Arbeit unter erschwerten Bedingungen

Begleitung am Lebensende: Hospizvereine im Kreis Hersfeld-Rotenburg sind weiter aktiv

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Eine Hospizmitarbeiterin hält die Hand eines todkranken Menschen. Die Begleitung am Ende des Lebens und die Unterstützung der Angehörigen gehört zu den Aufgaben der Hospizvereine.

Auch die Hospizvereine in Bad Hersfeld und Rotenburg arbeiten coronabedingt unter erschwerten Bedingungen. Hausbesuche etwa sind derzeit meist nicht erwünscht. 

Sie sind da, wenn es zu Ende geht, begleiten Sterbende in der letzten Phase ihres Lebens und auch deren Angehörige, die oft mit dem nahenden Verlust schwer umgehen können: Die Helferinnen und Helfer der Hospizvereine im Landkreis Hersfeld-Rotenburg arbeiten zurzeit unter erschwerten Bedingungen.

Denn viele Familien möchten nicht, dass in Zeiten von Corona Außenstehende ins Haus kommen, berichtet Felicitas Susanne Lamm, Vorsitzende des Ökumenischen Hospizvereins Bad Hersfeld. Dann versuchen die Sterbebegleiter, den Kontakt zu den Erkrankten und ihren Familien per Telefon oder Skype zu halten. In den vergangenen Monaten habe es allerdings keine Anfragen für neue Begleitungen gegeben, berichtet Lamm.

Beim regionalen Hospizverein Rotenburg seien nur wenige Anfragen für Begleitungen eingegangen, berichtet Koordinatorin Ilona Erbe, und wenn, dann nur im häuslichen Bereich. In den Heimen gebe es immer noch ein strenges Zugangsverbot, „auch für mich als Koordinatorin“, bedauert sie. Deshalb ist sie froh, dass einige der Hospizhelfer in den Einrichtungen beschäftigt sind und sich in ihrer Freizeit um die Menschen in ihrer letzten Lebensphase kümmern können.

Einen Schwerpunkt hat der Rotenburger Hospizverein derzeit auf die Unterstützung von Menschen gelegt, die beruflich oder persönlich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen sind. Erkrankte, Mitarbeiterinnen von Pflegeheimen, Kliniken oder Pflegediensten oder Angehörige, die unter dem Besuchsverbot leiden oder sich mit einem Todesfall auseinandersetzen müssen, können die telefonische Sprechstunde des Hospizvereins nutzen.

Telefonisch und über Online-Kontakte läuft auch die interne Kommunikation der Hospizvereine. Denn die regelmäßigen Treffen und auch die in Bad Hersfeld einmal im Monat stattfindende Supervision finden zurzeit nicht statt. Sie sind aber wichtig für diejenigen, die Menschen am Ende ihres Lebens begleiten und dabei durchaus auch belastende Situationen erleben. „Man ist immer betroffen“, sagt Felicitas Susanne Lamm. Gerade nach längeren Begleitungen fühle man sich fast wie ein Familienmitglied.

Online-Angebote zur Supervision, Einzelgespräche oder eben der Telefonkontakt mit Vorstandsmitgliedern oder den Koordinatorinnen soll hier Unterstützung bieten.

Erleichtert ist Lamm, dass nun immerhin das Büro des Ökumenischen Hospizvereins wieder geöffnet ist, sodass dort Beratungsgespräche stattfinden können. Dabei geht es nicht nur um Sterbebegleitungen, sondern auch um Patientenverfügungen oder Vorsorgevollmachten. Alle Gruppentreffen, zum Beispiel das Trauercafé, die Gruppe für trauernde Eltern oder der neu geplante Stammtisch können zurzeit allerding nicht stattfinden.

Beide Hospizvereine wollen jedoch möglichst bald wieder ausbilden. Denn neue Helferinnen und vor allem auch Helfer werden immer gebraucht. (zac)

Kontakt:

Der Ökumenische Hospizverein Bad Hersfeld hat seine Büroräume im Haus der Begegnung, Kirchplatz 9 in Bad Hersfeld. Das Büro ist montags, mittwochs und freitags von 10 bis 12 Uhr geöffnet und telefonisch unter Telefon 0 66 21/79 47 42 oder 0174/ 80 10 400 zu erreichen. E-Mail: info@hospiz-hersfeld.de. Um Voranmeldung wird gebeten. Ansprechpartnerinnen sind die Koordinatorinnen Birgit Berger, Karin Glorius und Martina Lotz-Hartwig. Der im Februar neu gewählte Vorstand besteht aus Felicitas-Susanne Lamm (Vorsitzende), Brunhilde Zuber (Stellvertreterin), Karin Schaffert (Schatzmeisterin), Elke Skwirba (Schriftführerin sowie den Beisitzern Elke Möllfer, Holle-Kristina Notz-Fischer, Hans Joachim Kuhn, Conny Kosemund und Sabine Müller. www.hospiz-hersfeld.de

Der Regionale Hospizverein Rotenburg hat seinen Sitz im Kreiskrankenhaus, Am Emanuelsberg 1 in Rotenburg, und ist telefonisch täglich zwischen 9 uns 18 Uhr unter 0 66 23/86 2222 und per E-Mail unter hospizverein@kkh-rotenburg.de zu erreichen. Koordinatorinnen sind Karin Ruch und Ilona Erbe, als Palliativbeauftragte ist Tina Schmidt am Kreiskrankenhaus tätig. Dem Vorstand gehören außerdem Ursula Dangschat (Vorsitzende), Irene Scherner und Ute Kern als Stellvertreterinnen, Margareta Griese und Yvone Pott als Schatzmeisterinnen, Caren Hünlich und Hans Helmut Schweitzer als Schriftführer sowie Helga Charanza, Ursula Ender, Ilse Koch und Nanette Petersen an. www.hospiz-rof.de.

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