte. Mit Einweghandschuhen und Schürze ausgestattet hilft sie zum Beispiel beim Sortieren der Lebensmittel oder beim Tragen von leichten Kartons. „Ich suche mir die einfachen Jobs“, sagt die Zehnjährige und lacht. Bei der Tafel, die in Bad Hersfeld von der Diakonie getragen wird, werden qualitativ noch einwandfreie Lebensmittel gesammelt und an sozial und wirtschaftlich Benachteiligte verteilt (wir berichteten bereits öfter).

Rund 70 Ehrenamtliche helfen bei der Hersfelder Tafel

Etwa 70 ehrenamtliche Helfer gehören dem Team laut Leiterin Silvia Hemel zurzeit an, von denen manche mehrmals in der Woche im Einsatz sind, andere auch nur einmal im Monat. Die meisten sind über 60 Jahre alt und in Rente, so Hemel. „Es ist schön, wenn Nachwuchs da ist“, sagt sie mit Blick auf Lara Thornagel. Und vielleicht sei so ein Einsatz ja auch ein Ansporn für andere junge Leute, sich sozial zu engagieren.

Haben immer alle Hände voll zu tun: Die Helfer der Tafel in Bad Hersfeld – hier (von links) Maria Steinhauer, Brunhilde Götz, Lara Thornagel, Edda Düppenbecker und Leiterin Silvia Hemel. 

Weitere Helfer würden immer gesucht. Denn während man anfangs nur an zwei Tagen in der Woche „gearbeitet“ habe, sei das Team inzwischen eigentlich täglich beschäftigt. Zudem hätten der bürokratische Aufwand und die Vorgaben etwa durch die Berufsgenossenschaft spürbar zugenommen, berichtet Edeltraud Iwan. Etwa 750 bis 800 „Kunden“ nutzen das Angebot der Bad Hersfelder Tafel laut Silvia Hemel aktuell.

Lara Thornagel ist bisher die jüngste Helferin der Tafel

Dass jemand in den Ferien mal sein Kind oder Enkelkind mitbringt, komme ab und zu vor, mit zehn Jahren sei Lara Thornagel aber bisher die jüngste Helferin gewesen. „Es gibt immer etwas zu lachen und alle sind total nett“, freut sich die Schülerin, die demnächst aufs Gymnasium geht. Sie betont aber auch: „Man tut etwas Gutes und lernt noch etwas dabei.“ 

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So wisse sie nun beispielsweise mehr über die Haltbarkeit verschiedener Lebensmittel und könne darauf achten, weniger zu verschwenden. Die Arbeit bei der Tafel zeige einem zudem, dass es anderen Menschen nicht so gut geht wie einem selbst. „Man fragt sich dann natürlich auch, was man dagegen tun kann“, so Lara Thornagel.

In der Schule hat die Zehnjährige schon für einen Ausflug zur Tafel geworben, was aus Zeitgründen aber bisher leider nicht geklappt habe. „Schulklassen sind bei uns immer willkommen“, sagt Silvia Hemel.

Lara Thornagel schnappt sich schon die nächste Kiste, denn: „Die Arbeit erledigt sich schließlich nicht von selbst!“ 

tafel-hef.de

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