Im Kreis Hersfeld-Rotenburg haben es Abzocker schwer

Dreiste Geschäfte mit Flüchtlingen als Kunden

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Hersfeld-Rotenburg. Hilfsbereitschaft und Unterstützung erfahren die meisten Flüchtlinge, die im Landkreis Hersfeld-Rotenburg angekommen sind. Inzwischen haben jedoch Geschäftemacher entdeckt, dass mit den Menschen aus einer anderen Kultur, die hier Orientierung suchen, Geld zu verdienen ist.

So sind im benachbarten Schwalm-Eder-Kreis professionelle Berater in Flüchtlingsunterkünften aufgetaucht, die sich ihre Unterstützung teuer bezahlen lassen oder die versuchen, den Geflüchteten teure Handy-Verträge oder Versicherungen aufzuschwatzen.

In Oberaula, so berichtet Donata von Schenck zu Schweinsberg, Vizepräsidentin des DRK in Deutschland und engagierte Flüchtlingshelferin vor Ort, seien so genannte Drücker unterwegs, die behaupteten, Asylsuchende hätten Abo-Verträge für Zeitschriften abgeschlossen. Mit Unterstützung einer ehrenamtlichen Helferin habe sich der Betroffene jedoch erfolgreich zur Wehr gesetzt.

Frank Hildebrand, dem Leiter des Fachdienstes Migration-Flüchtlinge im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, ist bisher nur ein einziger Fall zu Ohren gekommen, in dem ein professioneller Berater tätig war. „Und da ist es unseren Betreuern gelungen, den Betroffenen zu überzeugen, dass der Berater Quatsch erzählt hat“, sagt Hildebrand. Der Kreis habe zahlreiche Berater im Einsatz, und die seien umfassend tätig und hätten auch das Vertrauen der Flüchtlinge. „Wenn es irgendwelche Probleme gibt, kommen die Leute auch zu uns. Die Menschen werden nicht alleingelassen“, betont er. „Wir gucken auch, dass solche Leute gar nicht in die Heime reinkommen. Da ist tagsüber eigentlich immer ein Betreuer anwesend.“

Hildebrand verweist zudem auf die gute und enge Zusammenarbeit mit der Migrationsberatung der Diakonie und mit den Unterstützerkreisen, die sich vor Ort um die Neuankömmlinge kümmern.

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