Idee gemeinsam vorgestellt

Campus für den Nachwuchs soll Fachkräfte in den Landkreis locken

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Wünschen sich einen Campus für Nachwuchskräfte: Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling (vorn), Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, Reinhard Faulstich als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg und Landrat Dr. Michael Koch (hinten von links). Ein möglicher Standort wäre das Wever-Gelände, das sich im Bildhintergrund befindet.

Noch ist es „nur“ eine Idee, aber eine sehr gute und wichtige, da sind sich die Köpfe dahinter einig. Ein Azubi-Campus soll Nachwuchskräfte in den Kreis Hersfeld-Rotenburg locken.

Das Vorhaben Azubi-Campus haben Landrat Dr. Michael Koch, Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, Reinhard Faulstich, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg, und Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling jetzt vorgestellt. Denn in der Kreisstadt mit guter Infrastruktur soll der Campus auch entstehen.

„Die Themen Ausbildung und Fachkräftegewinnung treiben uns seit Langem um“, erklärte Koch, zumal der „Kampf um Arbeitskräfte“ härter werde. Mit einem Campus, der sowohl Auszubildenden als auch Schülern und Studenten in Ausbildung günstigen Wohnraum bieten soll, wolle man sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen und Nachwuchs in den Landkreis locken. Ein vergleichbares Projekt in der Umgebung sei ihm bisher nicht bekannt, so Koch.

Angesprochen werden sollen Nachwuchskräfte aller Branchen, wobei man besonders den Mittelstand im Blick habe, der im Vergleich mit großen Unternehmen kaum eigene Möglichkeiten habe.

Von einer „Belebung der Region“ sprach Dombrowski. Zwar habe der Landkreis in den vergangenen Jahren einen „gigantischen Sprung“ gemacht, doch gerade die ländlichen Regionen müssten sich um gute Rahmenbedingungen bemühen. Darüber hinaus sei eine solide Ausbildung eben das beste Mittel gegen Arbeitslosigkeit. Und als zweifacher Vater wisse er, dass eine adäquate Unterbringung mitunter auch die Eltern beruhige. Im Idealfall könne man den jungen Leuten gerade in der Anfangszeit sogar feste Ansprechpartner als Betreuer zur Seite stellen.

Dass sich viele Firmen um die Besetzung ihrer Stellen sorgen, habe er auch gerade jetzt in der Corona-Krise bei zahlreichen Gesprächen erfahren, bestätigte Faulstich, der außerdem warnte: Wenn Arbeitsplätze verloren gehen, seien auch Wohlstand und Kaufkraft in Gefahr.

„Wir müssen uns dem demografischen Wandel stellen, mutig sein und einen Schritt nach vorn machen“, sagte Fehling. Umgesetzt werden könnte das Projekt eventuell auf dem sogenannten Wever-Gelände zwischen Bahnhof, Landratsamt und Schilde-Park. Das bisher gewerblich genutzte Areal soll ohnehin zu einem gemischt genutzten Wohnquartier entwickelt werden und in Stadtnähe auch günstigen Wohnraum bieten, der momentan fehle. Noch befinde man sich ganz am Anfang, doch es sei nötig, jetzt die Weichen zu stellen, und mögliche Partner wie Industrie- und Handelskammer, Kreishandwerkerschaft und Technische Hochschule Mittelhessen, sonstige Interessengruppen sowie Investoren ins Boot holen.

Welche Größenordnung das Vorhaben am Ende haben wird, welche Fördermöglichkeiten es dafür gibt, ob ein Wohnheim oder Micro-Appartements entstehen – all das ist noch offen. „Wir haben nun ordentlich Hausaufgaben zu erledigen“, gab der Landrat die Marschroute vor, dem ein Konzept in den nächsten ein bis zwei Jahren vorschwebt. (nm)

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