Auf den Fördertopf kommt es an 

Brücke, Platz und Wanderweg: Immer mehr Hessentags-Projekte in Bad Hersfeld

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So könnte die Brücke aussehen, auf der Fußgänger und Radfahrer künftig vom Parkplatz am Fuße des Johannesbergs hinüber zum Stadion an der Oberau gelangen. Das Hessentags-Projekt wurde jetzt im Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt vorgestellt. Die Visualisierung zeigt den Blick in Richtung Fuldasee, links am Bildrand wäre das Stadion.

Bad Hersfeld. Immer mehr Hessentags-Projekte werden den Bad Hersfelder Stadtverordneten vorgelegt. 

Bernd Wennemuth wunderte sich. Immer mehr und immer neue Hessentags-Projekte werden den Bad Hersfelder Stadtverordneten vorgelegt, auch solche, die auf der vom Parlament verabschiedeten Prioritätenliste ganz hinten standen oder dort gar nicht erst enthalten waren.

Aufklärung erhielt der SPD-Politiker von Chanda Winter aus dem Technischen Rathaus: Der Stadt Bad Hersfeld steht mit Blick auf den Hessentag 2019 kein eigener Fördertopf zur Verfügung, sondern nur eine bevorzugte Behandlung bei der Bewilligung von Zuschüssen aus bereits vorhandenen Quellen.

Für Chanda Winter und ihren Chef Johannes van Horrick bedeutet das, dass sie auf der Suche nach Fördermöglichkeiten kreativ sein müssen. Ein bereits bekanntes Hessentags-Projekt nimmt jetzt konkrete Formen an: die Brücke über die Fulda, die Fußgängern und Radfahrern einen bequemen Übergang vom Parkplatz am Libri-Kreisel unterhalb des Johannesbergs zur Stadion-Anlage Oberau ermöglichen soll. Bisher führt nur die sogenannte Rialto-Brücke über den Fluss, die ungünstig gelegen und für Behinderte kaum zu bewältigen ist.

Elegantes Bauwerk über die Fulda

1,1 Millionen Euro soll das elegante Bauwerk kosten, eine Schrägseilbrücke, die sich dann S-förmig über die Fulda schlängelt. Die Hälfte davon käme als Fördergeld wieder herein. Am Ende der Rampe Richtung Innenstadt würde sie zum neuen Eingangsbereich der dann sanierten Sportanlage führen. Der aus verschiedenen denkbaren Varianten entwickelte Entwurf des Stuttgarter Ingenieurbüros sbp gefiel dem Ausschuss jedenfalls. Neu im Projektkatalog sind ein interkommunaler Premium-Spazierwanderweg vom Eisenberg nach Bad Hersfeld und der „Quartiersplatz der Nachhaltigkeit“ am Stadthaus. Für beide Vorhaben gäbe es EFRE-Mittel aus Fördertöpfen der Europäischen Union. Mit der Neugestaltung des Bereichs vor dem Stadthaus würde diese problematische Gegend zumindest optisch aufgewertet. Weil der Kurpark für den Hessentag und künftige Weinfeste eine Veranstaltungsfläche benötigt, soll eine naturnah gestaltete Terrasse gebaut werden. Kostenpunkt: 342 000 Euro.

Ein weiteres Hessentags-Projekt ist das Stadtarchiv, das im neuen Sanierungsgebiet „Östliche Kernstadt“ entstehen soll. In diesem Zusammenhang befürwortete der Ausschuss das umfassende „Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonszept“ (ISEK), das neben einer umfassenden Bestandsanalyse denkbare Einzelmaßnahmen enthält, die hier in den kommenden zehn Jahren umgesetzt werden könnten.

Wanderweg, Platz und Terrasse stehen unter dem Vorbehalt, dass die Förderanträge auch bewilligt werden. (ks)

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