Alles anders als sonst

Zwischen den Zeilen: Die Spannung steigt

In der Kolumne Zwischen den Zeilen geht es in dieser Woche um Wahlen, Verfahren und Funde.

Jetzt ist für die meisten erst mal Wochenende, doch ab Montag ist dann leider alles wieder ein bisschen anders. Keine Restaurantbesuche mehr, keine Kinoabende, kein Sport gemeinsam mit anderen im Fitnessstudio ... und das im ohnehin meist tristen November. Aber es ist wohl notwendig und es gibt Schlimmeres als gesund und munter die Herbstabende auf dem Sofa zu verbringen. Und wie sagte uns Bad-Betreiber Kay Thimet: schwimmen ist nicht lebensnotwendig. Man ist indes irgendwie versucht, das Wochenende noch mal für all das zu nutzen, was nächste Woche nicht mehr geht. Aber wäre das klug? Wohl eher nicht. Gegen den Spaziergang an der frischen Luft und eine Portion Nudeln vom Lieblingsitaliener für zu Hause spricht zum Glück nichts.

Etwas anders vorgestellt haben sich wohl auch die Bürgermeisterkandidaten in Haunetal und Niederaula den entscheidenden Abend am Sonntag. In Haunetal hat

Timo Lübeck seine geplante Wahlparty längst abgesagt. Er will nicht mal ins Rathaus kommen, um das Ergebnis live zu hören, sondern zu Hause bangen und hoffen. Amtsinhaber Gerd Lang will zwar zum Rathaus kommen, aber wahrscheinlich nur in Begleitung seiner Frau, denn für die breite Öffentlichkeit geöffnet sind die Rathäuser diesmal nicht. Ähnlich sieht es in Niederaula aus, wo die Ergebnisse open-air vor dem Amtssitz bekannt gegeben werden sollen. Bei Regen steht die Feuerwehrhalle zur Verfügung. Es wird somit auch für uns als Journalisten anders laufen als sonst. Schon verabschiedet haben wir uns gedanklich von den sonst obligatorischen Fotos mit Blümchen und Küsschen, Familie, Unterstützern und Offiziellen. Aber vielleicht wird das manchen Leser ja auch freuen. Wie heißt es so schön: Mal was anneres.

Aufatmen kann derweil der FDP-Politiker aus Bad Hersfeld, dem via Facebook vorgeworfen worden war, im Sommer eine Mitarbeiterin der Festspielkantine unsittlich belästigt zu haben. Der FDP-Stadtverband hatte daraufhin Strafanzeige wegen übler Nachrede gestellt.

Auf Nachfrage bei der Staatsanwaltschaft in Fulda hieß es nun, das Verfahren sei nach Paragraf 153 a der Strafprozessordnung gegen eine Geldauflage eingestellt worden. Es werde nicht weiter ermittelt. Mit Zustimmung des für die Eröffnung des Hauptverfahrens zuständigen Gerichts und des Beschuldigten kann die Staatsanwaltschaft demnach bei einem Vergehen vorläufig von der Erhebung der öffentlichen Klage absehen und zugleich dem Beschuldigten Auflagen und Weisungen erteilen, wenn diese geeignet sind, das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung zu beseitigen, und die Schwere der Schuld nicht entgegensteht, heißt es dazu. Der FDP-Politiker war bislang unbescholten und gilt nun auch weiter als unschuldig.

Leider noch keine neuen Informationen gibt es zu den überraschenden Funden, die die Bauarbeiter bei der Teilsanierung der Hersfelder Stadtmauer gemacht haben. Im Inneren hatten sie gleich mehrere Steine mit diversen Inschriften entdeckt, die sogleich dem Landesamt für Denkmalpflege gemeldet wurden, das deren Bedeutung prüfen soll. Auf einem Stein ist beispielsweise gut die Jahreszahl 1684 zu erkennen, bei einem Weiteren scheint es sich um einen Grabstein zu handeln. Ergebnisse gibt es laut Stadtsprecher Meik Ebert jedoch noch nicht. Spannend sind die historischen Steine allemal. Ob spannender als die Wahlen am Sonntag, wage ich allerdings nicht zu behaupten .... (Nadine Maaz)

Rubriklistenbild: © Ludger Konopka

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