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Drogenhandel im großen Stil - Fünfköpfige Bande steht in Fulda vor Gericht

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Von: Christine Zacharias

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Symbolbild Justizia © Peter Steffen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Eine Bande von Drogendealern aus Bebra, Bad Hersfeld und Eiterfeld muss sich seit Donnerstag vor der 1. großen Strafkammer am Landgericht Fulda verantworten.

Fulda – Drei der fünf Angeklagten im Alter zwischen 30 und 39 Jahren sitzen in Untersuchungshaft. Sie sollen, so die Anklage der Staatsanwaltschaft, die Staatsanwältin Kircher vortrug, im Zeitraum zwischen dem 1. März 2020 und dem 30. November 2021 im großen Stil mit Rauschgift gehandelt haben. Am 30. November 2021 wurde die Bande von der Polizei hochgenommen.

Die Mengen an Rauschgift, die während dieser Zeit durch die Hände der Angeklagten gingen, sind eindrucksvoll. Vor allem bei Marihuana ging es meist um Lieferungen im zweistelligen Kilogrammbereich. Aber auch Kokain, Cannabis-Harz und Amphetamin-Base in großen Kanistern wechselten den Besitzer.

Die drei in U-Haft sitzenden Männer hatten das Geschäft zunächst alleine betrieben, dann aber die beiden anderen Angeklagten, ein in Eiterfeld lebendes Ehepaar, dafür gewonnen, die Drogen in ihrem Keller zu bunkern. Die Kommunikation zwischen den Mitgliedern der Bande lief nach Erkenntnissen der Polizei, die der Anklage zugrunde lagen, über verschlüsselte Mobiltelefone.

Die Geschäfte liefen demnach immer ähnlich ab. Aus verschiedenen Quellen, oft aus Thüringen, bezog der Hauptangeklagte, ein 36-Jähriger aus Bebra, die Drogen in größeren Mengen. Sie wurden dann entweder direkt nach Eiterfeld gebracht oder, damit die Nachbarn keinen Verdacht schöpften wegen der fremden Autos, konspirativ im Wald oder auf Parkplätzen an das jüngste Mitglied der Bande, einen 28-jährigen Bad Hersfelder, übergeben, der die Pakete und Kanister dann im Keller des Eiterfelder Paares lagerte. Von dort wurde der Stoff weiterverkauft. Die überwiegend unbekannten Abnehmer kamen zumeist aus Nordrhein-Westfalen.

Mit dem Drogengeschäft bestritten die drei in Haft sitzenden Angeklagten ihren Lebensunterhalt. Der Hauptangeklagte erzielte damit laut Staatsanwältin ein Einkommen in Höhe von 604 000 Euro.

Über ihre Anwälte ließen alle Angeklagten mitteilen, zunächst keine Aussage machen zu wollen. Das könnte sich jedoch ändern, wenn es zu einer Verständigung über die Höhe der Strafe mit dem Gericht kommt, sagte Verteidiger Hans J. Hauschild. Der Prozess wird am 6. Oktober fortgesetzt.

604 000 Euro Erlös aus Drogen

Den Marktpreis der Drogen, die von der Bande ge- und verkauft wurden, bezifferte Staatsanwältin Kircher auf 32 Euro pro Gramm Kokain, 1600 Euro pro Liter Amphetamin-Basis und 4800 Euro pro Kilogramm Marihuana. Insgesamt soll der Hauptangeklagte einen Erlös von 604 000 Euro erzielt haben, bei seinem Bruder waren es 253 000 Euro. Die beiden Eiterfelder erhielten für die Zurverfügungstellung des Lagerraums 5000 Euro. (Christine Zacharias)

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