1. Hersfelder Zeitung
  2. Bad Hersfeld

Christen im Kreis Hersfeld-Rotenburg erlebten einen anderen Heiligabend

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christine Zacharias

Kommentare

Die Abstände wurden eingehalten. Maximal 200 Zuschauer waren vom Kirchenvorstand zur Lichtvesper in der Stiftsruine zugelassen worden.
Die Abstände wurden eingehalten. Maximal 200 Zuschauer waren vom Kirchenvorstand zur Lichtvesper in der Stiftsruine zugelassen worden. © Herbert Janßen

Es war ein ganz besonderer Heiligabend in diesem zweiten Corona-Jahr. So viele Gottesdienste im Freien und an besonderen Orten hat es wohl noch nie gegeben. Das Angebot wurde gerne angenommen.

Hersfeld-Rotenburg – Auf dem Dorfplatz, in der Reithalle, im Feuerwehrhaus, vor der Kirche, in der Stiftsruine, vorm Rathaus, am Brunnen – und tatsächlich auch in der Kirche. Das Gottesdienstangebot am Heiligen Abend war so bunt und vielfältig wie selten. Den Pfarrerinnen und Pfarrern und den jeweiligen Kirchenvorständen war es ein Anliegen, dass Weihnachten in Gemeinschaft stattfindet. Die Menschen sollten zusammenkommen können, die Weihnachtsgeschichte hören, Krippenspiele ansehen und gemeinsam Weihnachtslieder singen können.

Digitale Angebote, bei denen jeder zuhause für sich den Gottesdienst im Internet verfolgt, sollten ein Zusatzangebot, aber nicht wie im vergangenen Jahr die Regel sein – darin war man sich in den meisten Gemeinden einig. Und so wurde überlegt und geplant und organisiert, damit möglichst viele Menschen den Heiligen Abend mit einem Gottesdienst beginnen oder beschließen konnten.

Für die Geistlichen bedeutete das - ebenso wie für die Gemeinden -, ihre Komfortzone zu verlassen. Und das im ganz wörtlichen Sinn, denn am Heiligen Abend blies ein kalter Wind. Immerhin, es war trocken.

In Haunetal war Pfarrer Thomas Funk mit dem Traktor unterwegs. Auf dem Anhänger war eine große Holzkrippe dabei, für Musik sorgte der Posaunenchor. Denn der Gemeindegesang verhalte auf den Dorfplätzen, auf denen die Menschen Abstand halten und doch gemeinsam feiern konnten.

Heiligabend-Gottesdienst im Feuerwehrhaus in Asbach unter Dach aber bei offener Tür mit Krippenspiel und Posaunenchor.
Heiligabend-Gottesdienst im Feuerwehrhaus in Asbach unter Dach aber bei offener Tür mit Krippenspiel und Posaunenchor. © Simon Leinweber

.„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit …“ war das Motto in Asbach an Heiligabend. Die großen Tore des Feuerwehrstützpunktes standen offen, etwa 200 Besucher konnten so sicher mit Pfarrer Simon Leinweber Gottesdienst feiern unter pandemischen Bedingungen. Es gab ein Krippenspiel, der Posaunenchor Asbach begleitete musikalisch.

Windlichter auf dem Platz hinter der Kirche markierten die Stellen, an denen die Besucher der Krippenfeier in der katholischen St. Lullus-Sturmius-Gemeinde in Bad Hersfeld sich aufstellen durften. Sie erlebten einen stimmungsvollen Gottesdienst, den Pastoralreferent Dr. Martin Nitsche hielt, der auch selbst Keyboard spielte, und ein liebevoll einstudiertes Krippenspiel der Kinder und Jugendlichen, verstärkt mit Mikrofonen und Lautsprechern.

Die gab es auch auf dem Marktplatz in Raboldshausen, wo Pfarrerin Susanne Leinweber viele weihnachtlich gestimmte Kinder und Erwachsene begrüßte. Der Posaunenchor gab musikalisch den Ton an, für die Gitarrenbegleitung sorgte Dorothea Mandt.

„Halte Deine Kerze hoch!“ – Pröpstin Kropf-Brandau nahm das Motto der Lichtvesper am Heiligen Abend in der Stiftsruine auf und betonte, dass das Licht des Sterns von Bethlehem auch durch die dunklen durch die Corona-Epedemie geprägten Zeiten führen kann.

Je nach Platzangebot und Sicherheitsbedürfnis galten Maskenpflicht, Abstandsregeln, 2- oder 3G-Vorschriften, sodass jeder seine Feier finden konnte.  (zac, hej, map, tab)

Auch interessant

Kommentare