Viele feiern auch ohne Lullusfest

Der andere Lollsmontag: Gänsehaut, Kastanien und Scherben am Abend

Ein Prosit auf den anderen Lollsmontag: Mit Musik und Proviant im Gepäck feierten am Montag wie zu erwarten viele Lolls-Fans auch ohne Festumzug und echtes Lullusfest. Weitere
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Ein Prosit auf den anderen Lollsmontag: Mit Musik und Proviant im Gepäck feierten am Montag wie zu erwarten viele Lolls-Fans auch ohne Festumzug und echtes Lullusfest.

Hier Kastanien, dort Lullusfeuer in flüssiger Form und laute Partymusik: Viele Lolls-Fans zog es am Montag wie zu erwarten auch ohne Lullusfest in die Bad Hersfelder Innenstadt.

Bad Hersfeld - Am Mittag war es rund um die Feuergrube allerdings noch überschaubar, in den extra abgesperrten Bereich ließen die ganz in Schwarz gekleideten Herren vom Sicherheitsdienst ohnehin nur maximal 60 Personen, die geimpft, genesen oder negativ auf das Coronavirus getestet sein mussten. Die Laune auf beiden Seiten des Eingangs war dennoch gut. Ärger habe es noch keinen gegeben, hieß es.

Eintrittskarte: Mit solchen Tickets wurde die Personen-Zahl an der Feuergrube erfasst.

Das Fierche war in mehr oder weniger „geheimer Mission“ bewusst schon am frühen Morgen entzündet worden, Feuermeister Klaus Otto stimmte pünktlich um zwölf Uhr mittags – zur eigentlich üblichen Eröffnung – trotzdem eine von vielen lautstarken Attacken und den Schlachtruf „Enner, zwoon, dräi – Bruder Lolls“ an. Zwar könne keine Alternative „unser geliebtes Fest“ ersetzen, dennoch gelte sein Dank den Organisatoren und Vertretern der Stadt, die sich redlich um andere Lösungen bemüht hätten.

Der „Andere Oktober“ lockt nun bis zum 24. Oktober mit Riesenrad, Kinderkarussells sowie einigen wenigen Buden auf den Marktplatz und in die Fußgängerzone. Extra aus Homberg/Efze angereist waren Pia, Farina und Tristan Schmidt, um Kastanien ins Feuer zu werfen. Die Familie kommt sonst gern mittwochs zum Dippenmarkt, die Kritik an der erneuten Absage und dem Ersatzprogramm kann Pia Schmidt aber nicht nachvollziehen. „Man kann doch froh sein, dass überhaupt was los ist.“ Auch dass der Zugang zum Fierche kontrolliert wird, findet sie nicht nur in Ordnung, sondern richtig.

Der etwas andere Lollsmontag in Bad Hersfeld

„Anderer Oktober“ statt Lullusfest: Trotzdem tummelten sich am Montag zahlreiche Lolls-Fans am Fierche und rund um den Marktplatz.
„Anderer Oktober“ statt Lullusfest: Trotzdem tummelten sich am Montag zahlreiche Lolls-Fans am Fierche und rund um den Marktplatz.
„Anderer Oktober“ statt Lullusfest: Trotzdem tummelten sich am Montag zahlreiche Lolls-Fans am Fierche und rund um den Marktplatz.
„Anderer Oktober“ statt Lullusfest: Trotzdem tummelten sich am Montag zahlreiche Lolls-Fans am Fierche und rund um den Marktplatz.
Der etwas andere Lollsmontag in Bad Hersfeld

Glücklich und zufrieden waren auch Romana Kalbfleisch und ihr Sohn Richard, die sonst alle zwei Jahre mit ihrem Backfischturm beim Lullusfest sind und nun Heliumballons verkaufen. Natürlich sei dieser Montag nicht mit dem üblichen Lollsmontag zu vergleichen, doch schon am Wochenende – bei besserem Wetter – sei in der Stadt überraschend viel los gewesen. „Uns geht das Herz auf“, so die Schaustellerin, „wir haben richtig Gänsehaut.“ In Bad Hersfeld zu arbeiten sei immer etwas Besonderes, „es macht richtig Spaß hier“. Auch das mobile Spielcasino von Rudi Galle war gut frequentiert, auf dem Kinderkarussell drehten die Jüngsten ihre Runden und vor der Fischbude auf dem Linggplatz bildete sich am Mittag eine lange Schlange.

Ihre eigenen Theken und mobilen Discos hatten sich derweil einige Partywillige mitgebracht. Für sie war eben irgendwie doch Lollsmontag, auch ohne Lullusfest.

Polizeipräsenz und Scherben am Abend: Vor allem auf dem Linggplatz wurde es voll, laut und dreckig.

Und so sah es dann zu fortschreitender Stunde auch auf dem Linggplatz aus. Zwischen Flaschen und Scherben hatten Polizisten das Geschehen im Blick. Durch die Feiernden hindurch geleiteten sie gemeinsam mit dem Sicherheitspersonal einen Rettungswagen und den Notarzt zum Einsatzort.

Bis zum frühen Abend meldete die Polizei indes keine besonderen Vorkommnisse. Etwa 700 bis 800 Personen hielten sich laut Dienstgruppenleiter Patrick Figge am Nachmittag „zwischen Linggplatz und Kajüte“. Das sei indes deutlich weniger als an einem „echten“ Lollsmontag. (Nadine Meier-Maaz)

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