Gewalttaten gegen Streitkräfte nehmen zu

Brutaler Angriff auf Soldaten in Bad Hersfeld ist in Hessen einzigartig

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Tatort Eisfeld: In dieser Straße, zwischen Antoniengasse und Dudenstraße, in der Bad Hersfelder Innenstadt sind nach Angaben der Polizei am Mittwochmorgen zwei 19-jährige Soldaten aus Neuenstein und Südhessen angegriffen worden. Im Hintergrund sind das ehemalige Möbelhaus Schmidt und der geschlossene Herkulesmarkt zu sehen.

Bad Hersfeld. Nach dem brutalen Angriff auf die beiden 19-jährigen Bundeswehrsoldaten  in der Bad Hersfelder Innenstadt, hat der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen.

Aktualisiert am 1. August um 9.15 Uhr. Wie sich später herausstellte, war die Attacke von den beiden jungen Soldaten frei erfunden. Die beiden hatten Sorge, dass wie wegen Zuspätkommens zum Dienst Ärger bekommen würden. Sie hatten sich sogar die Verletzungen selbst zugezogen.

Hier die Ursprungsmeldung:

Die Bundeswehr verurteilt die Attacke und spricht von einem in Hessen einzigartigen Fall.

Drei bislang unbekannte Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren hatten gegen sechs Uhr an der Straße Eisfeld erst einen Soldaten aus Neuenstein attackiert, der auf einen Kameraden aus Wald-Michelbach (Kreis Bergstraße) wartete, um mit ihm in die Kaserne nach Schwarzenborn (Schwalm-Eder-Kreis) zu fahren. Als der Südhesse ihm zur Hilfe eilte, wurde auch er angegriffen. Beide Soldaten wurden leicht verletzt.

„Wir verurteilen den Ausbruch von Verrohung und Hass, der sich offenbar gegen die Bundeswehr als uniformierte Institution unseres Landes gerichtet hat“, sagte ein Sprecher des Landeskommandos Hessen der Bundeswehr am Donnerstag unserer Zeitung. „Solche Vorfälle sind uns in Hessen bisher noch nicht bekannt gewesen.“

Soldaten geht es wieder gut

Den beiden Angehörigen des Jägerbataillons 1 aus Schwarzenborn gehe es inzwischen wieder gut. Einer hat sich zwischenzeitlich im Krankenhaus behandeln lassen, habe dieses aber inzwischen verlassen. Die jungen Soldaten waren nach dem tätlichen Angriff erst pflichtbewusst in die Kaserne gefahren, wurden von ihrem Vorgesetzten jedoch zur Polizei geschickt.

Wie ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt, ist die Bundeswehr „regelmäßig Ziel von Straftaten“. Im ersten Halbjahr 2018 habe es 49 Straftaten gegen die Bundeswehr gegeben, darunter neben Gewalttaten, Brandanschlägen und Sabotageakten auch vergleichsweise harmlose Straftaten wie Sachbeschädigungen und unerlaubtes Betreten von Bundeswehrgelände.

Hochgerechnet entspricht die Zahl zwar etwa der Straftatenanzahl des Vorjahres (87). Im gesamten Jahr 2017 gab es jedoch insgesamt sechs Gewalttaten gegen Angehörige der Streitkräfte – von Januar bis Juni 2018 waren es schon sieben.

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