Inzwischen 50 bis 100 Anrufe am Tag

Corona-Hotline des Landkreises: Anfangs bis zu 1300 Anrufer täglich

Florian Krauß und Sina Morgner sitzen mit einer Trennscheibe zwischen sich am Schreibtisch und beantworten am Telefon Fragen der Bürger. 
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Zu erreichen über die Corona-Hotline des Landkreises: Florian Krauß und Sina Morgner kümmern sich um die Anliegen der Bürger.

Bis zu 1300 Anrufe gingen anfangs bei der Corona-Hotline des Landkreises Hersfeld-Rotenburg ein. Inzwischen sind es deutlich weniger. Beratungsbedarf gibt es aber immer noch.

Hersfeld-Rotenburg – Unsicherheit und Hilflosigkeit haben die Menschen umgetrieben, als am Mittwoch, 11. März, der erste Corona-Fall im Landkreis Hersfeld-Rotenburg bestätigt wurde. Das Landratsamt richtete deshalb ein Bürgertelefon ein, um Fragen aus der Bevölkerung zu beantworten. Zu Hochzeiten nahmen die Mitarbeiter der Kreisverwaltung täglich bis zu 1300 Anrufe entgegen. Heute sind es im Schnitt nur noch 50 bis 100.

Als der erste positive Test bekannt wurde, habe der Verwaltungsstab festgestellt, dass sofortiger Handlungsbedarf bestehe. Zwei Tage später hatten sich drei Mitarbeiter der Kreisverwaltung gefunden, die sich den Fragen der Anrufer stellten. In der Woche darauf wurde wegen der enormen Zunahme an Anrufen auf zunächst fünf, später auf sechs Mitarbeiter aufgestockt.

Gearbeitet wurde an der Corona-Hotline zu Beginn der Pandemie sieben Tage die Woche im Schichtbetrieb von 8 bis 18 Uhr. Zwölf Mitarbeiter waren täglich im Einsatz, die sich freiwillig aus verschiedenen Bereichen des Landratsamtes meldeten. Als Arbeitsplatz diente die neue Leitstelle, die zu dieser Zeit noch nicht in Betrieb war.

Florian Krauß, damals noch Auszubildender, erinnert sich, dass ihm, nachdem er bei einem Telefonat aufgelegt hatte, schon 50 verpasste Anrufe angezeigt wurden. „Man kann nicht alle Fragen beantworten“, sagt Krauß.

Vor allem zu Beginn der Coronakrise wurden wöchentlich oder sogar täglich neue Erkenntnisse und Regelungen bekannt gegeben. Dann mussten sich auch Krauß und seine Kollegen erst einmal einlesen und sich beim Gesundheitsamt informieren.

„Es war schwierig, immer am Ball zu bleiben“, erzählt er. Bislang haben nach Angaben von Kreis-Sprecher Pelle Faust insgesamt 15 808 Menschen bei der Hotline angerufen.

Wenn die Mitarbeiter mal nicht weiterwussten, leiteten sie die Anrufer auch an Hausärzte oder das Gesundheitsamt weiter. „Manchmal hätte man auch einen Anwalt am Telefon gebraucht“, berichtet Krauß und verweist auf die vielen komplexen Verordnungen.

Die Fragen reichten von allgemeinen Informationen zum Virus über Schulschließungen und Hygienemaßnahmen bis hin zu Verschwörungstheorien. Was im März die Reiserückkehrer aus den Skigebieten waren, so rufen heute vor allem Menschen an, die sich über Regelungen zum Sommerurlaub informieren wollen.

Vom täglichen, zehnstündigen Schichtbetrieb wurde die Corona-Hotline später zurückgefahren auf die Tage von Montag bis Freitag. Heute sind die Mitarbeiter nur noch zu den Geschäftszeiten der Kreisverwaltung erreichbar. Auch wurde das Bürgertelefon von der Verwaltung an das Gesundheitsamt übertragen, wo sich sechs Mitarbeiter zusätzlich zum Tagesgeschäft um die Anliegen der Bürger kümmern.

Hier ist auch Sina Morgner tätig. Sie wurde als sogenannter Scout vom Robert-Koch-Institut an das Gesundheitsamt des Landkreises gesandt, um dort bei der Kontaktpersonennachverfolgung die Mitarbeiter vor Ort zu unterstützen.

Die Erfahrung zeige, so Krauß und Morgner, dass die Menschen dankbar sind für verlässliche Infos übers Telefon. Eine Liste von 30 Mitarbeitern ermöglicht es der Verwaltung, das Bürgertelefon wieder aufzustocken, falls der Bedarf wieder steigen sollte. (Laura Hellwig)

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