Coronavirus im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Verbrecherjagd geht weiter: Polizei passt Arbeit der Corona-Krise an - Kontrollen in Parks

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Wir sind für euch da – bleibt ihr für uns zu Hause: Diese eindeutige Botschaft sendet die Dienstgruppe A der Polizeistation Bad Hersfeld.

Das Coronavirus stellt auch die Polizei – und damit die örtlichen Einsatzkräfte in den Polizeistationen Bad Hersfeld und Rotenburg – vor nie dagewesene Herausforderungen.

Mobile Trennwände aus Plexiglas, Vernehmungen am Telefon, Homeoffice, wo es geht, und ein vereinheitlichtes Vier-Schichten-System: Das Coronavirus stellt auch die Polizei – und damit die örtlichen Einsatzkräfte in den Polizeistationen Bad Hersfeld und Rotenburg – vor nie dagewesene Herausforderungen. Ihren Aufgaben von Hilfe in akuten Notlagen bis systematischer Kriminalitätsbekämpfung könne sie aber natürlich trotzdem noch nachkommen, betont Dominik Möller, Sprecher des Polizeipräsidiums Osthessen.

„Die Polizei hat die wichtige Aufgabe, die Bevölkerung zu schützen und die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrechtzuerhalten“, so der Kriminalhauptkommissar. Weil dies sei aber nur mit gesunden Einsatzkräften möglich sei, seien umfassende Vorsorgemaßnahmen getroffen worden, um die Verbreitung des Virus einzudämmen beziehungsweise Erkrankungen so weit wie möglich zu vermeiden und die Folgen für die Polizei möglichst gering zu halten.

Corona in Hersfeld-Rotenburg - Persönliche Schutzausstattung im Streifenwagen

Wie in allen hessischen Polizeipräsidien wurde dafür auch im Präsidium Osthessen eigens ein Koordinierungsstab eingerichtet, der sich unter anderem mit den Betriebsärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit abspricht. „Es herrscht derzeit eine Situation, die wir in der Form zuvor noch nicht erlebt haben“, gibt Polizeisprecher Dominik Möller zu.

Schon seit 2009 gibt es in jedem Streifenwagen eine persönliche Schutzausstattung, zu der Einweghandschuhe, Mundschutz und Desinfektionsmittel gehören, um Infektionsgefahren jeder Art zu vermeiden. „Weitere Infektionsschutzausstattungen werden auf den Dienststellen für den Bedarfsfall vorgehalten“, erklärt Möller. „Wir sind gut aufgestellt, was das angeht.“ Im akuten Einsatz sei es natürlich nicht immer möglich, Schutzausrüstung anzulegen und es „sitzt auch niemand mit Mundschutz im Wagen“. Aber: „Sie kann genutzt werden und sie wird auch genutzt.“

Corona in Hersfeld-Rotenburg - Besucherverkehr eingeschränkt

Darüber hinaus habe die Polizei im Streifendienst ihr Schichtmodell auf einen Vier-Schicht-Betrieb umgestellt, um Überschneidungen der Dienstgruppen und die Infektionsgefahr zu reduzieren. Zudem werde in dafür geeigneten Arbeitsbereichen verstärkt Telearbeit angeboten und genutzt. Dies gelte insbesondere für Mitarbeiter, die zur Risikogruppe gehören. Sollte es dennoch Ausfälle geben, sei man vorbereitet. „Diese können durch Personalverschiebungen innerhalb der Präsidien oder durch Zuweisung von Kräften der Bereitschaftspolizei kompensiert werden“, versichert der Pressesprecher. „Der Schutz der Bevölkerung sowie die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ist jederzeit gewährleistet.“

Um das Ansteckungsrisiko auf den Polizeidienststellen zu minimieren, wurde auch der Besucherverkehr auf das erforderliche Maß beschränkt (siehe Hintergrund). „Gleiches gilt für Befragungen und Vernehmungen“, erläutert Möller. Diese finden nach Möglichkeit telefonisch oder schriftlich statt. „Sollte in dringenden Fällen eine persönliche Vernehmung erforderlich sein, dann unter besonderer Beachtung von Hygiene- und Vorsorgemaßnahmen, wie der Einhaltung eines Mindestabstands sowie der Nutzung von mobilen Trennwänden aus Plexiglas.“

Corona in Hersfeld-Rotenburg: „Wir fahren raus und verfolgen Straftaten“

Man stehe nach wie vor rund um die Uhr zur Verfügung und helfe in akuten Notlagen. „Wir fahren raus und verfolgen Straftaten“, sagt Möller ganz klar. Die Präsenz im öffentlichen Raum sogar erhöht hat Polizei, um die Einhaltung der Anti-Corona-Maßnahmen zu überwachen, beispielsweise in Parks und Sportanlagen. Unterstützung gibt es dabei von Kräften der hessischen Bereitschaftspolizei. „Die allermeisten Menschen halten sich daran“, kann Möller berichten. Nur vereinzelt seien Verstöße festgestellt worden, etwa Verabredungen zum gemeinsamen Fußballspielen.

Dann versuche man zunächst, in Gesprächen zu sensibilisieren, wobei sich die meisten einsichtig zeigten. „Wenn erforderlich, werden wir Verstöße aber konsequent verfolgen“, so Möller. Der Strafrahmen richtet sich nach dem Infektionsschutzgesetz und reicht von Geldbuße bis hin zur Freiheitsstrafe. Auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg habe es bisher aber keine besonderen Vorkommnisse gegeben. Eine Zunahme von häuslicher Gewalt sei bisher zum Glück ebenfalls noch nicht festgestellt worden.

mic/nm

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