Neuansiedlung nimmt nächste Hürde

Per E-Shuttle zum Kaufland auf dem Schlachthof-Areal in Bad Hersfeld?

+
Per E-Shuttle zum Einkaufen: Dieses selbstfahrende Fahrzeug ist für den Rhein-Main-Verkehrsverbund im Einsatz.

Ein E-Shuttle vom Schlachthof-Gelände am Peterstor in die Bad Hersfelder Innenstadt könnte der geplanten Neuansiedlung eines Kaufland-Marktes den nötigen Schub geben.

Eine direkte Anbindung des nicht mehr direkt im sogenannten „zentralen Versorgungsbereich“ gelegenen Areals ist nämlich Voraussetzung, um die Genehmigung für das von der Stadt favorisierte Bauprojekt zu bekommen. Dabei könnten elektrische Pendelfahrzeuge zum Einsatz kommen.

Ein unabhängiges Einzelhandelsgutachten hatte zuvor bereits ergeben, dass ein neuer Einkaufsmarkt nur eine geringe Umverteilung von acht bis zehn Prozent der Umsätze zur Folge hätte. „Es gibt in der Stadt noch Potenzial für einen weiteren Markt, ohne damit der Innenstadt oder den umliegenden Gemeinden zu schaden“, ist auch Investor Walter Rossing, Geschäftsführer der Rosco-Unternehmensgruppe, überzeugt. 

Einstimmig gab deshalb auch der Bau- und Planungsausschusses dem Magistrat grünes Licht dafür, das notwendige Raumordnungsverfahren beim Regierungspräsidium auf den Weg zu bringen. Das letzte Wort hat aber das Stadtparlament am 26. September.

Ein Shuttle-Bus kann die Erreichbarkeit erhöhen

Wie die Anbindung mit einem Shuttle vom Peterstor in die Bad Hersfeld Innenstadt aussehen könnte, erläuterte zuvor die aus Bad Hersfeld stammende Professorin und Mobilitätsexpertin Silja Hoffmann von der Universität der Bundeswehr. Vergleichbar mit einem Fahrrad werde durch den Einsatz eines Shuttles die Erreichbarkeit erhöht.

Je nach Modell könnten darin zwei bis sechs Personen plus Gepäck auf Abruf durch den Fußgängertunnel in die Breitenstraße transportieren werden – laut Planungen sogar kostenlos. So könnten auch ältere Menschen ohne Auto den Kaufland-Markt erreichen, der Verkehr würde eingedämmt. Streckenerweiterungen, wie zum Marktplatz oder eine Einbindung in das Stadtbusnetz seien denkbar. 

Automatisierung ist ein Trend im Verkehr

„Der Trend geht zur Automatisierung“, sagte Prof. Hoffmann, sodass auch fahrerlose Transportmittel denkbar seien. Andere Städte wie Berlin, Hamburg oder das deutlich kleinere Bad Birnbach verfügten über solche Fahrzeuge, die auch zur touristischen Attraktion werden könnten.

Bis es so weit ist, werden wohl noch andere Gremien, wie der Einzelhandelsverband Nordhessen sowie die IHK Kassel-Marburg und deren Regionalversammlung Hersfeld-Rotenburg, mit der Kaufland-Ansiedlung befasst sein. 

Am Donnerstagabend stand das Thema bereits auf der Agenda der IHK-Regionalversammlung – was zu Irritationen in der Stadtpolitik führte. Das ehrenamtliche IHK-Gremium nahm den Punkt aber erst einmal von der Tagesordnung, um mehr Informationen von Stadt, Investor und Einzelhandelsverband zu erhalten.

Kommentare