Coronavirus im Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Krisenstab statt Einzelkampf: SPD, CDU, Grüne/NBL kritisieren mangelnde Kommunikation

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Rathaus Bad Hersfeld

Wegen der Corona-Pandemie kritisieren SPD, CDU, Grüne/NBL die mangelnde Kommunikation und sind für die Einrichtung eines Krisenstabs.

Hersfeld-Rotenburg - Die Einrichtung eines Krisenstabs zur Bewältigung der Corona-Pandemie halten SPD, CDU und Grüne/NBL im Bad Hersfelder Stadtparlament für unabdingbar. Gleichzeitig zeigen die drei Fraktionen, die die Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung stellen, Verständnis für Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus.

Auch wenn Kontaktverbote und die Schließung fast allen öffentlichen Lebens schmerzlich sind, sei die unerlässlich, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, so die Fraktionsvorsitzenden Karsten Vollmar (SPD), Andreas Rey (CDU) und Andrea Zietz (Grüne/NBL) in einer Pressemitteilung.

Kritik üben die Fraktionsvorsitzenden an der mangelnden Kommunikation aus dem Rathaus. „Wir werden bis heute nicht eingebunden bei den wichtigen Entscheidungen. Einen Informationsfluss an die Fraktionen gibt es de facto nicht“, beklagt Andreas Rey (CDU).

Corona in Hersfeld-Rotenburg: Rathaus soll Krise aktiv managen

In vielen Kommunen und Behörden sei längst ein Krisenstab aufgestellt worden, der die Lage tagesaktuell im Blick hat und entsprechend reagiert und informiert. Es sei unerlässlich, dass gerade die Kreisstadt, in der rund 30 000 Einwohner leben, mit einem solchen, täglich tagenden Stab ausgestattet werde. Leider sei das ebenfalls noch nicht geschehen und das gesamte Krisenmanagement laufe allein über den Bürgermeister.

Dies könne aber unmöglich Aufgabe für einen Einzelnen sein, sondern müsse professionell auf mehrere kompetente Schultern verlagert werden, um gemeinsam Fehler zu vermeiden, der Verwaltung klare Arbeitsprioritäten zu vermitteln, und Bürger transparent zu informieren, heißt es in der Mitteilung.

Die Krise müsse aus dem Rathaus aktiv gemanagt werden. Zuständigkeiten in der Verwaltung müssten öffentlich benannt werden. „Ein Bürgermeister muss in einer solchen Krise im Rathaus präsent sein und seiner Verwaltung zur Verfügung stehen. Wir kommen da nur gemeinsam durch“, sind sich Rey, Vollmar und Zietz einig. Die drei Fraktionen unterstützen die Anregung, die Kitagebühren der nicht betreuten Kinder für April auszusetzen. Zeitgleich erwarten die Fraktionen jedoch, eine Bitte um finanzielle Unterstützung an das Land zu richten.

Corona in Hersfeld-Rotenburg: Besonderes Augenmerk auf Festspielen

Besonderes Augenmerk legen die drei Fraktionsvorsitzenden auf die Festspiele. Zahlreiche Festivals seien in Deutschland bereits abgesagt oder verschoben. „Die Festspiele sind für unsere Stadt von immenser Bedeutung“, so Andrea Zietz (Grüne/NBL). „Wie damit umgegangen wird, sollte gemeinsam erarbeitet und nicht mittels konkurrierender Einzelvorschläge über die Presse diskutiert werden.“ Hier erwarteten die drei Fraktionen mehr Informationen und eine offene Debatte, wie im Fall einer Absage ein alternatives Kulturprogramm im Sommer/Herbst aussehen könne.

„Die menschlichen Schicksale und die wirtschaftlichen Folgen seien in ihrer gesamten Auswirkung noch nicht absehbar. Der existenzbedrohenden Situation für viele Unternehmen, aber auch in Gastronomie und Einzelhandel sowie bei Vereinen und sozialen Trägern müsse man sich mit allen städtischen Mitteln entgegenstemmen. „Wir brauchen jetzt Mut und Zuversicht in dieser belastenden Situation“, so die drei Fraktionsvorsitzenden.

red/kai

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