Hessentagsprojekt wird jetzt in Angriff genommen

Brüderhaus der Propstei am Johannesberg: Alte Mauern werden gesichert

+
Am ehemaligen Brüderhaus der früheren Propstei Johannesberg in Bad Hersfeld ist jetzt ein Gerüst aufgebaut worden, um die Mauern zu sichern und zu sanieren.

Der Hessentag in Bad Hersfeld ist Geschichte, doch ein Hessentagsprojekt wird jetzt erst in Angriff genommen: Die Sanierung des Brüderhauses der ehemaligen Propstei Johannesberg.

Es sei aus zeitlichen Grünen nicht möglich gewesen, sowohl das Südtor des Stiftsbezirks als auch das Brüderhaus bis zum Hessentag zu sanieren, erläutert Johannes van Horrick, Bauamtsleiter und Denkmalpfleger der Stadt. Deshalb habe man sich entschieden, erst das in der Innenstadt präsente Objekt zu sanieren und nun eben das ehemalige Brüderhaus.

Dort muss vor alle die Mauerkrone gesichert werden, um zu verhindern, dass Wasser oder Pflanzen mit ihren Wurzeln in das Mauerwerk eindringen und es zerstören. Auch an den Seitenflächen der Mauern gibt es Beschädigungen, hat Volker Debelius vom Kasseler Ingenieurbüro HAZ, der das Sanierungsprojekt betreut, festgestellt. Die Arbeiten führt die Restaurierungsfachfirma Enders auf Fulda aus.

Zunächst einmal sollen die mittelalterlichen Sandsteinmauern auf einer Fläche von 600 Quadratmetern gereinigt werden. Dann werden die Fugen überprüft und erneuert und die Folgen früherer Sanierungsversuche mit Zement entfernt, soweit das möglich ist, ohne die Mauern zu beschädigen. Der Zement ist härter als Sandstein, an mehreren Stellen sieht man überstehenden Zementputz über dem verwitternden Sandstein.

Die Sanierung sei dringend notwendig, weil immer wieder Steine aus den Mauern fielen, erklärt van Horrick. Da die Ruine des Brüderhauses offen für alle zugänglich sei, sei das gefährlich, ganz zu schweigen vom drohenden Verfall eines historischen Gebäudes.

Die Propstei Johannesberg wurde zwischen 1021 und 1024 vom Hersfelder Abt Arnold an der Handelsstraße „Durch die kurzen Hessen“ errichtet. Im 14. Jahrhundert diente die Propstei als befestigter Stützpunkt der Hersfelder Reichsäbte in ihren Auseinandersetzungen mit der nach Unabhängigkeit strebenden Stadt Hersfeld, erfahren Besucher auf einer Tafel vor der Propstei. Die Propstei wurde im Jahr 1606 aufgehoben und im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Von der alten Klosteranlage ist unter anderem die Ruine des Brüderhauses erhalten, das wohl im 12. oder 13. Jahrhundert erbaut wurde.

Die Sanierung wird als Hessentagsprojekt mit 50 Prozent der Kosten vom Landesamt für Denkmalpflege unterstützt. Insgesamt gab es 100 000 Euro für das Südtor und das Brüderhaus, berichtet van Horrick.

Die Sanierung soll bis Ende Oktober abgeschlossen sein, denn dann droht Nachtfrost und der Mörtel kann nicht mehr richtig trocknen. (zac)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare