„Das Jahr gibt den Takt vor“

Bad Hersfelder Grünpflegekolonne sorgt für ansprechendes Stadtbild

Damit der Schildepark nächstes Frühjahr wieder blüht: Kerstin Mäurer (links) und Christina Renner graben mit ihren Kollegen über 9000 Blumenzwiebeln ein.
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Damit der Schildepark nächstes Frühjahr wieder blüht: Kerstin Mäurer (links) und Christina Renner graben mit ihren Kollegen über 9000 Blumenzwiebeln ein.

Das Jahr gibt den Takt vor: Die Bad Hersfelder Grünpflegekolonne sorgt für ansprechendes Stadtbild.

Bad Hersfeld – Sieben Uhr: Arbeitsbeginn der Bad Hersfelder Grünflächenkolonne. Zuerst Treffen am Bauhof, Verteilung der Aufgaben und dann geht es mit der Gruppe zum Einsatzort.

„Das Jahr gibt den Takt vor“, sagt Karl-Josef Höfer, Leiter der Grünflächenpflege. Aktuell steht deshalb das Pflanzen von Blumenzwiebeln, Stauden und Gehölzen auf dem Plan. 68 745 Zwiebeln werden von den Mitarbeitern eingepflanzt, damit die Stadt im nächsten Frühjahr wieder bunt blüht. Über 9 000 Zwiebeln sind allein für den Schilde-Park vorgesehen. Zudem sollen dieses Jahr noch 50 Bäume gepflanzt werden.

Später im Herbst sind Fällarbeiten und Gehölzschnitt an der Reihe. In der kalten Jahreszeit übernimmt das Team von Höfer dann auch den Winterdienst.

Christina Renner und Kerstin Mäurer haben ihre Ausbildung zur Landschaftsgärtnerin bei der Stadt Bad Hersfeld absolviert und sind nun mittlerweile 30 Jahre im Dienst. „Wir arbeiten alle gut zusammen“, sagt Renner, die sich überwiegend um Kur- und Schilde-Park kümmert. Höfer ergänzt: „Wie Zahnräder, die genau ineinandergreifen, so arbeiten wir auch zusammen.“ Besonders arbeitsintensiv seien die Sommermonate, da in dieser Zeit manche Kollegen nur mit der Bewässerung beschäftigt seien. „Man wird eigentlich nie fertig“, sagt Höfer. In ihrer langjährigen Berufspraxis wurden die Landschaftsgärtner auch schon manches Mal von Bürgern in ihrer Arbeit behindert. Renner berichtet, dass Leute manchmal die Bewässerungsanlage ausgedreht haben, weil sie das Wasser, das teilweise auch auf den Gehweg „regnet“ stört. „Das nimmt viel Zeit in Anspruch, in der die Kollegen dann im Beet fehlen“, sagt sie. Ein häufiges Ärgernis ist zudem der Hundekot in den Rabatten.

Mäurer erzählt, dass sie für ihre Arbeit auch häufig gelobt wird. Das gilt dann aber meist für offensichtliche Arbeiten, wie beispielsweise das Bepflanzen der Blumenkübel in der Innenstadt. Dass sie aber auch Gitterroste reinigt, wissen die wenigsten.

„Wir schauen, wo etwas im Argen liegt“, sagt Mäurer. So werde in der Festspielsaison ein besonderes Augenmerk auf den Stiftsbezirk gelegt, während des Weinfestes stehe der Kurpark im Fokus. Jeder aus dem Team hat ein Auge auf seine Umgebung und gibt Bescheid, wenn hier ein Beet oder dort eine Wiese bearbeitet werden muss. „Wir tauschen uns immer aus, die Kommunikation funktioniert gut“, sagt Höfer. Die Hinweise seiner Kollegen berücksichtigt er dann bei der Planung und Einteilung der Aufgaben.

Neben den großen Flächen Kurpark, Schildepark, Stiftsbezirk und Staudengarten kümmert sich das 35-köpfiige Team auch um alle Grünflächen der Hersfelder Stadtteile. Hierzu zählen Mäharbeiten und Heckenschnitte sowie die Pflege der Sport- und Spielplätze. Allein vier Personen sind täglich für die Stadtreinigung im Einsatz –  sie leeren die Mülleimer und sammeln wahllos weggeworfenen Müll auf. „Das Müllaufkommen ist massiv gestiegen“, berichten die Mitarbeiter. Neben der Anlagengruppe mit 35 Mitarbeitern gibt es noch eine zehnköpfige Friedhofsgruppe, die sich zusätzlich zur Grünflächenpflege auch um die Gräber kümmert. Sie heben Gräber aus, bauen alte Ruhestätten zurück und pflegen die Ehren- und Kriegsgräber. (Laura Hellwig)

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