14. Workshop

Mit Jazz ins neue Jahr: Dozenten-Konzert im Buchcafé

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Können auch singen: Die Dozentinnen des Jazz-Workshops in Bad Hersfeld.

Der 14. Classic-Jazz-Workshop in Bad Hersfeld ist in vollem Gange. Zum Auftakt präsentierten die Dozenten im Buchcafé ihr Können.

Schon bei der Probe war man sich schnell einig gewesen, dass seit dem vergangenen Jahr keiner älter geworden ist und somit der Classic-Jazz-Workshop auf alle Fälle noch ein paar Jahre weitergeführt werden könne. Die Gäste und Workshopteilnehmer im voll besetzten großen Saal des Bad Hersfelder Buchcafés stimmten mit zukunftsweisendem Beifall zu. Und dann rief Organisator Jan Luley (Piano) seine Jünger auf die Bühne.

Die Neujahrskonzerte des Classic-Jazz-Workshops im Buchcafé sind schon zur Tradition geworden. Mit feinstem Swing, klassischem Jazz und mit gewohnt hochkarätiger Besetzung bildete das Konzert der Dozenten am Donnerstag den Auftakt zur 14. Workshopwoche.

Mit Ulla Keller (Gesang), Lindy Huppertsberg (Kontrabass), Joe Wulf (Posaune), Thomas L’Etienne (Saxophon, Klarinette), Roman Klöcker (Gitarre, Banjo), Michael Ehret (Schlagzeug), Monika Marner (Saxophon), Christian Rien (Trompete) und Sven Hack (Klarinette, Saxophon) waren die altbewährten Dozenten angereist und boten ihren exzellenten Wünsch-Dir-Was-Jazz im Classicformat von 1900 bis 1940.

Altersgerecht startete das Tentett „The German Workshop Allstars“ mit „I Cried For You“ von Abe Lyman and His Orchestra aus dem Jahre 1923 und spann dann einen weiten Bogen von Blues, New Orleans Jazz und Swing bis Mainstream, Creole Jazz oder Bossa Nova.

Jeder Musiker hatte den Wunsch frei, ein spezielles Stück auszuwählen, die Zusammensetzung der Band neu zu bestimmen und den Hauptpart selbst zu spielen. Wie in der klassischen Jam-Session erhielten dabei die anderen Künstler ihren Solopart für ihre eigenen Variationen. Unter anderem wurden der bekannte Bossa Nova „Black Orpheus“ und der Sidney Bechet Jazzstandard „Petit Fleur“ gespielt. Dass Bassistin Lindy Huppertsberg und Saxophonistin Monika Marner auch sehr gut singen können, bewiesen sie im Terzett mit Ulla Keller beim Swing „Bei Mir Bistu Shein“. Und auch ihre Ukulele und das Kazoo hatte Ulla Keller natürlich wieder im Gepäck.

Christian Rien hatte sich den temporeichen Dixieland „Fidgety Feet“ aus 1918 für seine Trompete ausgewählt und spielte es sehr rasant im Septett mit Posaune, Klarinette, Piano, Kontrabass, Schlagzeug und Gitarre. Später wurde die Trompete gegen die Posaune und gegen die Gitarre zum Blues getauscht. Für die zahlreichen „Schüler“ im Publikum war das eine hochklassische wunderbare Offenbarung des Jazz, die sie ganz tief in sich einsogen und mit außerordentlich viel Szenenbeifall bedachten. Die Workshopteilnehmer hören und spielen bis Montagnachmittag in der Musikschule ihre eigenen Lektionen in Theorie und Praxis. Um 20 Uhr gilt es beim großen Abschlusskonzert dann, mit der eigenen Formation vor den kritischen, aber wohlwollenden Ohren der anderen Teilnehmer zu bestehen und den meisten Applaus einzuheimsen.

Von Steffen Sennewald

Wünsch-Dir-Was-Jazz im Bad Hersfelder Buchcafé

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