Premiere am Donnerstag um 19.30 Uhr

Circus Krone in Bad Hersfeld: Eine Stadt in der Stadt

Zirkus Circus Krone in Bad Hersfeld auf Festplatz neben Aquafit, Martin Lacey jr. mit Löwe
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Martin Lacey jr. sieht sich als besten Freund seiner 25 Löwen.

Mit rund 140 Fahrzeugen ist der Circus Krone unterwegs. 200 Mitarbeiter gehören dazu und mehr als 200 Tiere. Die Show "Mandana" wird ab Donnerstag in Bad Hersfeld gezeigt. 

Neben den Zelten, Ställen und Gehegen gibt es eine eigene Küche, aus der rund 160 alleinstehende Mitarbeiter verpflegt werden, eine Schneiderei, in der alle Kostüme genäht, gereinigt und getrocknet werden, eine Werkstatt, eine Sattlerei und eine Schule. Sogar eine eigene Feuerwehr hat der Zirkus.

„Wir sind eine Stadt in der Stadt“, sagt Frank Keller, „und brauchen eigentlich nur drei Dinge: das Gelände, einen Wasseranschluss und natürlich  das Publikum.“ In Bad Hersfeld ist zwar auch ein Stromanschluss vorhanden, aber selbst Strom könnte der Zirkus dank eigener Generatoren selbst produzieren. Keller ist Tierschutzbeauftragter des Zirkus und steht in engem Kontakt zum Beispiel mit den Veterinärämtern, er vertritt aber auch mal den Pressesprecher.

Für die Kostüme verantwortlich: Judith Dimoiu in der Schneiderei.

„Wir sind der meist kontrollierte Tierhalter der Welt“, sagt Keller mit Blick auf die wöchentlichen Kontrollen an jedem neuen Standort. So oft werde kein Bauernhof und kein privater Halter kontrolliert.

Als erstes zu hören und zu sehen sind auf dem Gelände die 25 Löwen und drei Tiger. Etwa 250 bis 280 Kilogramm bringen die Weibchen auf die Waage, die Männchen bis zu 350 Kilogramm. Das Futterfleisch wird jeweils für einen Monat eingekauft, eingefroren und dann portionsweise aufgetaut. Heu und Stroh bezieht der Zirkus von örtlichen Lieferanten. „Das sind keine Wildtiere, sondern Zirkustiere“, kontert Keller die Kritik der Tierschutzorganisation Peta. Die Raubtiere der Laceys lebten bereits in der 16. bis 20. Generation in menschlicher Haltung. Der 17 Jahre alte „King Tonga“ beispielsweise sei der „Vater aller weißen Löwen“. Im vergangenen Jahr habe man eine Löwin mit 28 Jahren einschläfern müssen. „In freier Wildbahn liegt die Lebenserwartung bei acht bis zwölf Jahren“, so Keller.

Wie groß das Gehege der Raubkatzen ist, kann er ad hoc nicht genau sagen, es liege aber über den Vorgaben, wobei ohnehin nicht die Quadratmeterzahl ausschlaggebend sei, sondern etwas anderes: „Die Tiere müssen beschäftigt werden“, betont Keller. Die 36 Pferde sind in einem mobilen Boxenstall untergebracht, der im Zirkus der erste seiner Art gewesen sei und die bis dahin übliche Anbindehaltung abgelöst habe. Außerdem stehen eine Koppel und eine Führanlage zur Verfügung. Seit 2006 hat der Stall auch einen Außenbereich. Kamele und Lamas gibt es ebenfalls zu sehen. Reine Schautiere hat der Circus Krone übrigens nicht. Alle Tiere sind in die Show einbezogen.

Genießt die Sonne: Auch dieses Kamel gehört zum Circus Krone.

27 Stationen umfasst die aktuelle Tournee „Mandana“, von Bad Hersfeld aus geht es weiter nach Fulda. Zirkus sei eine kulturelle Veranstaltung, die alle Generationen und Schichten anspreche, so Keller. Entsprechend angelegt sei das Programm, das im Wesentlichen auf drei Säulen fuße: der Exotik der Tiere, dem Nervenkitzel der Artisten und den Späßen der Clowns. Mitarbeiter aus zwölf Nationen gehören zum Team. „Wenn die Welt so funktionieren würde, wie der Zirkus, hätten wir weniger Probleme“, meint Keller. „Alle wissen, dass es ohne den anderen nicht geht, vom Star-Artisten bis zum Aufbauer“. Im 2400 Besucher fassenden Spielzelt herrschte am Mittwochnachmittag noch geschäftiges Treiben, doch bis zur Premiere ist alles „picobello“, weiß Keller.

Premiere heute 19.30 Uhr. Alle Termine: www.circus-krone.de.

VON NADINE MAAZ

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