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Drogenhandel: Prozess am Landgericht Fulda gegen fünf Männer ist verschoben worden

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Von: Mario Reymond

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Das Landgericht in Fulda.
Das Landgericht in Fulda. © René Dupont

Der für Donnerstag geplante Prozessbeginn gegen fünf Männer wegen des Handels mit Betäubungsmitteln im zweistelligen Kilogrammbereich ist verschoben worden.

Fulda – Eigentlich hätten sich die fünf Angeklagten im Alter zwischen 28 und 37 Jahren, von denen sich drei in Untersuchungshaft befinden, ab Donnerstag vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Fulda wegen des Handels mit Betäubungsmitteln im zweistelligen Kilogrammbereich verantworten müssen. Wegen der kurzfristigen Erkrankung des Vorsitzenden Richters Josef Richters beginnt der Prozess nun am Donnerstag, 15. Dezember, um 9.30 Uhr in Saal I des Fuldaer Landgerichts.

Der Hauptangeklagte soll durch die ihm vorgeworfenen Taten einen Geldbetrag in Höhe von 604 000 Euro erlangt haben.

Drei der fünf Angeklagten sollen sich dabei bandenmäßig zusammengefunden haben, um die ihnen nun vor Gericht zur Last gelegten Straftaten zu begehen. Dabei geht es laut Staatsanwaltschaft Fulda um insgesamt sechs Taten, die die drei Angeklagten zwischen dem 1. März 2020 und dem 30. November 2021 in Bad Hersfeld und an anderen Orten im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ausgeführt haben sollen.

Den drei mutmaßlichen Bandenmitgliedern wird vorgeworfen, dabei meist Marihuana veräußert zu haben. Einer dieser drei Angeklagten steht zudem im Verdacht, eigenständig in sechs weiteren Fällen Amphetamin-Base, Kokain und Marihuana in ebenfalls nicht geringen Mengen verkauft zu haben.

Den zwei anderen Männern, die sich ebenfalls vor der 1. Großen Strafkammer des Fuldaer Landgerichts verantworten müssen, wird Beihilfe unterstellt. Sie sollen die drei in Untersuchungshaft sitzenden Männer in irgendeiner Form unterstützt haben. Die beiden haben überdies wohl Betäubungsmittel in nicht geringer Menge unerlaubt besessen.

Der eigentlichen Dreierbande wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, mit Kokain in Kilobereich und Marihuana im zweistelligen Kilobereich Handel getrieben zu haben.

Um nicht ins Visier der kriminalpolizeilichen Ermittler zu geraten, sollen die drei über kryptierte Mobilfunkgeräte kommuniziert haben. Dabei werden die Anrufe untereinander so verfremdet, dass sie zwar abgehört, aber sprachlich nicht entschlüsselt werden können.

Der Prozess gegen die fünf Angeklagten geht voraussichtlich über zehn Verhandlungstage. Mit einem Urteilsspruch wird nicht vor Dezember dieses Jahres gerechnet.

Die Anklage wird vertreten durch Staatsanwältin Tanja Diegelmann. Sie wird zu Beginn des Prozesses am 15. September vortragen, was den Beschuldigten explizit alles vorgeworfen wird.

Verschlüsselung von Handydaten

Bei Smartphones ist es möglich, eine entsprechende Verschlüsselung der Anrufe durch eine geeignete Software zu erreichen. Die Kommunikation zwischen den Telefonierenden wird entweder über die Server der kommerziellen Anbieter oder freie Alternativen abgewickelt. Sogenannte Metadaten können zusätzlich mit einer speziellen App (Orbot) über das sogenannte Tor-Netzwerk verschleiert werden. Orbot ist ein kostenfreies Software-Proxy-Server-Projekt. Das Netzwerk Tor sorgt über Onion-Routing für die Verschlüsselung. (Mario Reymond)

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