Auf dem Weg der Besserung

Ehemaliger Bad Hersfelder Polizeisprecher Manfred Knoch hinterrücks mit Messer attackiert

Manfred Knoch, der langjährige Pressesprecher der Polizeidirektion Bad Hersfeld-Rotenburg, ist am vergangenen Dienstag Opfer eines Messerangriffs in einer Niederzwehrener Flüchtlingsunterkunft geworden, wo er seit dem 1. August als stellvertretender Leiter arbeitet. archivfoto: Mario Reymond
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Manfred Knoch, der langjährige Pressesprecher der Polizeidirektion Bad Hersfeld-Rotenburg, ist am vergangenen Dienstag Opfer eines Messerangriffs in einer Niederzwehrener Flüchtlingsunterkunft geworden, wo er seit dem 1. August als stellvertretender Leiter arbeitet. archivfoto: Mario Reymond

Völlig überraschend kam am Dienstag die Messerattacke auf den stellvertretenden Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Niederzwehren. Manfred Knoch stammt aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg.

Kassel/Bad Hersfeld – Seine Stimme am Telefon klingt noch etwas schwach, aber der 63 Jahre alte Manfred Knoch befindet sich gestern Nachmittag weiter auf dem Weg der Besserung. Der pensionierte Kriminalhauptkommissar, der vom 1. Dezember 2002 bis zum 31. Juli 2019 Pressesprecher der Polizeidirektion Bad Hersfeld-Rotenburg gewesen ist, war am vergangenen Dienstagnachmittag Opfer eines Messerangriffs in der Flüchtlingsunterkunft in Niederzwehren geworden.

Knoch ist seit dem 1. August dieses Jahres stellvertretender Leiter dieser Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. Den 27 Jahre alten aus Saudi-Arabien stammenden Mann, der ihm von hinten ein langes Küchenmesser in den Rücken stach, habe er zuvor nur zwei- oder dreimal gesehen. Eine Erinnerung an den Angriff hat er nicht mehr. „Ich habe hinter mir nichts wahrgenommen“, sagt der 63-Jährige am Donnerstagnachmittag am Telefon. Knoch weiß nur noch, dass er sich am Dienstag gegen 13 Uhr vor der Eingangstür mit einem Kollegen unterhalten habe, als er hinterrücks attackiert worden war.

Durch den Stich wurde der 63-Jährige erheblich, aber nicht lebensbedrohlich verletzt. Einer Notoperation musste er sich in einem Kasseler Krankenhaus dennoch unterziehen. Mittlerweile geht es für ihn gesundheitlich langsam aber sicher wieder bergauf.

Der Name Manfred Knoch ist für viele Menschen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg auch heute noch ein Begriff. Den guten Draht zu den Menschen vor Ort stellte Knoch unter anderem durch seine Tätigkeit als Sicherheitsberater im Auftrag des Landeskriminalamtes her. Manfred Knoch gab bei unzähligen Veranstaltungen Tipps an Menschen, wie sie sich beispielsweise vor Einbrüchen in die eigenen vier Wände schützen können.

Der aus Lispenhausen stammende Knoch hat im Jahr 2014 seinen Heimatort aus privaten Gründen verlassen und war nach Meimbressen bei Calden gezogen.

Bei dem 27-jährigen Tatverdächtigen ist einen Tag nach der Tat auf Anordnung der Kasseler Staatsanwaltschaft eine vorläufige psychiatrische Begutachtung vorgenommen worden. Danach hat die Staatsanwaltschaft die einstweilige Unterbringung des Mannes in einem geschlossenen psychiatrischen Krankenhaus beantragt, die ein Richter gestern Nachmittag anordnete.

Sicherheitsangestellte hatten den Angreifer nach der Messerattacke bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand dürfte die psychische Verfassung des 27-Jährigen bei der Tat eine entscheidende Rolle gespielt haben. Die weiteren Ermittlungen wegen versuchten heimtückischen Mordes dauern an und werden von den Beamten des Kommissariats 11 der Kasseler Kriminalpolizei geführt. (Mario Reymond)

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