Hotelbau in Meeschendorf

Dämpfer für Fehmarn-Pläne

Der Bau- und Umweltausschuss auf Fehmarn hat grünes Licht für ein Familienhotel auf dem Gelände der Ferienanlage des Kreises Hersfeld-Rotenburg in Meeschendorf  gegeben.

Es ist ein „Ja, aber...“ des Gremiums für den österreichischen Hotelbetreiber Jufa. Denn von dem geplanten vierstöckigen Hotelgebäude samt Anbau mit etwa 100 Zimmern (siehe Grafik) wollen die Ausschussmitglieder nichts wissen.

Es ging um den Aufstellungsbeschluss und damit den ersten Schritt zu einem gültigen Bebauungsplan. Der elfköpfige Ausschuss war bei einer Gegenstimme dafür. Damit kann der Investor mit den konkreten Planungen beginnen. Aber: „Wir wollen maximal zwei Stockwerke mit Flachdach, das ist Konsens über alle Fraktionen“, so der Vorsitzende Andreas Herkommer (SPD). Für das massive Vorhaben der Österreicher gebe es keine Mehrheit auf der Ostseeinsel.

„Dass das Projekt nicht in den Dimensionen der ersten Grobplanung erfolgen kann, ist wahrscheinlich“, sagt Jufa-Sprecher Martin Seger-Omann auf Anfrage unserer Zeitung. Das Unternehmen freue sich aber, dass es nun in die nächste Phase gehe. Jetzt werden Gespräche mit allen Beteiligten gesucht und benötigte Studien erarbeitet. „Wir wollen nichts durchboxen“, so Seger-Omann.

Für Jufa rennt die Zeit: Das Baurecht für das Hotel muss bis 23. Juni 2021 vorliegen – dann tritt der neue und 150 Meter lange Küstenschutzstreifen in Kraft, in dem ein Großteil der geplanten Anlage liegt. Der bestehende bebauungsfreie Streifen zwischen Ostsee und Anlage von 50 Metern soll eingehalten werden. Das derzeitige Baurecht lässt kein Hotel zu. „Wir liegen gut in der Zeit“, so der Jufa-Sprecher. Die Ausrichtung als für die Region offenes Familienhotel sei nicht auf den Kopf gestellt worden.

Den letzten Beschluss fasst das Parlament auf Fehmarn. Damit sei frühestens Ende 2020 zu rechnen, sagt Andreas Herkommer. 

Hotels rar gesät

Hotels sind auf Fehmarn rar gesät. Der Plan der Jufa-Gruppe aus Österreich, auf dem Grundstück des Landkreises Hersfeld-Rotenburg in Meeschendorf auf Fehmarn ein Familienhotel zu errichten, trifft daher bei Kommunalpolitik und Stadtverwaltung auf Zustimmung. Nur das vierstöckige Hotelgebäude mit einer Höhe von 13 bis 14 Metern und einer Länge von rund 90 Metern hält die Politik der Ostseeinsel für überdimensioniert. 

„Das Konzept stimmt“, lobte SPD-Sprecher Heinz Jürgen Fendt am Dienstagabend. Der Hotelbetrieb, der die Kreis-Erholungsstätte ersetzen soll, richtet sich laut Jufa an Familien, Vereine, Schulen, Jugendgruppen und Individualreisende. Das Areal soll nun im Flächennutzungsplan als Sondergebiet Hotel und nicht mehr als Sondergebiet Ferienlager ausgewiesen und ein passender Bebauungsplan aufgestellt werden. 

Bei der Ausschusssitzung meldete sich auch die Betreiberin des angrenzenden Campingplatzes zu Wort. Sie befürchtet den Schattenwurf, sollte das von Jufa Hotels gewünschte vierstöckige Gebäude kommen. Die Entscheidungsträger auf Fehmarn teilen die Bedenken: „Halbe Höhe, halbe Länge“, forderte eine CDU-Vertreterin. „Wir haben ganz klar rote Linien aufgezeigt“, sagt Bauausschuss-Chef Andreas Herkommer, vier Etagen hätten „in der nächsten Runde keine Chance“. 

Der weitere Ablauf

Der weitere Ablauf: Auf den Aufstellungsbeschluss folgt der Auslegungsbeschluss. In beiden Fällen bekommen Träger öffentlicher Belange die Gelegenheit, Einwände vorzubringen. Dann entscheidet das Stadtparlament der Ostseeinsel – spätestens wohl im Frühjahr 2021. Bis dahin ruht der Betrieb in der Ferienanlage: Mitte Oktober reisten die letzten Gäste ab (wir berichteten). Die Angestellten will Jufa bei Interesse übernehmen. Das Hotelunternehmen setze auf regionale Arbeitskräfte, so Sprecher Seger-Omann. Mit dem Haustechniker der Kreisanlage sei man sich bereits einig. Nach dem langen Ringen um die Zukunft der Ferienstätte hatte der Kreistag im Juni einem Erbpachtvertrag mit Jufa zugestimmt. Die Laufzeit: 75 Jahre

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